•  (iStock)

Roboter als Freund und Helfer

Sei es in der Freizeit oder bei der Arbeit: Täglich helfen uns Roboter bei verschiedenen Aufgaben, die anstehen. Vielfach sind sie eine Erleichterung fürs Leben. Im Interview setzt sich ETH-Professor Bradley Nelson für eine kollaborative Beziehung zwischen Menschen und Robotern ein.

Bradley Nelson: Es gibt verschiedene Arten von Robotern. Wie lassen sich diese alle unter einen Hut bringen? 
Sie haben Sensoren, eine künstliche Intelligenz und sind darauf programmiert, in ihrem Umfeld eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen. 

Damit geht grundsätzlich eine Erleichterung für uns einher.
Roboter können Orte wie den Mars aufsuchen, die für Menschen zu gefährlich sind. Sie helfen uns dabei, das Universum zu entdecken. Es ist überaus inspirierend, was für wertvolle Informationen wir dank ihnen bereits sammeln konnten. 

Was für Leistungen haben Roboter in den letzten Jahren erbracht?
Es gibt selbstfahrende Fahrzeuge, die Hunderte Kilometer ohne Unfall fahren. Auch Drohnen kommen in verschiedenen Gebieten lukrativ zum Einsatz. Beeindruckend ist ebenfalls der Einsatz von Robotern in der Chirurgie. Inzwischen wurden über fünf Millionen Operationen mit ihrer Unterstützung durchgeführt, wobei sie von Experten beaufsichtigt waren. Damit kann Geld gespart und den Patienten geholfen werden.

So nützlich Roboter auch sind: Sie bleiben keinesfalls fehlerfrei.
Dadurch, dass Roboter zu unserem Alltag gehören, sehen wir sie auch Fehler machen – genauso wie diese Menschen passieren.

Welche Rolle spielt die Moral?
Bislang hat niemand eine Lösung gefunden, wie sich ethische Grundsätze programmieren lassen. Zudem ist man Jahrzehnte davon entfernt, dass Roboter einen freien Willen haben können. Eine Maschine macht nur das, was ihr aufgetragen wird. Insofern ist der Schöpfer dafür verantwortlich, wenn sein Roboter ein Verbrechen begeht. 

Die Maschinen halten immer mehr Einzug in unseren Alltag.
Automatische Staubsauger und Rasenmäher weisen darauf hin, dass Roboter uns fortwährend eintönige Aufgaben abnehmen können, für welche dem Normalbürger menschliche Arbeitskräfte zu teuer sind. 

Viele Menschen fürchten sich davor, dass ihr Job zukünftig von einer Maschine übernommen wird. 
Solche Ängste existieren schon seit vielen Jahren. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass Maschinen die Arbeitsplätze verbessern. Indem sie Aufgaben erledigen, welche sich ständig wiederholen und wo Automatismen vorhanden sind, können Angestellte den Fokus auf anspruchsvollere Tätigkeiten legen. Roboter schnappen niemandem die Anstellung weg, sondern schaffen neue und interessante Berufe, was für mehr Produktivität sorgt. Genauso lässt sich allmählich ein Trend zu kollaborativen Robotern feststellen, welche mit den Menschen harmonisch zusammenrbeiten.

In welchen Belangen heben sich Menschen von Robotern ab?
Maschinen hängen von eindeutig formulierten Vorgaben ab, weshalb Menschen leichter mit Ungewiss-heiten klarkommen. Grundsätzlich können wir Situationen besser beurteilen und eine angemessene Entscheidung treffen. Wenn etwas schiefgeht, können wir schneller reagieren und die Probleme effizienter beheben. In diesen Belangen sind Menschen definitiv belastbarer. Zudem haben Roboter gewisse Mühe, sobald es um Körperkontakt geht. Hier muss mit der Technik äusserst vorsichtig umgegangen und vorab müssen zahlreiche Experimente durchgeführt werden, um ihre Grenzen aufzuzeigen. Immerhin soll niemand zu Schaden kommen. Ausserdem sind sie immer nur so gut wie ihre Programmierung.

Wo werden Roboter zukünftig vermehrt zum Einsatz kommen?
Ein spannendes Einsatzgebiet ist bestimmt die Altenpflege, wie es schon in Japan passiert. Dort sorgen Roboter dafür, dass die Älteren ihre Unabhängigkeit länger behalten können. Genauso dürften im Transportwesen die Roboter vermehrt zunehmen. Sie werden auch immer häufiger unter Wasser eingesetzt, um die unerforschten Gebiete der Meere zu erkunden. Das grösste Wachstum erwarte ich allerdings im medizinischen Bereich. Mein Institut und andere Forschungseinrichtungen sind sehr darum bemüht, anhand mikrobiologischer Roboter die Gesundheitsvorsorge zu verbessern.

Das Thema ist relativ weitläufig und tangiert viele Schnittstellen. Welche Botschaft möchten Sie den Lesern als Zusammenfassung mit auf den Weg geben?
Roboter werden immer besser darin, spezifische Aufgaben zu lösen. Allerdings lässt sich mit ihnen nicht jedes Problem lösen. Wir sind weit davon entfernt, dass Roboter allgemeine Zusammenhänge erfassen könnten. Viele Probleme, die sich einfach anhören, sind bei nährerer Betrachtung weitaus komplexer als man meint. Über Nacht wird es keine drastischen Fortschritte geben. Wir sollten uns darauf einstellen, dass Roboter zu unserem Alltag gehören und ihre Hilfe annehmen. (gk)

Zum Thema

Es gibt da dieses Video von einem Roboter, der einen Salto schlägt. mehr...

Zum Thema

Momentan mähen viele noch selbst den Rasen, aber längst nicht mehr jeder. Roboter gehören immer mehr zu unserem Alltag, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg. mehr...
21. Okt 2018 / 00:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
Meistgelesen
13. Dezember 2018 / 13:23
09. Dezember 2018 / 00:00
13. Dezember 2018 / 06:30
02. Dezember 2018 / 00:00
Aktuell
13. Dezember 2018 / 13:23
13. Dezember 2018 / 06:30
13. Dezember 2018 / 05:00
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
12.12.2018
Facebook
Top