• Focusing on housing
    Ein starkes Bevölkerungswachstum sowie das attraktive Zinsumfeld sorgen in der Region Werdenberg für eine hohe Preisdynamik.  (MarioGuti)

Pendler und Corona sorgen für hohe Immobilienpreise

Die Preise für Wohneigentum in Werdenberg stiegen nochmals an – Schuld ist vor allem Liechtenstein.

Werdenberg entwickelte sich jüngst zur wachstumsstärksten Region des Kantons St. Gallen. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag das Einwohnerwachstum bei 1,2 Prozent und damit deutlich höher als im Rest des Kantons. Vor allem sorgte die Nähe zu den Liechtensteiner Unternehmen für einen regen Zuzug, weshalb der Wohnungsbedarf in den letzten Jahren kontinuierlich wuchs, benennt die St. Galler Kantonalbank den Grund für die Preisexplosion.

«Ein starkes Bevölkerungswachstum sowie das attraktive Zinsumfeld sorgen in der Region Werdenberg für eine hohe Preisdynamik vor allem bei Eigentumswohnungen», sagt René Walser, Leiter Privat- und Geschäftskunden Ost St. Galler Kantonalbank. Seit Ende 2016 sind die Preise von Wohnungen um fast 19 Prozent nach oben geschossen, alleine in den vergangenen zwölf Monaten betrug der Anstieg 7,5 Prozent. Der Hauptgrund für die Preisexplosion sind laut Experten vor allem die EU-Zuzüger und Einwanderer, welche in Liechtenstein arbeiten, aber keine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Daher lassen sich viele in Buchs, Grabs, Gams oder Sennwald nieder. Dieses Bevölkerungswachstum ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Insgesamt 3053 Personen liessen sich allein zwischen 2010 und 2018 in Werdenberg, Sarganserland und Rheintal nieder. Statistiken darüber, in welchem Land sie arbeiten, gibt es nicht. «Bei den Zuwanderern mit einem ausländischen Arbeitsort dürfte sich dieser jedoch mehrheitlich in Liechtenstein befinden», erklärt René Hungerbühler vom Migrationsamt des Kantons St. Gallen.

Die Coronakrise bremst die Preisentwicklung zumindest vorerst für Wohnungen aus. Da nicht nur die hiesige, sondern auch die liechtensteinische Volkswirtschaft stark von der Krise beeinträchtigt ist, dürfte sich die vom erweiterten Arbeitsmarkt getriebene Zusatznachfrage laut St. Galler Kantonalbank (SGKB) künftig abschwächen. Das bestätigt auch Immobiliennmakler Heinz Senn, der sowohl in Liechtenstein als auch in Werdenberg tätig ist. «Trotz Corona werden die Preise für Einfamilienhäuser in Werdenberg aber deutlich anziehen», wie er sagt. Das liegt am Angebot. Wie bereits in vorangegangenen Jahren ist die Auswahl an Einfamilienhäusern spärlich. Das verschärfe sich durch Corona laut Senn weiter, da Besitzer ihre Immobilien derzeit nicht verkaufen, obwohl Nachfrage vorhanden wäre. Gerade einmal ein Prozent aller Objekte befinden sich in der gesamten Region in der Vermarktung. Die Preise explodierten in den letzten Jahren. Gab es früher noch Häuser mit circa 150 Quadratmetern für 600 000 Franken zu kaufen, müssen Käufer heute mindestens eine Million berappen, sagen Immobiliennmakler.

Von 2007 bis 2018 sind die Preise für Wohneigentum in der Ostschweiz zwischen 40 und 60 Prozent angestiegen. Weil sie in Werdenberg im gleichen Zeitraum sogar um fast 90 Prozent in die Höhe geschossen sind, ist es die Region mit der dritthöchsten Preissteigerung der gesamten Schweiz – hinter Zürich und Horgen. (dal)

27. Jun 2020 / 15:17
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