• Zum Verzweifeln: Belinda Bencic verpasste in ihrem ersten US-Open-Halbfinal zu viele Chancen
    Zum Verzweifeln: Belinda Bencic verpasste in ihrem ersten US-Open-Halbfinal zu viele Chancen  (KEYSTONE/AP/CHARLES KRUPA)

Unglückliche Niederlage von Bencic

Belinda Bencics Lauf am US Open wird im Halbfinal gestoppt. Die 22-jährige Ostschweizerin verliert gegen die Weltnummer 15 Bianca Andreescu aus Kanada in 2:13 Stunden knapp 6:7 (3:7), 5:7.
Tennis. 

Die Niederlage war unnötig, weil die als Nummer 12 gesetzte Schweizerin in beiden Sätzen nahe am Sieg war. Bereits der Verlust des ersten Satzes war für Bencic äusserst ärgerlich. Sie hatte in drei verschiedenen Games - bei 2:1, 3:2 und 5:4 - insgesamt sechs Breakchancen, konnte aber keine nützen. Fast immer schlug Andreescu dabei gut auf, so auch bei einem Satzball, den sie am Ende mit einem Vorhand-Winner gewann. Im Tiebreak geriet Bencic gleich 0:5 in Rückstand, nach bereits 1:07 Stunden verlor sie im Duell der beiden Debütantinnen in einem Grand-Slam-Halbfinal den ersten Satz.

Im zweiten Satz begann die Schweizerin wesentlich effizienter. Nach Breaks zum 1:0, 4:1 und 5:2 stand sie nahe am Satzausgleich. Gab es im ersten Durchgang noch keinen einzigen Aufschlagverlust, hatten nun beide Spielerinnen grosse Mühe, ihre Servicegames durchzubringen. Die Müdigkeit war deutlich spürbar. Zwischen Viertelfinals und Halbfinal hatte es keinen Tag Pause gegeben, und der erste Satz hatte viel Kraft gekostet. Bencic brachte die 5:2-Führung aber nicht über die Runden. Bei 5:4 und 30:0 stand sie nur zwei Punkte vor dem Gewinn des zweiten Durchgangs.

Danach wendete sich das Blatt aber wieder. Die wesentlich effizientere Kanadierin gewann die letzten fünf Games und verdiente sich so ein Finalduell am Samstag mit Serena Williams, die ihren 24. Grand-Slam-Titel anvisiert. Bencic wehrte noch zwei Matchbälle ab, beim dritten brachte sie aber eine Vorhand unter Druck nicht mehr übers Netz.

Final zum Greifen nah

Die in Wollerau wohnhafte Ostschweizerin brauchte nicht sehr lange, um über die Niederlage hinwegzukommen. "Ich bin natürlich enttäuscht, wie nach jeder Niederlage. Der Final war zum Greifen nah", sagte sie. "Fünf Minuten ist man sehr niedergeschlagen. Aber mein Team hat mich schnell wieder aufgebaut. Insgesamt war es doch ein sehr gutes Turnier und eine schöne Erfahrung." Sie habe Mühe gehabt mit den Returns. "Ich konnte ihren Aufschlag schlecht lesen." Insgesamt sei es "ein grosser Kampf" gewesen. "Sehr taktisch. Bianca spielt sehr intelligent, und ich denke, ich kann auch intelligent spielen und die richtige Taktik finden."

Bencic fand, beide hätten gut gespielt. "Ich glaube nicht, dass die verpassten Chancen eine Frage der Nerven war. Bei den Breakbällen hatte ich ja nicht alles in meiner Macht, oft hat sie auch gut gespielt", stellte sie fest. Während des Spiels sei sie sich auch kaum bewusst, welche Runde es sei, ob Viertelfinal oder Halbfinal. "Ich kann mich nicht beklagen, oft habe ich solche Matches auch gedreht und gewonnen." Nicht diesmal.

Doch Belinda Bencic ist auf den Geschmack gekommen. Sie nimmt sich vor, in Zukunft konstant zu spielen und regelmässiger in Viertel- oder Halbfinals bei den Grand-Slam-Turnieren zu kommen. Es soll nicht wieder fünf Jahre dauern bis zum nächsten Viertelfinal. "Damit gibt man sich auch die Chance, noch weiter zu kommen. Du musst dem Glück auch eine Chance geben." Was noch fehlt, um als zweite Schweizerin nach Martina Hingis auch einmal ein Major-Event zu gewinnen, weiss Bencic auch schon. "Es ist nicht ein bestimmter Ball, den ich verbessern muss. Es sind die Details, die entscheiden. Ein Prozent bei der Fitness, beim Aufschlag oder im Mentalen, einfach bei allem macht den Unterschied." Die kleinen Details eben, die Bianca Andreescu besser gemacht hat als die Schweizerin.

Williams äusserst beeindruckend

Die erst 19-jährige Andreescu ist die Aufsteigerin der Saison. Die Tochter rumänischer Einwanderer startete das Jahr als Nummer 178 der Welt und steht nun als erst zweite Kanadierin nach Eugenie Bouchard (verlor den Wimbledon-Final 2014 gegen Petra Kvitova) in einem Grand-Slam-Final.

Williams gewann ihren Halbfinal gegen Jelina Switolina überlegen 6:3, 6:1. Nachdem die ersten zwei Games bereits über eine Viertelstunde gedauert hatten, brauchte die bald 38-jährige Amerikanerin nicht einmal mehr eine Stunde zum überzeugenden Sieg gegen die Weltnummer 5 aus der Ukraine. Williams beeindruckte mit ihrer unglaublichen Wucht, beging aber auch nur neun unerzwungene Fehler.

Wie üblich stellte sie damit wieder eine Reihe von Rekorden auf. Mit dem 101. Sieg in Flushing Meadows schloss sie zur US-Open-Rekordhalterin Chris Evert auf. Und die 19 Jahre und 382 Tage, die bis am Samstag zwischen Serena Williams' erstem Grand-Slam-Final (Sieg am US Open 1999 gegen Martina Hingis) und dem neusten vergangen sein werden, sind ebenfalls eine Bestmarke. Gut neun Monate später wurde ihre Final-Gegnerin vom Samstag, Bianca Andreescu, in Mississauga bei Toronto geboren. Gegen sie jagt Williams nun den wichtigsten Rekord. Mit einem 24. Grand-Slam-Titel würde sie zur noch alleine führenden Margaret Court aufschliessen. (sda)

06. Sep 2019 / 02:46
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