•  (Tatjana Schnalzger)

Lebensqualität durch Struktur

Je gesünder, desto leistungsfähiger – dieses Prinzip gilt für Manuel Brogle im Alltag wie beim Training. Neben seinem angestammten Beruf gibt er im eigenen Fitnessstudio sein Wissen weiter.

Sport und Bewegung gehören für den 28-Jährigen zum Leben. Als kleiner Junge ging es nach Malbun zum Skifahren, später folgten Tennis, Leichtathletik und vor allem Fussball. Die Formel «Geist steuert Körper» begleitet Manuel Brogel nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch beruflich. Den Beweis dafür, dass Wille und Ausdauer zum Erfolg führen, erbringt er immer wieder: Der Realschule Vaduz folgte die Berufslehre zum Zeichner EFZ Ingenieur- bau, anschliessend zog es ihn Richtung Finanzbranche – der Vaduzer absolvierte die BMS, danach ging’s mit dem Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen mit Vertiefung Wirtschaftsmathematik und dem Master in Entrepreneurship an der Uni Liechtenstein weiter. «In mathematiklastigen Fächern war ich immer sehr gut. Sprachen lagen mir gar nicht. Heute spreche ich fliessend Englisch, habe mich privat, über den Fitnessbereich und auf Reisen, in englischer Sprache weitergebildet.» Zwischenzeitlich ist Manuel Brogle zurück im Bauwesen und holt an der HSR Rapperswil den Bachelor in Bauingenieurwesen nach. «Ich schätze die Vielfältigkeit der Branche und den unkomplizierten Umgang mit Kollegen und Kunden.» Liechtenstein, Familie, Freunde, die Natur und die kurzen Distanzen bedeuten für ihn enorme Lebensqualität. Einzig die fehlende Anonymität könne auch Nachteile mit sich bringen. 

Messbare Erfolge anstreben
Nach dem Tod seiner Mutter vor sieben Jahren gab ihm das Krafttraining die nötige Stabilität und Kraft. «Da ich ein mathematikaffiner Mensch bin und gerne alles organisiert habe, war mir schnell klar, dass ich nicht einfach zum ‹Pumpen› oder wegen des Körperkults ins Fitnessstudio gehen möchte.» Er wollte Struktur und messbare Erfolge – anhand von Zahlen, der Verbesserung der Lebensqualität, des Energielevels und in Bezug auf Kraft und Muskelmasse. «Vielen Trainierenden fehlt diese Struktur, was oftmals zu Misserfolgen und zum Abbruch persönlicher Ziele führt. Ich verfolge von Anbeginn den Ansatz des Managmentexperten Peter Drucker: ‹What gets measured, gets managed.› (Was gemessen wird, wird verwaltet).» 

Nach einem mitreissenden Seminar beim zwischenzeitlich verstorbenen Charles Poliquin, «der wohl beste Strength Coach jemals – er hat Weltrekordhalter in 24 olympischen Sportarten trainiert», war Manuel Brogles Interesse gross, sein Wissen auszubauen und irgendwann an Kunden weiterzugeben. Es folgte die A-Lizenz beim deutschen Strength Coach Wolfgang Unsöld, welche die Grundlage für den Aufbau seines eigenen Studios Bro Performance in Schaan gelegt hat. Bewusst entschied sich der Vaduzer gegen eine standardisierte Schweizer Ausbildung im Fitnessbereich und für eine spezifische Aus- und Weiterbildung bei Strength Coaches und Personal Trainern weltweit. «Das Wissen renommierter Coaches für den normalen Kunden anwendbar zu machen, war der ausschlaggebende Punkt, mich als Trainer selbstständig zu machen.» 

Klimmzug als bester Indikator
«Theorie ist wichtig, aber praktische Trainingserfahrung von über  800 Olympia-Athleten und Zigtausenden Kunden weltweit kann einem kein Buch der Welt beibringen. Im Bereich des Krafttrainings schlägt die Praxis die Theorie täglich», ist Manuel Brogle überzeugt. Am Beginn stehen Motivation und Engagement, etwas an sich zu ändern, leistungsfähiger zu werden. Das Bewusstsein, dass das persönliche Energielevel 75 Prozent des Erfolgs bestimmt, kann zusätzlich motivieren. «Im Mittelpunkt steht der Fortschritt. Wer drei Monate trainiert und keine messbaren Erfolge vorweist, hat per se nicht trainiert, sondern sich bewegt. Das Training soll kontrolliert und anhand von Zahlen festgehalten werden. Der Fortschritt wird nach jedem Training messbar, was zu mehr Motivation und Drive führt.» Stärker zu werden, ist gemäss dem Personal Trainer individuell und das Erlernen eines Klimmzugs daher der beste Indikator für Krafttraining, das funktioniert. «Gesundheit lässt sich anhand einfacher Checks im Alltag festlegen. Wer morgens zehn Schlummeralarme braucht, nachts nicht durchschläft und ständige Mündigkeitslöcher hat, kann nicht leistungsfähig sein. Eine gesunde, zielgerichtete Ernährung, optimaler Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und ein gut strukturiertes Krafttraining sind die Pfeiler der Gesundheit», so seine Überzeugung. Ein einfacher Tipp vom Profi: Täglich für 15 Minuten in eine tiefe Kniebeuge gehen – der einfachste Weg, Sprunggelenke, Knie und Hüften beweglich zu halten sowie Rückenbeschwerden vorzubeugen. «Kinder und Asiaten sehen das als selbstverständlich an.» 

Gesunde Zukunft im Blick
Die Vorteile von Krafttraining aufzuzeigen, das bei vielen zu Unrecht ein Schmuddelimage besitze, ist Manuel Brogle eine Herzensangelegenheit. «In Bezug auf die Gesundheit kann es Wunder bewirken. Durch Studien wurde auch bewiesen, dass die Indikatoren Muskelmasse und Kraft das biologische Alter heruntersetzen und enorme Vorteile im steigenden Alter bringen.» Ausreden gibt es keine mehr: Seit 15. Mai sind die Fitnesscenter zur Freude vieler wieder offen. Welche Zukunftswünsche und -ziele möchte der sympathische Vaduzer noch verwirklichen? «Gerne möchte ich weiterhin erfolgreich Kunden betreuen, mich beruflich wie privat festigen und natürlich auch künftig schmerzfrei, leistungs- und zielorientiert trainieren – gemäss meinem Motto ‹practise what you preach› (praktiziere, was du predigst).» 

23. Mai 2020 / 19:45
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