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    Ob vegan oder nicht – auf die Nährstoffe kommt es an und ob man sich gesund ernährt.  (knape)

Jedem sein Essen

Nahrungsmittel zu sich zu nehmen ist heute viel mehr als einfach nur «essen». Es hat mit der Lebenseinstellung zu tun, setzt Trends und sorgt für Gesprächsstoff.

Unzählige Ernährungsweisen sind im Umlauf. Oft spielt die Gesundheit oder Ethik eine Rolle wie auch der bewusstere Konsum von Lebensmittel. Die einen möchten weg von tierischen Produkten, während andere ausschliesslich auf hochwertige Nahrungsmittel, wozu auch Fleisch gehört, zurückgreifen. Am weitesten verbreitet und bekanntesten sind hierzulande wohl die Flexitarier (verzichten hin und wieder bewusst auf Fleisch), Vegetarier und Veganer. Äussert man sich als Vegetarier oder Veganer, folgt meist darauf die Frage, was man nun esse und was nicht. Bei den Vegetariern gibt es verschiedene Abstufungen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Vegetarier kein Fleisch isst. Je nach Abstufung wird das eine oder andere tierische Produkt weggelassen, aber nicht komplett darauf verzichtet. Dagegen verfolgt der Veganer eine striktere Linie. Bei ihm kommen keine tierischen Produkte auf den Tisch. Der Veganismus greift meist auch in den Lebensstil ein: kein Leder, keine Wolle oder Daunen und Weiteres. «Im derzeitigen Trend zur puren Pflanzenkost entdecken viele eine nachhaltige Ernährungsform für Gesundheit und Natur, während andere darin einen totalen Verzicht auf alles Tierische auf dem Teller sowie auch Kleidung und Bedarfsartikel sehen», berichtet Astrid Meier, diplomierte Ernährungsberaterin SHS. Zudem erzählt sie, dass die heutige Ernährung viele krank mache. «Für Menschen in allen Altersklassen ist Ernährung sehr wichtig, um den Körper optimal mit allen Nähr- und Vitalstoffen zu versorgen. Denn die Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie die körperliche und geistige Entwicklung hängt massgebend davon ab.» Eine vegane Ernährung brauche Wissen und Erfahrung, sonst könne sie zu schweren Mangelsymptomen führen. Vor allem Kinder, aber auch Schwangere und ältere Menschen können rasch solche aufweisen, da sei eine Beratung von einer Fachperson vorab sinnvoll. Astrid Meier verweist dabei auf Pascal Müller, einen Arzt am Kinderspital St. Gallen: «Zu viel ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchte führen dazu, dass sich der Magen schnell füllt und der Hunger vergeht, der Körper aber später daraus keine Energie erzeugen kann. Experten sprechen von einer geringen Energiedichte der Nahrung, die in der Wachstumsphase nicht ausreicht, um den Kalorien und Nährstoff- und Vitalstoffbedarf zu decken.»

14 Prozent verzichten bewusst auf Fleischprodukte
Der Anteil an Veganer in der Schweiz wächst. Mittlerweile ernähren sich 3 Prozent der Schweizer Bevölkerung auf diese Weise. Eine Umfrage von Swissveg im Jahr 2017 hat ergeben, dass der grösste Anteil der Veganer seit etwa zwei Jahren auf tierische Produkte verzichtet. Die Vegetarier leben meist schon zwischen 11 und 30 Jahre fleischlos. Generell hält die Studie fest, dass Männer tendenziell mehr Fleisch konsumieren als Frauen. Umso mehr überrascht das Ergebnis, dass bei den Veganern der Prozentanteil an Männern (mit 60 Prozent) höher liegt als bei den Vegetariern (30 Prozent). Betrachtet man das Alter, fällt auf, dass vor allem die 15- bis 34-Jährigen dem Fleischkonsum den Rücken kehren. Vegetarier, Veganer und Flexitarier gewinnen alle an Anteilen. Am meisten Prozentpunkte legten die Veganer zu, die zudem den kleinsten Teil der Gruppe ausmachen. Von den 55- bis 74-Jährigen bezeichnen sich 71 Prozent als Fleischesser. 14 Prozent der Bevölkerung verzichten bewusst auf Fleischprodukte. Die Flexitarier machen 17 Prozent aus. 

Ein gesunder Lebensstil
Oft steht die Frage im Raum, wenn es um den Veganismus geht, ob der Körper ohne tierische Produkte alle Nährstoffe erhält, die er benötigt. «Auch Menschen, die alles essen und sich nicht vegan ernähren, weisen Mangelerscheinungen auf und ernähren sich ungesund», erläutert die diplomierte Ernährungsberaterin Eliane Vogt. «Es gibt durchaus Spitzensportler, die sich vegan ernähren, sie nehmen einfach genügend pflanzliche Eiweisse zu sich.» Darum empfiehlt sie, sich im Vorfeld gut darüber zu informieren. Die Qualität spiele dabei eine entscheidende Rolle – auch bei Ersatz- und Fertigprodukten. Weiter rät sie, auf pflanzliche Eiweisse zurückzugreifen, die vor allem in Hülsenfrüchten oder Haferflocken stecken. «Zudem fördert Vitamin C die Aufnahme von Eisen», ergänzt sie. Omega-3-Fettsäuren sind beispielsweise in Lein-samen- oder Rapsöl enthalten. «Das Vitamin B12 aber kommt ausschliesslich in tierischen Eiweissen vor. Jedoch weisen auch Menschen diesen Mangel auf, die nicht vegan leben», erläutert Eliane Vogt. Doch müsse nicht zwingend ein Mangel vorliegen, darum sollte dies erst abgeklärt werden. Dazu rät sie ganz im Allgemeinen, vor allem wenn man erst kürzlich die Ernährung umgestellt hat. Schliesslich bedeutet vegan nicht automatisch, dass man sich gesund ernährt. «Wer viel Brot, Fertiggerichte und Süssigkeiten zu sich nimmt, lebt nicht gesünder. Die richtige Ernährung macht es aus. Vegan ist eine Lebenseinstellung.» Sich plötzlich vegan zu ernähren, brauche keine besondere Umstellung. Es sei eine Einstellungssache und brauche das Gespür, was gesund für einen ist. (ms)

18. Jan 2020 / 21:58
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