• Good luck symbols
    Symbole sollen helfen, das Glück herbeizuführen.  (Santje09)

Was alles zum Glück gehört

Um sein persönliches Glück zu finden, mischen zahlreiche Komponenten mit. Einige werden zur Verfügung gestellt, für andere ist jeder Einzelne selbst verantwortlich.

Der Mensch befindet sich ständig auf der Suche nach seinem Glück – sei es auf der Arbeit, während der Ausführung seiner Hobbys, in Beziehungen oder zu Hause. Jeder möchte glücklich sein. Doch lässt es sich nicht einfach so heraufbeschwören. Auch gibt es kein Rezept dafür. Denn das Glück weist individuelle wie auch universelle Komponenten auf, die miteinander harmonieren müssen. Einige sind im Kreis ihrer Familie glücklich, andere, wenn sie im Sport etwas erreicht haben, wenn sie gesund sind oder Geld gewonnen haben. Verschiedene Bereiche kommen hier zum Zug, und jeder Aspekt des Lebens ist betroffen. Diverse Symbole sollen die Suche unterstützen und Glück bringen. Dazu gehören etwa das vierblättrige Kleeblatt, das Schwein, Hufeisen, Korken und andere Gegenstände. 

Die Komponenten des Glücks

In Aarau geht die Ausstellung von der Entwicklungsorganisation Helvetas «Global Happiness» auf die Spurensuche nach dem Glück – und das auf der ganzen Welt. Das Glück sollte zu persönlichem, gemeinschaftlichem und globalem Wohl­befinden beitragen und weder der Umwelt noch anderen Menschen wie Generationen Schaden zuführen. Die Ausstellung soll zum Nachdenken über Zufriedenheit, Glück, Besitz und Nachhaltigkeit anregen. Die Ethnologin Nadja R. Buser hat die Ausstellung konzipiert. Im Studio von Radio SRF berichtete sie über die Suche nach dem Glück. Ihrer Ansicht nach habe das Glück zwei Komponenten: Den Zufall («Heute habe ich Glück gehabt») und das Wohlbefinden («Ich bin glücklich») – also eine kurz- und langfristige Komponente.

Wenn sie die Menschen auf der Strasse nach dem persönlichen Glück fragen, würden sich die Antworten auf die Lebensqualität beziehen. «Abgesehen vom individuellen Aspekt beeinflussen auch die gegebenen Rahmenbedingungen, wie glücklich ich bin», erzählt sie im Gespräch. Das Glücklichsein ist ein universelles Bedürfnis, jedoch werden gemäss Nadja Buser je nach Herkunft verschiedene Aspekte anders gewichtet. Darum wird auch in der Glücksforschung – in der unter anderem versucht wird, das Glück statistisch zu erfassen – nicht der Inhalt, sondern das Ausmass von Glück anhand einer Skala gemessen. 

Dass sich die Schweiz auf solchen Skalen weit vorne befindet, liege gemäss der Ethnologin darin begrün-
det, dass sich die Schweizer wahrscheinlich nicht wagen, etwas anderes, als glücklich zu sein, zu behaupten. «Vielleicht weil wir wissen, dass wir so viel haben und die Rahmenbedingungen in vielerlei Hinsicht gut sind. Trotzdem hat man meist das Gefühl, dass die eine oder andere Komponente für das perfekte Glück noch fehlt.» Je nachdem, welche Glücksforschung man gerade zur Hand nehme, gebe es einige Länder in Lateinamerika, in denen die Einwohner zwar wirtschaftlich betrachtet weniger als typisch wohlhabende Länder besässen, aber dennoch glücklicher seien. Man spricht dabei vom Lateinamerikanischen Paradox. «Das führt man oft auf die Qualität der sozialen Beziehungen zurück», erläutert Nadja Buser und betont auch, dass dies auf die Menschen in ganz armen Ländern, in denen die Grundbedürfnisse nicht gedeckt sind, nicht zutreffe. Also spielten das Sozial­leben, die Rahmenbedingungen wie auch die Grundbedürfnisse eine ­wesentliche Rolle. In Costa Rica beispielsweise seien die Rahmenbe­dingungen einigermassen gut ausgebildet, aber die Qualität der sozialen Netzwerken sind deutlich besser und stärker. Dabei ist festzuhalten, dass dies eher Tendenzen seien. 

Weiter wird auch der Frage nach dem Glück in Bezug auf den ökologischen Fussabdruck nachgegangen. Auch da liegt Costa Rica weit vorne. Das Land hinterlässt wirtschaftlich gesehen einen kleineren Fussabdruck als die Schweiz. «Die Orientierung an der Familie und der Gemeinschaft ist dort grösser als in anderen Ländern. Wichtig ist  das Lebensgefühl ‹Pura Vida›. Man versucht, entspannter und lockerer durch das Leben zu gehen», begründet Nadja Buser. Zudem sei die Sicherheit im Land gegeben, die Lebenserwartung hoch, die Wirtschaft stabil und die Bildung, also die dafür wichtigen Faktoren, gewährleistet. Es gebe zwar durchaus eine höhere Armut als in der Schweiz, doch befinde sich die Bevölkerung in Costa Rica nicht an der unteren Armutsgrenze. 

Ein Messfaktor für den Staat

Das Bruttonationalglück (BNG) gewichtet das Wohlbefinden der Bevölkerung höher als das reine Wirtschaftswachstum. Wenn es um den BNG geht, mischt Bhutan weit vorne mit, obwohl das Land gegen eine hohe Kriminalitätsrate ankämpft. Die Kultur und Nachhaltigkeit nimmt in dem Land einen grossen Stellenwert ein, was zu einem hohen BNG führt. Laut der UNO ist Glück ein nachhaltiger Indikator. Der Staat könne mit einer stabilen Regierung, einer aktiven Zivilgesellschaft und weiteren Bedin-
gungen für die individuelle Komponente, die er zur Verfügung stellt, zum Glück der Bevölkerung beitragen. Nach den Erläuterungen von Nadja Buser ist jeder Mensch zu 50 Prozent für sein eigenes Glück verantwortlich. «Der materielle Wert ist rasch erreicht, wenn es um das Glücksempfinden geht», meint sie. Ihrer Ansicht nach habe das Materielle in der Schweiz noch eine zu grosse Gewichtung. Es ist nicht einfach, doch durchaus sinnvoll, seine Prioritäten anders zu gewichten. Der Mensch geht nicht als Einzelgänger durch die Welt, sondern tangiert das Glück anderer. 

Leidenschaft und Träume

Die Autorin Silvia Aeschbach porträtierte elf Menschen, die sich auf ihre individuelle Art glücklich schätzen – auch wenn sie von Schicksalsschlägen nicht verschont blieben. Für das Glücklichsein spielen für einige ­Porträtierten ihre Leidenschaften, denen sie über Jahre hinweg nachgegangen sind, eine zentrale Rolle. 
Andere leben ihre lang gehegten Träume aus oder lassen sich in glückliche Zeiten zurückversetzen. Dabei spielt die körperliche Anstrengung wie auch die Verfassung und das Alter keine Rolle. Das Fazit, welches die Autorin aus den Begegnungen mit den Menschen zieht, lautet, dass die meisten entdeckten, dass man zum Glücklichsein einen grossen Beitrag selbst leisten muss. Dieser ist oft grösser, als man annehme.

Vitamin D von der Sonne

Zum persönlichen Glücksgefühl kann auch das Vitamin D einen Beitrag leisten. 90 Prozent des Bedarfs werden mithilfe des Sonnenlichts im Körper gebildet. Darum hängt das Wohlbefinden und die Gesundheit laut «Die Welt» mit dem UVB-Licht der Sonne zusammen. Zu-
dem können fetthaltige Fische wie Hering oder Makrele die Produktion fördern. In deutlich geringerem Masse enthalten auch Leber, Pilze und Eigelb Vitamin D. Das fettlösliche Vitamin stärkt die Knochen und Zähne und soll gemäss «Die Welt» auch als Schutzfaktor gegen Dia­betes, Osteoporose, Krebs und ­­verschiedensten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken. Neben seiner Wirkung auf den Körper des Menschen ist Vitamin D aber auch für das psychische Empfinden wichtig. Das wiederum ist relevant für das persönliche Glück, das man sich selbst verschaffen kann. (ms)

09. Jun 2019 / 00:00
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