• Die Drohnenpiloten-Elite misst sich am Wochenende im DCL-Videospiel auf vier verschiedenen Strecken, die durch Vaduz führen.

Virtuelles Spektakel führt nach Vaduz

Dieses Wochenende startet die fünfte Saison der Drone Champions League auf dem Peter-Kaiser-Platz – zumindest auf den Bildschirmen.

Im Dezember 2019 verfolgten über 6000 Zuschauer beim zweiten Liechtenstein-Grand- Prix, wie die besten Drohnenpiloten der Welt auf dem Peter-Kaiser-Platz um die schnellste Zeit kämpften. Nächstes Wochenende (Samstag und Sonntag) kehrt die Drone Champions League (DCL) zurück nach Vaduz für den Auftakt ihrer fünften Saison. Vor Kollisionen mit dem Landtags- oder Regierungsgebäude braucht sich dieses Jahr niemand zu fürchten. Infolge des Coronavirus werden die Rennen dieses Jahr zum ersten Mal virtuell bestritten.

Möglich macht dies das DCL-Videospiel, welches Mitte Februar veröffentlicht wurde. Rückblickend zu einem relativ günstigen Zeitpunkt, bevor die Auswirkungen der Pandemie bekannt waren. «Ein Jahr vorher wäre so etwas für uns eine Katastrophe gewesen», ist CEO Herbert Weirather froh über die Alternative. «Im Gegensatz zu anderen Veranstaltern haben wir das Glück, dass wir auf eine rein virtuelle Schiene umsteigen können.» Selbstverständlich hätte er ein «echtes» Rennen in Vaduz bevorzugt: «Unsere DNA ist der hybride Sport. Wir wollen die Leute über das Spiel an echte Drohnenrennen heranführen.»

100 000 Zuschauer im Livestream erwartet

Herbert Weirather, der in Planken aufwuchs, sieht auch Vorteile in der E-Saison. Zum Beispiel spricht man somit gezielt die Gamer-Community an. 2020 wird die DCL zum ersten Mal auf dem Livestreaming-Portal Twitch übertragen, wobei das Drohnenrennen eine prominente Platzierung erhält. Dies gilt für alle vier Rennwochenenden in Vaduz, Proptown (USA), bei der Chinesischen Mauer und das Finale in der Schweiz (Laax sowie Zürichsee). Pro Tag werden jeweils sieben Stunden gesendet. Auch die bisherigen TV-Partner werden Zusammenfassungen der Rennen ausstrahlen, sodass der Peter-Kaiser-Platz international zu sehen sein wird. Extra für das kommende Wochenende wurden vier neue Vaduzer Strecken konzipiert.

«Ich gehe davon aus, dass die Zuschauerzahlen dieses Jahr ähnlich wie im Vorjahr sein werden», meint der CEO. 2019 erreichte die DCL ihm zufolge ungefähr sieben Millionen Personen. Er geht davon aus, dass insgesamt 100 000 Fans den Auftakt in Vaduz über Twitch live beobachten. Dies entspräche eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, sodass wei-tere Gamer auf das Angebot aufmerksam werden. «Das DCL-Spiel wurde schon 40 000-mal runtergeladen. Ich bin gespannt, wie sich die Zahlen nach den Liveübertragungen auf Twitch entwickeln.»

Obwohl die Rennen nur auf den Bildschirmen stattfinden, bewegt sich der Aufwand im gewohnten Rahmen – sowohl was die Administration als auch die Finanzen betrifft. «Wir mussten das Reglement komplett neu schreiben, um den Wettkampf online durchführen zu können. Das beanspruchte viel Zeit und damit waren zusätzliche Programmierkosten verbunden», erklärt Weirather. Bei künftigen virtuellen Veranstaltungen lasse sich darauf aufbauen, womit sich diese Arbeit längerfristig wohl auszahle. Bei den Sponsoren habe die DCL heuer kleinere Abstriche machen müssen, die sich aufgrund der weiterhin hohen Reichweite allerdings in Grenzen halten. «Wir können ihnen nicht dasselbe anbieten. Sie möchten vor Ort präsent sein und ihre Produkte verkaufen», so Weirather.

Nächstes Jahr sollen wieder Drohnen in die Luft steigen

Die fünfte DCL-Saison wird von den vorherigen abweichen. Vor allem, weil sie einzig über das Videospiel ausgetragen wird. Deshalb sei sie keinesfalls weniger spannend, betont der Plank-ner: «Ich glaube die Rennen werden dieses Jahr noch knapper ausfallen, weil im Spiel weniger Störfaktoren vorhanden sind. Es zählt allein die Leistung.» Ausserdem handelt es sich bei rund drei Viertel der diesjährigen DCL-Teilnehmer um neue Piloten, die sich diesen Platz über die schnellsten Zeiten im Spiel verdient haben. Im Vorfeld konnten sich 21 der besten 300 Anwärter in der Draft Selection für eines der sieben Teams empfehlen. Diese durften jeweils drei Kandidaten auswählen. Dabei erhielt jenes Team mit den wenigsten Punkten in der vergangenen Saison den Vorzug und entsprechend setzte sich das Prozedere fort, um für eine ausgeglichene Liga zu sorgen. Neben den sieben Quartetts wird an jedem Grand Prix eine Wildcard-Gruppe teilnehmen, wofür es eigene Qualifikationen gibt.  

Nicht nur die bevorstehenden Rennen beschäftigten Weirather, sondern ebenfalls die Erweiterung des Spiels. Unter anderem peilt das Team an, dass der im EU-Raum voraussicht-lich ab 2021 erforderliche «Drohnenführerschein» damit absolviert werden kann. Zudem sind weitere Strecken vorgesehen, sobald neue Destinationen in das DCL-Programm einfliessen. «Wir stecken bereits in den Vorbereitungen, damit wir auch nächstes Jahr einen vollen Terminkalender haben», berichtet der CEO. Dann soll die Drone Champions League hoffentlich wieder in physischer Form stattfinden, um den Fans in Vaduz sowie an den anderen Standorten wie gewohnt das Sausen der Drohnen samt LED-Spektakel zu bieten. (gk)


DCL-Rennen 2020 in Vaduz
Die Rennen der ersten virtuellen Drone Champions League am Samstag (18. Juli) und Sonntag (19. Juli) in Vaduz werden unter  www.twitch.tv/dronechampionsleague ab 16 Uhr übertragen. Die Finale sind jeweils auf 21.30 Uhr angesetzt. 

15. Jul 2020 / 20:53
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Master Cheng
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für den Film MASTER CHENG - CH VORPREMIERE, Samstag, 15. August, 21:00
06.08.2020
Facebook
Top