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Träumen Androide nachtsvon elektrischen Schafen?

Momentan mähen viele noch selbst den Rasen, aber längst nicht mehr jeder. Roboter gehören immer mehr zu unserem Alltag, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.

Die Anfänge der Robotik lassen sich bis in die hellenistische Zeit zurückverfolgen, als sich Heron von Alexandria mit einer Wasserorgel beschäftigte. Im 13. Jahrhundert verfasste der arabische Ingenieur Al-Dschazari das «Buch des Wissens von sinnreichen und mechanischen Vorrichtungen», indem er bereits von humanoiden Automaten spricht. Auch von Leonardo Da Vinci sind Androiden-Skizzen aus dem 15. Jahrhundert bekannt. Für längere Zeit blieben viele der beschriebenen Apparaturen ein reines Gedankenkonstrukt, da die Technik noch nicht so weit war. Um 1740 baute der französische Ingenieur Jacques de Vaucanson einen flötenspielenden Automaten und eine mechanische Ente. Letztere bestand aus 400 beweglichen Einzelteilen, sodass sie mit den Flügeln flattern, schnattern und Wasser trinken konnte.

Aufschwung für die Wirtschaft
Für die Industrie wurden Roboter gegen Mitte des 20. Jahrhunderts interessant. Den Startschuss hierfür setzten die Amerikaner Joseph Engelsberger und George Devol, als sie 1960 den weltweit ersten Robotikhersteller gründeten. Ein Jahr später schweisste ihr Industrieroboter Unimate bei Ford bereits die Karosserien. Seither hat sich viel auf dem Gebiet getan. Inzwischen gehören Roboter nicht nur auf der Arbeit, sondern auch in den eigenen vier Wänden zum Alltag. Was früher bloss Konzepte waren, wird allmählich Realität. Selbstfahrende Autos verkehren auf den Strassen und Online-Bestellungen werden per Drohne nach Hause geliefert. In den letzten Jahren haben künstliche Intelligenzen ebenfalls drastisch zugelegt, sodass virtuelle Assistenten immer mehr Einzug erhalten.

Eine hilfreiche Hand
Jeder kann sich unter einem Roboter etwas vorstellen. Allerdings ist es nicht so einfach, all die verschiedenen Apparaturen unter einen gemeinsamen Kontext zu fassen. Selbst der Pionier Joseph Engelsberger hatte Mühe damit, weshalb er einmal sagte: «Ich kann einen Roboter nicht definieren. Aber ich erkenne einen, wenn ich ihn sehe.» Um ein weitreichendes Gebiet banal zusammenzufassen, beschäftigt sich die Robotik mit der Herstellung von Maschinen. Entsprechend den Befehlen, die sie erhalten, gehen sie einer bestimmten Tätigkeit nach. Bei der Robotik treffen Mechanik, Elektronik und digitale Informationstechnik aufeinander, was die Programmierung sowie Koordination der verschiedenen Komponenten zu einer abwechslungsreichen Herausforderung macht.

Mit Robotern geht vielfach eine Erleichterung fürs Leben einher, indem sie den Menschen unangenehme Lasten abnehmen. Statt selbst den Staubsauger in die Hand zu nehmen, rollt ein Roboter durch die Wohnung und eine Sprachansage an den virtuellen Assistenten ersetzt das Kritzeln auf den Notizblock. Von der Altenpflege über die medizinische Versorgung und den Unterhaltungssektor gehören sie  immer mehr zu unserem Alltag. Ein Roboter muss nicht mehr zwingend eine physische Maschine sein, die in der Industrie anpackt. Vielmehr deutet sich der Trend zu künstlichen Intelligenzen an, welche durch Repetition immer besser in ihren Aufgaben werden. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Applikation «WienBot», welche sowohl schriftliche als auch mündliche Fragen zu Österreichs Hauptstadt beantwortet.

Viele Herausforderungen
Obwohl Roboter häufig nützlich sind, bringen sie – wie jeder technologische Fortschritt –  genauso Schattenseiten mit sich. Einerseits sinkt die Hemmschwelle, wenn man sie aus sicherer Distanz, so als ob man vor einem Computerspiel sitzt, in Kriegsgebiete schickt. Andererseits ist eine der wohl bekanntesten Ängste in dieser Hinsicht, dass Menschen durch den Einsatz von Robotern ihre Arbeitsplätze verlieren. Mit dem technologischen Fortschritt tauchen viele offene Fragen auf. Gerade in rechtlicher Hinsicht wird diskutiert, wer für die Schäden von autonomen Robotern haftet. Vergangenes Jahr verkündete das Europäische Parlament in einer Stellungnahme, dass es langfristig die Schaffung von «elektronischen Personen» erwägt, die sich für ihre Taten vor Gericht verantworten müssten. Eine ethische Auseinandersetzung mit Robotern findet ebenfalls in der Science-Fiction statt. Unter anderem setzt sich der amerikanische Autor Philip K. Dick damit auseinander, ob eine Maschine mit Stromleitungen und Programmzeilen einen freien Willen entwickeln kann. Dass Roboter sich gegen den Menschen erheben, bleibt vorerst eine Vorstellung der Fiktion. Für den Moment lässt sich einzig festhalten, dass Roboter zur zeitgenössischen Kultur gehören. (gk)

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21. Okt 2018 / 00:00
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