• Marc Trauffer in Vaduz
    «Es ist ein Buch voll mit autorisierten Geschichten über sein Leben zwischen Landidylle und Überholspur – echt, fadegrad und ehrlich», sagt Autorin und Partnerin Brigitte Schöb.  (Daniel Schwendener)

"Geschichten ohne Schnickschnack und Schönheitskorrekturen"

Mit nur 39 Jahren veröffentlicht der Musiker Marc Trauffer seine Biografie «Dä mit de Chüeh». Geschrieben wurde das Buch von seiner Freundin.
Nach eineinhalb Jahren Arbeit erschien am 18. Oktober Ihr Buch «Dä mit de Chüeh». Darin sind 
Geschichten zu Papier gebracht worden, die Ihr Leben prägten. Welche Feedbacks und 
Rückmeldungen haben sie bisher von Freunden, Familie und Fans erhalten?  
Marc Trauffer, Musiker: Von Familie und Freunden erhält man immer gute Rückmeldungen. Ich glaube das liegt einfach in der Natur des Projekts, da auch meine liebsten Menschen im Buch vorkommen. «Dä mit de Chüeh» erzählt meine Lebensgeschichte – soll aber auch als Fanbuch dienen und ich denke, dass haben wir sehr gut hinbekommen. Die ersten Anfragen von Schweizer Buchverlagen habe ich im Alter von 37 Jahren erhalten und da war es für mich kein Thema, da ich mich zu jung fühlte, um ein Buch über mich schreiben zu lassen. Jetzt haben wir ein Buch zwischen Biographie und Fanbuch auf die Beine gestellt und mit dem Endresultat bin ich extrem glücklich.
 
Jetzt sind Sie 39 Jahre alt, also nicht viel älter, als noch bei den Verlagsanfragen vor zwei Jahren. Es wird gerne gesagt, dass Biografien am Ende einer Karriere erscheinen. Wie stehen Sie zu dieser Aussage? 
Marc Trauffer: (lacht) Ende November trete ich im Hallenstadion in Zürich auf und danach mache ich eine zweijährige Konzertpause. Es ist sicher nicht das Ende von «Trauffer». Momentan macht mir alles noch zu viel Spass. 
 
Autorin Brigitte Schöb, die in Liechtenstein tätig und gleichzeitig Ihre Partnerin ist, hat das Buch verfasst – warum war sie Ihre erste Wahl? 
Marc Trauffer: Vor drei Jahren habe ich Brigitte gefragt, ob sie gerne meine Geschichten zu Papier bringen möchte. Sie gab mir klar zur Antwort: «Ich weiss nicht, wer das lesen soll. Dich kennt ja niemand.» Sie ergänzte, dass sie nicht wisse, wie man ein Buch schreibe, da sie dies noch nie gemacht habe. Sie war einst Journalistin, aber dass sind dann doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Mir war das egal. Ich wollte jemanden haben, der meine Geschichten versteht und mich kennt. 
 
Brigitte Schöb, Autorin: Genau so war es. Ich war früher als Journalistin tätig, führe heute eine Textagentur und bin Kommunikationsberaterin. Ein Buch habe ich jedoch noch nie zuvor geschrieben. Vor einigen Jahren gab Marc ein Konzert in Sargans und ich war «baff» wie viele Personen seine Musik und ihn selbst kennen und lieben. Danach war für mich klar, dass ich mich der Aufgabe stellen werde und das Buch verfassen möchte. 
 
Wie verliefen die Arbeiten am Buch?  
Brigitte Schöb: Zu Beginn befragte ich Marc zu seiner Kindheit. Schnell wurde uns beiden klar, dass wir die Geschichten nicht chronologisch ordnen können. Deswegen entschieden wir uns, das Buch in drei Bereiche zu unterteilen: Die privat Person, der Kindertraumfabrikant und der Musiker. 
 
Marc Trauffer: Ich wählte Brigitte bewusst, da ich ein ehrliches Buch mit Geschichten ohne Schnickschnack und Schönheitskorrekturen haben wollte. Das Buch schlussendlich zu lesen, war für mich extrem hart. Den ich entdeckte Seiten an mir, die ich hinterfragen musste. Ich weiss, dass ich als Unternehmer unglaublich taff sein kann und meine Ziele verfolge. Dadurch kann ich gegenüber meinem Umfeld aber auch ein unglaublich ekliger Typ sein. Dem war ich mir nicht ganz bewusst, bis ich das Buch las.
 
Mussten vor dem Schreiben des Buches Personen ihre Geschichten absegnen oder werden gewisse Namen nicht genannt?
Marc Trauffer: Ich habe mit meiner Ex-Frau, meinen Eltern und meinen zwei Kindern gesprochen, ob sie im Buch vorkommen möchten oder nicht. Besonders als das Einverständnis von meiner Ex-Frau kam, war für mich klar, dass wir das Buch «fadegrad» schreiben werden. Meine Schulzeit ist natürlich auch Thema und da werden die ersten Liebschaften erklärt. Beim Schreiben des Buches erklärte ich Brigitte, so wie mir der Schnabel gewachsen ist, dass die eine Freundin grosse «Hupen» hatte – da merkte ich aber, dass wir bei einem Punkt angekommen sind, an dem wir auch hier das Einverständnis der Personen haben mussten. Wir entschieden uns, die Namen nicht zu nennen und nun heissen sie ganz einfach: Freundin 1, Freundin 2 oder Freundin 3. (lacht) 
 
Ihr kennt euch seit rund 20 Jahren, gab es trotzdem Seiten an Marc Trauffer, die Ihnen neu waren?
Brigitte Schöb: Ich habe während des Schreibens erst erkannt, wie viel Energie und Arbeit Marc in seine Firma, die Trauffer Holzspielwaren AG, steckt und gleichzeitig in seine Musik. Und auch wie viele Opfer er bringen musste. Auf der Bühne ist er der Entertainer, aber bei der Arbeit ist er Chef. Dazu kommt das Familienleben dazu mit seinen zwei Kindern. Dies alles in der Balance zu halten, ist eine riesige Herausforderung. 
 
Das Buch ist breit gefächert mit diversen Fotos - welches bringt euch heute noch zum Lachen?
Brigitte Schöb: Das Bild von Marc an seiner Konfirmation. Er trägt einen knatschgelben Anzug, der heute noch im Schrank hängt. Und: Er passt ihm noch. 
 
Welche Geschichte im Buch berührt Sie auch jetzt noch beim durchlesen? 
Marc Trauffer: Die Scheidung von meiner Ex-Frau ist natürlich eine Geschichte, die mich bis heute sehr prägt. Ich habe dazumal viele Fehler gemacht und beim Durchlesen der Geschichte denke ich mir immer wieder: «Ich wäre lieber mal zu Hause gewesen, anstatt auf der Bühne, um Musik zu machen.» Das berührt mich auch heute noch. Natürlich auch die Geschichte rund um die Geburt meines Sohnes Lars. Medial hat das Wellen geschlagen, als Lars 11 Wochen zu früh auf die Welt kam. Sein Gewicht war 1240 Gramm. Auch hier musste ich mit meiner Ex-Frau besprechen, ob wir die Bilder von Lars veröffentlichen oder nicht. Wir waren Anfang 20, als Lars geboren wurde und waren völlig alleine und hatten grosse Angst. Wir haben uns dafür entschieden, die Bilder zu zeigen, um anderen Eltern Mut zu machen, die in der gleichen oder ähnlichen Situation sind. Aber wenn ich die Geschichte heute lese, fahrt mir das brutal rein. 
 
Brigitte Schöb: Auch ich hatte während des Schreibens ab und an Gänsehaut. Gerade bei der Geschichte rund um Marcs Sohn. Ich durfte sehr offen und ehrlich darüber schreiben. Das war auch das Ziel, dass das Buch mehr Tiefgang hat, als die anderen 1000 Interviews, die Marc bisher gegeben hat. Es gab bisher auch positive Rückmeldungen von Eltern, die sagten, dass sie durch die Geschichte mehr Mut haben. Das war für mich persönlich sehr wertvoll. (nb)
11. Nov 2018 / 00:00
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Marco????
Seid wann heisst er Marco??? Ich denke er heisst er Marc A. Trauffer.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 11.11.2018 Antworten Melden

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