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Mythos Menstruation

Geht es um die Menstruation, wissen überraschend viele kaum darüber Bescheid. Dafür ranken sich umso mehr Mythen rund um die Monatsblutung.

Die Menstruation ist weltweit ein Tabuthema. Kein Wunder also, ranken sich darum allerhand Myhten. Wir haben zwölf  davon aufgegriffen und kurz erklärt:

Die Regelblutung führt zu Eisenmangel.
Das stimmt bedingt. Allerdings liegt das nicht nur an der Blutung selbst, sondern an der Häufigkeit. Frauen bluten heute häufiger und länger als ihre steinzeitlichen Vorfahren. Da für die Produktion des Blutes Eisen benötigt wird, leiden Frauen tatsächlich häufiger an Eisenmangel. Der reguliert sich jedoch bei gesunder Ernährung von selbst.


Die Periode dauert 28 Tage und die Blutung eine Woche.
Je nach aktuellen Lebensumständen und von Frau zu Frau variiert die Länge der Periode und die Dauer der Blutung. So kann zum Beispiel eine Erkältung oder Stress die Dauer der Periode verlängern. 

Vor der Regel lagert der Körper Wasser ein.
Wassereinlagerungen sind tatsächlich ein typisches Zeichen, dass die Monatsblutung bevorsteht. 

Der Zyklus von Frauen kann sich synchronisieren.
Das stimmt tatsächlich. Es ist bekannt, dass Frauen von Urvölkern zur selben Zeit ihre Blutung haben (meist während des Neumonds). Auch bei Freundinnen oder unter Kolleginnen im Büro kann sich die Regel synchronisieren. Allerdings nur, wenn keine ein hormonelles Verhütungsmittel nimmt.

Wenn Frau ihre Tage hat, ist sie schlecht gelaunt.
PMS – Prämenstruelles Syndrom – nennt man es umgangssprachlich, wenn Frauen vor ihrer Regelblutung schlecht gelaunt sind. Das liegt vorwiegend an den Hormonschwankungen und wird durch Stress und klassische Zivilisationssünden noch begünstigt, wie zum Beispiel Koffein, Alkohol, Nikotin oder zu wenig Bewegung. 


Während der Regelblutung hat man mehr Lust auf Süsses.
Auch dieser Mythos stimmt. Schuld daran sind ebenfalls die Hormone. Wenn der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt, schwindet auch das Glückshormon Serotonin. Den Mangel will der Körper mit Heisshunger­attacken ausgleichen. 

Während der Blutung ist man anfälliger für Infektionen.
Das stimmt. Denn während der Blutung ist der Muttermund geöffnet. Zudem steigt der pH-Wert durch das Blut in der Vagina an. Krankheitserreger können sich so leichter einen Weg hinein bahnen.

Während der Blutung kann Frau nicht schwanger werden.
Das stimmt in der Regel, denn während der Blutung kann kein Eisprung stattfinden. Es gibt jedoch Frauen, mit einem sehr kurzen Zyklus. Da Spermien ausserdem einige Tage überleben können, kann es sein, dass aufgrund des Geschlechtsverkehrs während der Periode kurz danach eine Schwangerschaft entsteht.

Menstruationsblut ist normales Blut.
Jein. Grundsätzlich ist Blut gleich Blut. Das Menstruationsblut besteht zudem aus Wasser, Eiweiss, Zellen der Gebärmutterschleimhaut, Immunzellen, Vaginalflüssigkeit und vaginalen Milchsäurebakterien. Das ist völlig ungiftig und ungefährlich. Allerdings können auch mit dem Menstruationsblut Krankheiten wie HIV oder Hepatitis übertragen werden.

Während der Periode ist Sport tabu.
Grundsätzlich gibt es nichts, das gegen Sport während der Periode spricht. Manchen Frauen hilft die Bewegung sogar gegen die Krämpfe.

Wenn die Blutung ausbleibt, ist Frau schwanger.
Eine Schwangerschaft bedeutet für den Körper eine grosse Belastung. Nicht immer ist Frau physisch oder psychisch dafür bereit. So ist es nicht ungewöhnlich, dass die Monatsblutung bei Stress ausbleibt. Auch Leistungssportler kennen das Phänomen.

Tampons können verloren gehen.
Nein. Anatomisch ist es nicht möglich, dass ein Tampon in der Vagina «verloren» geht. Es kann jedoch sein, dass er irgendwie stecken bleibt oder der Bändel abreisst. Dann hilft der Frauenarzt weiter. Keinesfalls sollte der Tampon in der Vagina gelassen werden! (sms)

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17. Feb 2019 / 00:00
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