• Wohnen im Alter
    So könnte generationenübergreifendes Wohnen in Vaduz aussehen

Vaduz prüft neue Wohnformen

Wohnen im Alter ist ein Thema, mit dem sich Gemeinden und Städte zunehmend beschäftigen müssen. Daher hat auch Vaduz eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Generationenübergreifendes Wohnen könnte im Bereich Heiligkreuz stattfinden.
Vaduz. 

Angesichts dessen, dass die Menschen immer älter werden, gewinnt auch das Thema «Wohnen im Alter» immer mehr an Bedeutung. Der demografische Wandel sei in Vaduz bereits spürbar, sagte Bürgermeister Ewald Ospelt anlässlich der gestrigen Vorstellung einer Machbarkeitsstudie.

Die Gemeinde hat wie bereits Schellenberg, Triesen und Triesenberg am Projekt «Wohnen: barrierefrei – sozial – sicher» teilgenommen, das Formen des generationenübergreifenden Wohnens aufzeigt. Unterstützt wird es seitens der Majores Stiftung und der Caritatis Stiftung. Für die Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie wurde die Sano AG beauftragt.   Ihr Geschäftsführer Rainer Gopp und der Projektleiter Manfred Batliner könnten sich für Vaduz ein generationenübergreifendes Wohnen im Bereich Heiligkreuz vorstellen.

Verschiedene Dienste unterstützen individuell

«Um die Machbarkeitsstudie anzuschauen, haben wir uns für ein Grundstück gegenüber des Landesspitals entschieden, welches sich bis zum Giessen erstreckt», erklärte Batliner. Der öffentliche Verkehr, medizinische Versorgung und unterschiedliche Dienstleistungen wie Einkaufsmöglichkeiten sowie Freizeitangebote sind innert weniger Minuten erreichbar. «Dreiviertel dieses Grundstücks sind bereits im Besitz der Gemeinde», erklärte Ospelt. Für die letzte notwendige Parzelle seien die Gespräche im Gange. Die Machbarkeitsstudie sieht drei Gebäude vor, in denen sich jeweils 2 ½- oder 3 ½-Zimmer-Wohnungen befinden. Des Weiteren würde es in den Gebäuden eine Vielzahl an Dienstleistungen geben: Eine Kaffee oder Bistro, ein Mehrzweckraum für Veranstaltungen oder ein Fitness- und Wellnessbereich wären unter anderem realisierbar.

Um für die Sicherheit der Bewohner zu sorgen, würden die Wohnungen  mit neuester Technik ausgestattet sein. «Smart Home beinhaltet ein ausgeklügeltes Notrufsystem, das Anhand von Bewegungsmeldern beispielsweise einen Alarm auslösen kann», sagte Batliner. Es gäbe auch eine Gegensprechanlage mit Videobildern und mittels des Tablets könnten das Licht, die Raumtemperatur, der Fernseher oder das Radio sowie die Rollläden gesteuert werden. «Alles ist so konzipiert, dass die Wohnung ‹mitaltern› kann. Nach Belieben können Wände entfernt werden und selbstverständlich ist das gesamte Gebäude barrierefrei zugänglich», ergänzte Gopp.

Zudem gibt es einen Hauswart und Alltagscoach, der ebenfalls dort wohnt. «In unserem Beispiel ist dies Frau Büchel. Sie wohnt mit ihrem schulpflichtigen Kind im Haus und ist die Ansprechperson für Alltagsdienste», verdeutlichte Batliner. Frau Büchel würde die Bewohner zu Arztterminen begleiten, ihnen einen Nagel in die Wand schlagen oder beim Tragen der Einkäufe behilflich sein, um nur einige ihrer Dienste aufzuführen. Die verschiedenen Dienstleistungen könnten individuell gebucht werden. Im Alter wird die Wohnung zentral.

Wohnen im Alter

Vorstellung der Machbar­keitsstudie zu generationsübergreifendem Woh­nen im «Heiligkreuz» Vaduz am 24.09.2018, 19.00 Uhr im Rathaussaal Vaduz. Manfred Batliner, SANO AG, Bürgermeister Ewald Ospelt, Referntin Dr. phil. Marie Glaser, Leiterin ETH Wohnforum, Rainer Gopp und Manfred Batliner, SANO AG

Marie Glaser, Leiterin des ETH Wohnforums, verdeutlichte in ihrem Impulsreferat, weswegen das Wohnen für den Menschen so wichtig ist und warum es sich lohnt, sich bereits frühzeitig über Wohnformen im Alter Gedanken zu machen. «Jeder wohnt. Es ist etwas Essenzielles und gibt dem Menschen Sicherheit, Stabilität und trägt auch zur physischen und psychischen Gesundheit bei», sagte Glaser. Der Bewegungsraum eines Menschen wird in die Wohnung, das Umfeld und das Gemeinwesen unterteilt. Im Alter verkleinert sich dieser Raum massiv. Die Wohnung wird immer zentraler und sollte dementsprechend auch den Bedürfnissen im Alter gerecht werden. Solche generationenübergreifende Wohnformen sind laut Glaser deshalb sehr erfolgreich, weil sie Sicherheit bieten, das soziale Netzwerk halten oder gar ausbauen können und eine breit abgestützte Infrastruktur bereits vorhanden ist. (jka)

25. Sep 2018 / 08:13
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