• Ivoclar Vivadent
    Die Rückkehr zum kompletten Normalbetrieb wird voraussichtlich nur langsam erfolgen.

Umsätze brechen ein – Stellenabbau beginnt

Ivoclar Vivadent hat am Standort in Schaan einige Kündigungen ausgesprochen.

Wie sicher ist mein Arbeitsplatz? Diese Frage stellen sich besonders die derzeit 11'000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Vorerst profitieren sie von der staatlichen Hilfe in Liechtenstein. Doch das Hilfspaket konnte den Schock auf dem Arbeitsmarkt nur vorübergehend abfedern. Nachdem vergangene Woche Swarovski in Triesen angekündigt hat, Mitarbeiter zu entlassen, geht es nun bei Ivoclar Vivadent in Schaan weiter. Angestellte sprechen sogar von einer Entlassungswelle. Doch so prekär stellt sich die Situation nicht dar.  

Bislang sind es erst fünf Angestellte am Hauptsitz in Schaan, die gehen müssen. «Dabei wurde die Arbeitnehmervertretung (ANV) involviert und es gab abfedernde Massnahmen im Sinne eines Sozialplans», bestätigt Sigi Langenbahn als Geschäftsführer des Liechtensteinischen ArbeitnehmerInnenverbandes (LANV) auf Anfrage. Natürlich hoffe er, dass es dabei bleibe. «Jede Kündigung in dieser Zeit ist besonders schmerzlich», sagt er. Weil Ivoclar die Coronakrise besonders hart getroffen hat, sind aber weitere Stellen in Gefahr. Mitte März musste das Unternehmen, das im vergangenen Jahr noch stärker als der Markt wuchs, seine Produktion fast ganz herunterfahren. 75 Prozent der Angestellten befinden sich noch immer in Kurzarbeit. 

Corona: Umsätze im Mai und Juni brechen um 80 Prozent ein

Ivoclar rechnet mit einem substanziellen Umsatzrückgang. Grund dafür ist die Coronakrise, welche die Geschäftstätigkeit von Zahnärzten und Zahntechnikern weltweit massiv einschränkt, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Sie konnten wochenlang keine oder nur sehr wenige Patienten behandeln und verbrauchten dementsprechend weniger Material. Das hat direkte Auswirkungen auf die Hersteller von Dentalprodukten. «Im April und Mai sanken die Umsätze um fast 80 Prozent. Erst im Juni gab es eine leichte Erholung», erklärt Diego Gabathuler, CEO des Dentalspezialisten. Die Rückkehr zum kompletten Normalbetrieb werde voraussichtlich nur langsam erfolgen. 2021, so die Einschätzung des Managements, wird das weltweite Marktvolumen im Dentalbereich immer noch deutlich unter Vor-Corona-Niveau liegen. 

Kostensparprogramm ist bereits angelaufen
«Eine Anpassung an die neue Situation ist unumgänglich», sagt Diego Gaba-thuler. Bestimmte Kostensparprogramme und Restrukturierungen sind bereits angelaufen; auch eine Anpassung der globalen Mitarbeiteranzahl wird in Betracht gezogen. Allfällige Personalmassnahmen werden weitestgehend unter Nutzung der natürlichen Fluktuation und so sozialverträglich wie möglich erfolgen. 

«Ivoclar Vivadent ist ein sehr gesundes Unternehmen. Umsatzrückgänge in der genannten Grössenordnung sind aber auch für uns schwierig und nicht ohne entsprechende Massnahmen zu kompensieren», so der CEO. Nach einem soliden Geschäftsjahr 2019, in dem der Umsatz auf 830 Millionen Franken wuchs, brechen nun herausfordernde Zeiten an. (dal)

30. Jun 2020 / 06:00
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3 KOMMENTARE
So ist das
Ich denke mal, dass dies auf den Fuhrpark von Zeller keinen Einfluss haben wird.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 30.06.2020 Antworten Melden
Stellenabbau finanziert Neubau?
Mitarbeitern wird gekündigt, aber Geld für die Erstellung eines zusätzlichen Neubaus ist anscheinend auch während der Corona-Krise totzdem vorhanden.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 30.06.2020 Antworten Melden
Übernahmekandidat
Es ist ohnehin nur eine Frage der Zeit bis Ivoclar von den Amis übernommen wird. Dies ist ein offenes Geheimnis. Dass es Ivoclar schlecht geht und man mittlerweile auf dem Weltmarkt schon lange nicht mehr zu den Branchenleadern gehört, ist nicht nur die Schuld der Corona-Pandemie. Im Gegensatz zu früher, ist Ivoclar auch als Arbeitgeberin schön längst nicht mehr die erste Wahl.
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