• Filip Zlatkovic will mit seinen Anzügen die Persönlichkeit der Kunden widerspiegeln und damit ihr Leben ein Stück lebenswerter und positiver machen.  (Michael Kreyer)

"Der erste Eindruck ist ausschlaggebend"

Filip Zlatkovic verkauft Mode nach Mass und pflegt seinen ganz eigenen Stil. Ein Gespräch über Glück und das Mass aller Dinge im Kleiderschrank des Mannes.

Herr Zlatkovic, wie viele Anzüge haben Sie in Ihrem Schrank?
Filip Zlatkovic: Schwer zu sagen … das müssten so um die 35 Stück sein.

Und die werden alle getragen?
Selbstverständlich. Ich trage eigentlich immer Anzüge. Für mich ist das kein Job, sondern mehr eine Lebenseinstellung – ein Lifestyle, den ich mit meinem Geschmack verbinde. Ich fühle mich so am wohlsten.

Sie pflegen keinen alltäglichen Stil. Wie kommt’s?
Der Anzug war schon immer mein liebstes Kleidungsstück. Ich bin zwar ein junger Mensch, habe aber eine alte Seele in mir. Das ist das, was mir gefällt, dieser alte Stil, der noch Persönlichkeit ausdrückt. Und es gibt kaum etwas, das unsere Persönlichkeit besser widergespiegelt als unsere Kleidung. 

Der erste Eindruck zählt …
Absolut! Ich glaube, der erste Eindruck ist in jedem Lebensbereich ausschlaggebend. Wichtig ist aber auch der «Nachdruck», also der bleibende Eindruck, den man bei einer Person hinterlässt. Wer den ersten Eindruck vernachlässigt, tut sich später schwer, sich zu beweisen. 

Verhält sich Ihr Gegenüber anders, wenn Sie einen Anzug tragen?
Ja. Die Leute haben grösseren Respekt vor jemandem in einem Anzug. Es geht mir aber um mehr, als nur einen Anzug oder ein Hemd zu verkaufen, welche gut sitzen. Mir geht es um die Menschen und ihr Leben. Ich will ihr Leben etwas besser machen. 

Wie meinen Sie das?
Nehmen wir zum Beispiel Hochzeiten. Diese haben sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Die Leute folgen heute keinen Trends mehr. Sie wollen Individualität. Sie möchten mehr, für sich und für andere – sei es hinsichtlich der Location, dem Essen oder dem Outfit. Meine Kunden möchten etwas, auf das sie sich freuen können – so wie die Frauen auf ihr Hochzeitskleid. Sie möchten einen besonderen Anzug, der zu ihnen passt, in dem sie gut aussehen und sich wohlfühlen. Und meiner Meinung nach ist der Anzug das Mass aller Dinge in einem Kleiderschrank des Mannes.

Ein Muss für jeden Mann also.
Ja. Je nach Anlass ist der Anzug ein perfekter Begleiter. Etwas, das einen perfekten Moment noch perfekter macht. Schöne Dinge feiert man im Anzug. Und es gibt im Leben immer wieder etwas zu feiern. 

Während der vergangenen Wochen gab es leider weniger zu feiern. Diese waren sicher auch nicht einfach für Sie. 
Die vergangenen Wochen waren nicht ganz ohne, das stimmt. Aber mit der richtigen Einstellung ist bei mir zum Glück schnell wieder eine gewisse Normalität eingekehrt. Ich habe die Zeit genutzt, bestehende Aufträge aufzuarbeiten und mein Unternehmen zu optimieren. Ich habe versucht, die Zeit positiv zu nutzen und das Beste aus der Situation zu machen. 

Sie haben eine sehr positive Lebenseinstellung.
Ich glaube, eine positive Einstellung ist wichtig im Leben. Man kann nicht immer alles kontrollieren, aber man kann zumindest seine Sicht auf die Dinge, sein Denken ändern. Es gibt kein Problem, für das es keine Lösung gibt. Davon bin ich überzeugt. Und ich glaube, jeder hat eine Wahl, wie sein Leben verlaufen soll. Wichtig ist, dass man an sich selbst arbeitet. 

Und Sie arbeiten hart an sich?
Ich habe einen ganz hohen Anspruch an mich selbst. Meine Unzufriedenheit in gewissen Bereichen nutze ich als persönlichen Antrieb. Ich bin dankbar für das, was ich erreicht habe, aber nie zufrieden. Ich versuche, immer besser zu sein.

Ihnen ist Erfolg wichtig?
Es geht nicht um Erfolg oder Glück. Definiere Glück. Was ist das? Viele meinen, ich hätte Glück, dass ich mich in so jungen Jahren selbstständig machen konnte, ich meine Leidenschaft gefunden habe. Doch dahinter steckt harte Arbeit. Ich habe zweieinhalb Jahre lang mein Unternehmen aufgebaut, bevor ich den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Ich glaube, durch unser Tun im Leben eröffnen sich Möglichkeiten. Diese zu ergreifen ist das, was andere Glück nennen. Mit harter Arbeit ergeben sich immer tolle Möglichkeiten im Leben. Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen, nicht um Erfolg oder Geld. Und das geht nur, wenn man jeden Tag sein Bestes gibt, an sich arbeitet und gute Gewohnheiten etabliert. Sonst verfällt man schnell in alte Denkmuster und schlechte Gewohnheiten. 

Welche guten Gewohnheiten pflegen Sie?
Ich meditiere zum Beispiel jeden Tag, lese viel und versuche, die Dinge im Leben stets von mehreren Seiten zu betrachten. Ich finde es wichtig, Dinge zu hinterfragen. Nur wenn ich mich gut kenne, kann ich gute Entscheidungen treffen, die mich dorthin führen, wohin ich möchte und die mich glücklich machen ...

… die Sie Ihren Zielen im Leben näherbringen?
Ja. Ich habe viele Ziele im Leben und die sind für mich klar definiert. Wichtiger als ein Ziel sind aber Prinzipien, nach denen man lebt, und vor allem das Warum, das einen antreibt.

Was treibt Sie an?
Ich möchte, wie gesagt, mehr Leben schaffen. Ich möchte heute besser sein als gestern – nicht nur für mich, sondern auch für mein Umfeld, die Gesellschaft. Uns bleibt nur wenig Zeit auf dieser Welt. Diese sollte man bestmöglich nutzen. Dafür sollte man jeden Tag das Beste geben. Für halbherzige Sachen bleibt zu wenig Zeit.  (sms)

05. Jul 2020 / 00:00
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