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Unterschätzter Notgroschen

«Spare in der Zeit, dann hast du in der Not», lautet ein Sprichwort, das sich nun, in Krisenzeiten, für viele bewährt. Warum ein Notgroschen wichtig ist.
Geldsorgen beeinträchtigen das Denkvermögen. Das wollen zumindest amerikanische Wissenschafter vor einigen Jahren herausgefunden haben. Und – dem stimmt wohl jeder zu – ohne Geldsorgen schläft es sich besser.
 
Mit einer Krise diesen Ausmasses hat keiner gerechnet und so trifft die Corona-Pandemie die Welt völlig ­unvorbereitet – auch finanziell. Wer unerwartet seinen Job bzw. sein Unternehmen verliert oder plötzlich mit weniger Lohn auskommen muss, hat mit Existenznöten zu kämpfen. Gut, wenn man nun auf einen Notgroschen zurückgreifen kann.
 
Wie wichtig so ein Notgroschen ist, wird so manchem aber erst jetzt bewusst. Und auch wenn man aktuell nicht jeden Rappen umdrehen muss, kommt man ins Grübeln. Immerhin lässt sich nicht alles im Leben planen und da ist es gut, wenn man abgesichert ist. Um sich ein Finanzpolster für schlechte Zeiten aufzubauen, heisst es: sparen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Während man sein hart verdientes Geld in der Regel gern unbewusst ausgibt, ist das Sparen ein bewusster Akt. Oft muss man dafür auch Einschränkungen in Kauf nehmen. So ist Sparen gerade bei einem geringen Einkommen eine Herausforderung. 
 
Ist-Situation ermitteln 
Bevor es ans Sparen geht, sollte man ermitteln, wie viel Geld einem überhaupt monatlich zur Verfügung steht. Eine klassische Gegenüberstellung aller Einnahmen und Ausgaben ist da hilfreich. Wer ausserdem seine unnötigen Ausgaben kennt, weiss, wo er sich im Alltag einschränken kann. Mittlerweile gibt es zahlreiche Apps, die einem die Führung eines Haushaltsbuchs erleichtern.
Eine gute Möglichkeit, um sich einen Überblick über die Einnahmen und vor allem die Ausgaben zu verschaffen, ist die japanische Kakebo-Methode, eine einfache Form der Haushaltsführung. Dabei werden die monatlichen Ausgaben in vier Kategorien eingeteilt:
 
  • «Überleben»: das sind notwendige Ausgaben wie Miete, Essen oder Transportkosten.
  • «Kultur»: darunter fallen Kinobesuche, Bücher oder Magazine.
  • «Optional»: hier gehört alles rein, was man sich so gönnt, wie zum Beispiel shoppen, Restaurantbesuche, Events und so weiter.
  • «Extra»: in diese Kategorie gehört alles, was unregelmässig anfällt, wie Geburtstagsgeschenke oder unerwartete Reparaturen.

Mit dieser Methode bekommt man bald ein Gefühl dafür, wo man sich im Alltag kurz- und langfristig einschränken kann.
 
Szenarien kalkulieren 
Allgemein wird empfohlen, drei bis sechs Netto-Monatsgehälter auf die Seite zu legen. Damit lassen sich kurzfristige Einnahmeausfälle oder unvorhergesehene Aufwände gut überbrücken. Wer sich einen Notgroschen anlegen möchte, sollte sich aber auch um das Worst-Case-Szenario Gedanken machen: Wie lange reichen die Geldreserven, wenn ab sofort die Einnahmen wegfallen, die Ausgaben aber normal weiterlaufen? Dieses Szenario gilt es nicht nur privat zu überdenken. Gerade für Freiberufler ist ein Finanzpolster für den Job besonders wichtig. Leider wird das berufliche Existenzrisiko gern unterschätzt. Ein Grund, weshalb die derzeitige Krise viele Unternehmer hart trifft.
 
Sich nicht in Sicherheit wiegen
Wer über ein finanzielles Polster verfügt, sollte nicht den Fehler machen und sich darauf ausruhen. Es ist ratsam, seine Reserven und Anlagen regelmässig zu prüfen und auf die aktuelle Lebenssituation anzupassen. Wurde der Notgroschen einmal angegriffen – wofür er ja auch da ist – sollte er rasch wieder aufgefüllt werden. Denn wir wissen: «Sparst du in der Zeit, hast du in der Not.» (sms)

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16. Mai 2020 / 19:38
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