• Hier, vor der WM im Februar 2019 in Saalfeld, war Dominik Baldauf noch guter Laune
    Hier, vor der WM im Februar 2019 in Saalfeld, war Dominik Baldauf noch guter Laune  (KEYSTONE/APA/APA/BARBARA GINDL)

Brisante Verhandlung um Langläufer Baldauf

Der durch die "Operation Aderlass" überführte ehemalige österreichische Langläufer Dominik Baldauf wird vor Gericht in Innsbruck zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt.
Ski nordisch. 

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung meldeten Berufung an.

Der 27-Jährige gab zu, sowohl Blutdoping betrieben als auch Wachstumshormone eingenommen zu haben. Er sei in den Jahren 2016 und 2017 vom notorischen und chronischen Doper Johannes Dürr an die Praktiken herangeführt worden, sagte Baldauf. Von Dürr habe er auch die Kontaktdaten des überführten deutschen Sportmediziners und Dopingarztes Mark S. bekommen.

Mildernd wertete die Richterin Baldaufs Unbescholtenheit, sein Geständnis und die Schadenswiedergutmachung, als erschwerend die lange Zeitdauer, dass es mehrere Geschädigte gibt und dass Baldauf sowohl Blutdoping praktizierte als auch Wachstumshormon nahm.

In einem anderen Punkt gingen die Meinungen in der Gerichtsverhandlung stark auseinander. Die Staatsanwaltschaft warf Baldauf vor, er habe mit dem Sportbetrug auch seine Sponsoren getäuscht. Die Sponsoren hätten nicht gezahlt, wenn sie vom Doping gewusst hätten. Ganz anders sah dies naturgemäss der Verteidiger. Der Vertrag mit den Sponsoren sei erfüllt worden. "Er sollte langlaufen, und genau das hat er getan", sagte der renommierte Verteidiger Andreas Mauhart. Und er fügte Brisantes hinzu: Mitarbeiter sowohl des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) als auch der Skifirma hätten vom Doping gewusst. Damit habe es keine Täuschung gegeben.

Sollten die Behauptungen des Athleten respektive des Anwalts stimmen, würde dies ein systematisches, orchestriertes Doping im ÖSV bedeuten.

Baldauf war den Behörden im Zuge der "Operation Aderlass" bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld ins Netz gegangen. Dabei handelt es sich um Ermittlungen in einer internationalen Blutdopingaffäre, die im Februar 2019 in Seefeld sowie in Deutschland ans Licht gekommen ist. Die Liste der mutmasslich in den Skandal um den Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 21 Namen umfassen. (sda/apa)

14. Jan 2020 / 11:49
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