• Dick Wolff, IB Score AG, Debitorenmanagement, Triesen.  (pd)

«Die erste Monatsrate im Jahr wird oft ausgelassen»

Interview mit Dick Wolff von der IB Score AG, Debitorenmanagement in Triesen.

Herr Wolff, im Januar herrscht oft Ebbe auf dem Konto. Gibt es im Inkassobereich dann mehr zu tun?
Dick Wolff:
Nein, wir haben im Januar nicht mehr Arbeit als sonst auch. Wenn Personen aufgrund des Januarlochs in Zahlungsrückstand geraten, wirkt sich das in der Inkassobranche erst nach Ablauf des Mahnwesens unseres Auftraggebers aus. Wir merken höchstens, dass die vielen Ratenzahler im Januar eine Rate auslassen, weil sie durch Versicherungsprämien etc. zusätzlich finanziell belastet sind. 

Müssen mehr offene Gläubiger-forderungen eingetrieben werden? Wenn ja, betrifft es häufiger Privatpersonen oder Firmen?
Von den Rechnungen, die im Januar nicht pünktlich bezahlt werden, spüren wir nichts. Nach Ablauf einer Zahlungsfrist wird der Kunde zuerst mit einer Zahlungserinnerung in Verzug gesetzt. Danach erfolgen mindestens zwei weitere Mahnungen. Falls uns ein Unternehmer direkt nach Ablauf der dritten Mahnung den Auftrag übergibt, ist das frühestens drei bis vier Monate später. Der Kunde versucht zuerst, die offenen Rechnungsbeträge selbst einzuholen. Inkasso kostet Geld und gilt zwischen Gläubiger und Schuldner als Vertrauensbruch. Das Januarloch, das ja meist durch die vielen fälligen Versicherungsprämien entsteht, betrifft Private wie Firmen gleichermassen.

Über Kredite kommt man heute leicht an Geld. Wie zeigt sich die Entwicklung im Inkassowesen?
Durch die vielen Finanzierungsmöglichkeiten konsumiert man heute, bezahlt aber später. Früher hat man erst gespart, dann ausgegeben. Bei vielen fallen etliche monatliche Fixkosten an. Falls man dann durch Jobverlust, Krankheit, Scheidung etc. weniger Geld zur Verfügung hat, kann man durch diese Fixkosten nur schwer auf finanzielle Änderungen reagieren. Dadurch erhöht sich das Risiko der Überschuldung enorm.

In welchem Bereich werden hauptsächlich Schulden gemacht?
In praktisch jedem Bereich. Doch kann es kann sein, dass eine unerwartete Zahnarzt- oder Autoservicerechnung von 500 Franken schon ausreicht, um bei mehreren Gläubigern in Rückstand zu geraten.

Wie kann das Januarloch umschifft werden?
Anfang des Jahres sind Versicherungsprämien, Autosteuern etc. fällig. Das weiss man jedoch nicht erst dann. Es empfiehlt sich, einen Teil seiner Gratifikation gleich zur Seite zu legen, um diese Rechnungen im Januar bezahlen zu können. Allgemein ist es ratsam, monatlich einen fixen Betrag anzusparen. (ge)

11. Jan 2020 / 21:27
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