•  (Daniel Ospelt)

"Der Autokauf ist nach wie vor etwas sehr Persönliches"

Die Buchser Autoshow präsentiert sich nach 25 Jahren mit neuem Konzept. Was die Besucher erwartet, erzählt Mitinitiant Alfred Sulser.

Herr Sulser, ich habe gehört, die Buchser Autoshow ist Geschichte.
Alfred Sulser:
Das stimmt. Aber nicht, weil es keine Autoshow mehr gibt. 

Sondern?
Sondern weil wir nach 25 Jahren Buchser Autoshow entschieden haben, etwas Neues zu machen. 

Neu ist immer besser, heisst es.
Darauf setzten wir (lacht).

Und was ist an der Autoshow neu?
Wir machen aus der Buchser Autoshow die Werdenberger Autoshow. Das heisst, dass weitere Garagen in der Region Werdenberg an dem Event mitmachen. 

Mehr Garagen – mehr Besucher …
Das hoffen wir. In den vergangenen Jahren haben immer weniger bei der Autoshow mitgemacht. Hauptsächlich, weil es weniger Garagen in der Region gibt. Mit vier Händlern haben die Besucher nicht mehr eine so breite Auswahl.

Wie viele Garagen sind nun bei der Werdenberger Autoshow dabei?
Insgesamt sind es elf Garagen von Sevelen bis Sennwald, die ihre Angebote und Neuheiten präsentieren werden. 

Die Autoshow findet am 16. und 17. März statt. Zu der Zeit hat auch der Automobilsalon in Genf geöffnet. Macht das Sinn?
Durchaus. Aus meiner Sicht ist der Genfer Automobilsalon in der heutigen Form nicht mehr das Zugpferd, das es einmal war. 

Inwiefern?
Früher haben die Automobilhersteller in Genf ihre neuen Modelle präsentiert. Damals hat man jedes Jahr ein neues Auto vorgestellt. Das war immer ein grosses Spektakel. Heute bringt jeder Hersteller vier oder fünf neue Modelle im Jahr heraus. Da wartet man nicht mehr auf den Automobilsalon. Dafür bleibt keine Zeit mehr. Der Druck in der Branche ist gross. Dementsprechend verliert die Messe in Genf ihren Reiz. Zudem ist so ein Messeauftritt nicht gerade billig. Das merkt man auch in diesem Jahr wieder: Viele der Hersteller, haben abgesagt. Diesen Trend beobachtet man in vielen Branchen, nicht nur in der Automobilindustrie.

Sie glauben eine Autoshow in der Region ist zeitgemäss?
Auf jeden Fall. Denn da stehen weniger die Autos im Vordergrund, sondern die Besucher. Es geht um das Persönliche, den Kontakt mit den Menschen. Diesen wollen wir pflegen.

Als Händler haben Sie doch sowieso mehr Kontakt mit den Kunden …
Nicht mehr so viel wie früher. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist der Showroomtraffic eher rückläufig. Vor den Zeiten des Internets waren wir für die Kunden eine Informationsstelle. Bevor jemand ein Auto kaufte, kam er mehrmals vorbei und hat sich informiert. Der Kunde von heute ist häufig bereits vor dem Erstkontakt mit uns sehr gut informiert. Er recherchiert im Internet und vergleicht, bevor er in der Garage vorbeikommt. Früher ist der Kunde noch 2,8 Mal vorbeigekommen, bevor er ein Auto gekauft hat. Heute sind es noch 1,3 Mal. Diesen Trend bemerkt man in vielen Branchen. Zum anderen werden die Abstände zischen den Service- und Reparatur­einheiten laufend grösser. Wenn ein Kunde ein neues Auto kauft, kann es unter Umständen sein, dass er erst nach zwei Jahren wieder zum Service vorbei kommt. Was allerdings zugenommen hat, ist der digitale Austausch. Es werden mehr Anfragen und Offerten per E-Mail versendet, als noch vor einigen Jahren. 

Ich sehe schon: Digitalisierung ist auch bei Ihnen spürbar. Was halten Sie davon? Kauft man das Auto in Zukunft nur noch per Mausklick?
Nein, das glaube ich nicht. Der Autokauf ist nach wie vor noch etwas sehr Persönliches. Ausserdem will man den Wagen vorher einmal fahren, drin sitzen und spüren. Durch den Online-Konfigurator kann man seinen Traumwagen heutzutage digital zusammenstellen. Das sehe ich als grosses Plus. Dadurch müssen die Garagen nicht mehr alle möglichen Varianten eines Wagens vor Ort haben. Das spart Platz und somit Geld. Das Fahrgefühl können die Programme jedoch nicht ersetzen.

Was dürfen die Besucher der Werdenberger Autoshow erwarten? 
Auf jeden Fall viele tolle Autos. Die Garagen präsentieren die neusten Trends und Modelle. Ausserdem bietet jeder Händler den Gästen ein eigenes Programm. Diese Freiheit haben wir uns genommen und ich glaube, das sorgt auch für Abwechslung bei den Besuchern. 

Stichwort Trends: Mit welchen Neuerungen wartet die Automobilindustrie auf?
Nach wie vor ist sicher die Antriebstechnologie ein grosses Thema, vor allem was den CO2-Ausstoss betrifft. Das wird uns wohl noch einige Jahre begleiten. Diesbezüglich wird ja in verschiedenste Richtungen entwickelt. Da darf man gespannt sein, was noch alles kommt. Ein weiteres Thema sind sicher auch die intelligenten Fahrsysteme, die laufend besser werden und neue Funktionen beinhalten. 

Was halten Sie von selbstfahrenden Autos?
Ich persönlich fahre noch am liebsten selbst. Das macht das Autofahren doch aus. 

Welches Auto fährt man als Chef einer Autogarage?
Einen Opel (lacht). Tatsächlich ist es so, dass ich kein fixes Auto habe, das ich täglich fahre. Ich fahre, was gerade da ist. Früher bin ich gerne mal einen schnellen Flitzer gefahren. Seitdem ich eine Familie habe, tendiere ich eher zu einem Kombi oder SUV. (sms)

03. Mär 2019 / 00:00
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