• Fabio Celestini für den FC Luzern bislang ein Glücksgriff
    Fabio Celestini für den FC Luzern bislang ein Glücksgriff  (KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Luzerns ungeahnte Qualitäten

Der FC Luzern vollzieht unter Trainer Fabio Celestini eine erstaunliche Wandlung. Die punktbeste Mannschaft der Rückrunde zeigt seit einiger Zeit ungeahnte Qualitäten.
Bern. 

Verfügt Luzerns Kader über die Qualitäten einer Top-Mannschaft? Eigentlich nicht. Die Resultate seit dem Jahreswechsel lassen aber anderes vermuten. Mit 23 Punkten aus zehn Spielen liegen die Luzerner im Jahresranking noch vor St. Gallen (22) und den Young Boys (17) an der Spitze. Am Mittwoch könnten im Schlüsselspiel gegen Servette die nächsten Big Points folgen.

Fabio Celestini, der im Februar den entlassenen Thomas Häberli auf der Trainerbank beerbt hat, gelang es ohne Anlaufzeit, das Optimum aus seinen Spielern herauszukitzeln. Goalie Marius Müller blieb der sichere Rückhalt, Lucas Alves ist als Abwehrchef noch eine Spur sattelfester geworden, Pascal Schürpf akzeptiert seine ungewohnte Rolle als Joker und Aussenbahnspieler mit vielen defensiven Aufgaben mit einer beispielhaften Einstellung, die jungen Lorik Emini und Marvin Schulz machen im defensiven Mittelfeld einen exzellenten Job, und im Sturm blüht Francesco Margiotta förmlich auf.

Mit am erstaunlichsten ist, wie stark sich die Luzerner unter dem neuen Coach in mentaler Hinsicht verbessert haben. Die Mannschaft tritt nun mit einer Geschlossenheit auf, mit der sich spielerische Defizite wunderbar kompensieren lassen. Es würde nicht überraschen, wenn die Luzerner am Mittwoch trotz der Ausfälle von Schwegler, Ndiaye und Ndenge auch aus Genf Zählbares mitnehmen, zumal sich Servette seit dem Neustart schwertut und in fünf Partien ohne Sieg geblieben ist. Ein Erfolg würde die Luzerner im Dreikampf um Platz 4 mit Servette und dem FC Zürich in eine noch günstigere Position bringen.

Derby in Bern

Im Meisterrennen müssen sich Basel am Mittwoch beim taumelnden FC Sion und Titelhalter YB zuhause gegen den FC Thun behaupten. Zwar spricht YBs Heimstärke (Erster mit 38 Punkten aus 14 Spielen) und Thuns Auswärtsschwäche (Letzter mit zehn Punkten aus 14 Spielen) im Derby klar für das Team von Trainer Gerardo Seoane. Gegen keine andere Mannschaft liessen die Stadtberner in jüngerer Vergangenheit aber mehr Federn als gegen den Kantonsrivalen.

15 Punkte knöpfte Thun den Young Boys in dessen zwei Meistersaisons und in der laufenden Spielzeit insgesamt ab. Liegt es an der Extra-Motivation gegen den grossen Nachbarn? Thuns Trainer hat eine andere Erklärung: "Wir wollen in jedem Spiel aktiv mitspielen. Gegen Mannschaften wie die Young Boys geht das besser als gegen andere." (sda)

08. Jul 2020 / 04:00
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