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    In der neuen Ausschreibung hält die Liemobil fest, dass während der zehnjährigen Vertragslaufzeit mindestens zehn Prozent der Busse elektrobetrieben sein müssen. (Foto: Michael Zanghellini)  (Michael Zanghellini)

Liemobil: Die Ausschreibung verzögerte sich

Im November soll feststehen, wer den Zuschlag für den 10-Jahres-Auftrag der Liemobil erhält – ein erfahrener Partner wird gesucht.

Die Liemobil mit den limegrünen Bussen ist hierzulande ein bekanntes Unternehmen. Doch alleine stemmt es den öffentlichen Busverkehr in Liechtenstein nicht. Als staatsnaher Betrieb organisiert Liemobil den Fahrplan, die Tarife und alle kundenspezifischen Belange. Zur Ausführung der Fahrleistung wird aber ein Busunternehmer eingesetzt. Ende 2021 laufen alle Verträge für die Busfahrleistungen aus – dies ist jeweils nach zehn Jahren Vertragslaufzeit der Fall. Es ist gesetzlich festgesetzt, dass Aufträge in dieser Grössenordnung ausgeschrieben werden. 

Keine konkreten Zahlen zu Bewerbungen

Mit der öffentlichen Ausschreibung ist die Liemobil in diesem Jahr zwei bis drei Monate in Verzug geraten, auch wegen der Coronakrise. Das reicht aber laut Jürgen Frick, Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs Liemobil, gerade noch, um einen geeigneten Betreiber zu finden. Bereits zwei Mal schrieb das öffentlich-rechtliche Unternehmen diesen Auftrag aus. «Jedes Mal hatten wir eine gute Anzahl an Bewerbern», sagt Frick. Wie viele es jeweils ungefähr waren oder wie viele sich bis jetzt beworben haben, möchte der Liemobil-Geschäftsführer nicht verraten. Im November soll feststehen, wer bis Ende 2031 den Zuschlag für den Auftrag erhält. Bis Ende des nächsten Jahres fährt die PostAuto Liechtenstein Anstalt den grössten Teil des Linienverkehrs.  Sie befindet sich im Eigentum der PostAuto Schweiz AG.  

Seit Mitte Juni ist die Ausschreibung über den Auftrag einsehbar. Er umfasst einen geschätzten Gesamtwert von rund 170 Millionen Franken. «Das benötigt ein Unternehmen mit einer gewissen Finanzkraft und Erfahrung im öffentlichen Verkehr», so Jürgen Frick. Auf die Frage, ob der Auftrag attraktiv sei, antwortet er: «Das Interesse der Bewerber ist gross. Also scheint der Auftrag sehr attraktiv zu sein.» Denn der öffentliche Linienverkehr sei sehr krisensicher und die Kosten genau kalkulierbar, was zusätzlich helfe.

Durch die staatliche Reglementierung ist jedoch der Spielraum für den Vertragspartner begrenzt, denn die Rahmenbedingungen für den Betrieb setzt die Liemobil fest. So sind beispielsweise die Fahrerlöhne  und auch die Ausstattung der Busse – Türen, Klimaanlage oder Fenster – festgeschrieben. Bei der diesjährigen Ausschreibung hält die Liemobil fest, dass während der Vertragslaufzeit mindestens zehn Prozent der Busse «lokal emmisionsfrei», also elektrobetrieben sein müssen. Dieser Anteil soll aber während der kommenden zehn Jahre deutlich erhöht werden. Festgeschrieben wird aber nicht, welche Art von Bussen gefahren werden soll. «Wir überlassen dem Unternehmen, ob es die bald ausrangierten Doppelstöcker durch Doppelstöcker ersetzt oder anstelle dieser Gelenkbusse einsetzt», so Frick. Vorgesehen ist, die Sichtbarkeit des Vertragspartners etwas zu erhöhen. Der Kunde soll wissen, welches Transportunternehmen ihn durch das Land chauffiert. Das solle er gleich beim Einsteigen erkennen. «Wie das umgesetzt wird, ist aber noch unklar.»

Risiko trägt immer die Liemobil

Schreibt das Unternehmen nach der Auftragsvergabe negative Zahlen, liegt dies laut Frick in dessen Verantwortung. Denn es setze zu Beginn den Preis – Kosten pro gefahrenem Kilometer und Stunde – selbst fest. «Das Risiko an den Einnahmen und anderen volatilen Kosten trägt aber immer die Liemobil.» (qus)

13. Jul 2020 / 23:12
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4 KOMMENTARE
Liemobil
Wo sind die Limefarben ? Ach so ja, unter der Klebefolie
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.07.2020 Antworten Melden
@Klebefolien
Und wenn die LIEmobil zu viel Steuergeld verschlingt und nichts refinanziert, ist das Gejammer auch riesengross. Lasst die Folien (=Private, die dazu bereit sind!) den ÖV mitbezahlen! Für 3,5 Mio. Franken extra gäbe es den ÖV sogar gratis! Wäre doch einmal eine Überlegung wert, damit die Leute mehr Anreize zum umsteigen haben. Das bringt dem Verkehr mehr als Diskussionen über Busfarben...
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.07.2020 Antworten Melden
@mooni
sind das wirklich unsere Probleme? Kaum zu glauben.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.07.2020 Antworten Melden

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