•  (iStock)

Gewissensfragen im Alltag: Darf man das?

Gerade bei kleinen alltäglichen Dingen ist man sich nicht immer sicher, ob die getroffene Entscheidung auch die richtige war. Gern möchten wir glauben, dass es so ist. Oft nagen Zweifel an unserem Gewissen.

Wir werden täglich mit einer Reihe von moralischen Fragen konfrontiert. Meist sind es kleine Dinge, von denen wir annehmen, dass sie keine grossen Auswirkungen haben. Irgendwie plagt uns dann doch das schlechte Gewissen und wir fragen uns: Darf man das überhaupt? 

Eine Auswahl an Gewissensfragen, die wir uns im Alltag regelmässig stellen:

Fertigprodukte essen
Wie bei so vielen Dingen im Leben macht hier die Dosis das Gift. Hin und wieder eine Fertigpizza oder einen Burger zu verdrücken, ist kein Problem. Allerdings sollte man sich ein paar Gedanken machen, wenn der tägliche Ernährungsplan lediglich aus schnellem Essen aus der Tiefkühltruhe oder der Theke besteht. Ein Kochkurs oder der Besuch bei einer Ernährungsberatung wäre sicher eine gute Idee. 

Über Gleichberechtigung lachen
Über Humor lässt sich bekanntlich streiten. Wer jedoch über das Thema Gleichberechtigung lacht, hat einige wesentliche Dinge nicht verstanden.

Es sich gut gehen lassen, wenn es anderen schlecht geht
Ja, unbedingt! Immerhin kostet es viel Kraft, für andere dazusein. Da braucht es mal eine Pause, um abzuschalten und die eigenen Energien aufzutanken. Allerdings sollte man dabei taktvoll sein und es anderen, denen es gerade nicht so gut geht, nicht unter die Nase reiben.

Mineralwasser in PET-Flaschen kaufen
Plastikmüll stellt aktuell eines der grössten Umweltprobleme dar. Seit 1950 wurden über 8 Milliarden 
Tonnen Kunststoff erzeugt, der unsere Umwelt als Müllinseln im Meer oder in Form von Mikroplastik belastet. Daher gilt es, wenn möglich, Plastikmüll zu vermeiden. Mineralwasser wird meist in Einwegflaschen verkauft. Diese lassen sich problemlos wiederverwenden. Noch besser: Man besorgt sich eine Glasflasche und füllt sie mit unserem tollen Leitungswasser auf. Den Luxus können wir uns im Gegensatz zu anderen Ländern nämlich leisten. 

Wasser verschwenden, wenn andernorts Wassernot herrscht
Das ist eine reine Gewissensfrage. Wir leben glücklicherweise in einer Region, in der es nicht nötig ist, Wasser zu sparen – ausgenommen während extremer Trockenperioden wie in diesem Sommer. Das gilt allerdings nur für kaltes Wasser. Mit dem Verbrauch von warmem Wasser sollte man durchaus sparsam sein, da das Erhitzen einiges an Energie benötigt. Trotzdem ist ein sparsamer und bewusster Umgang mit unserem Wasser bestimmt kein Fehler, sofern es nicht nur dazu dient, das eigene Gewissen zu beruhigen. So übersieht man gern, dass die eigentlichen Probleme ganz woanders liegen. Wer sich aktiv engagieren will, kann sich zum Beispiel bei www.
waterfootprint.li oder drink-and-donate.org informieren.

Über Randgruppen Witze machen
Manchmal hilft Humor, um ernste Themen aus einem anderen Blickwinkel und etwas lockerer zu betrachten. Witze können einen Dialog starten. Doch bei jeder Art von Kommunikation gilt es, respektvoll zu bleiben.

Beim Buffet mehr schöpfen, als man essen kann
Jährlich werden Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Dabei verschlingt die Produktion einen wesentlichen Teil unserer Ressourcen und belastet die Umwelt. Wer sich beim Buffelt mehr auflädt, als er essen kann, tut also weder seinen Rettungsringen noch der Umwelt etwas Gutes. Wer nicht weiss, was er will, kann sich erst einmal kleine Häppchen zum Probieren schöpfen. Und wer einfach zu faul zum Gehen ist, kann sich in die Nähe des Buffets setzen.

Essen zuhause verschimmeln lassen
Fast jeder kennt die eine dunkle Ecke im Kühlschrank, in der sich regelmässig das verschimmelte Joghurt befindet. Fast 300 Kilogramm Lebensmittel wirft ein Schweizer jährlich weg. Dem kann mit ein paar einfachen Tricks abgeholfen werden: Den Kühlschrank beziehungsweise den Vorratsschrank ordentlich und übersichtlich zu halten, verschafft einem schnell einen Überblick. Wer vor dem Einkauf prüft, welche Lebensmittel benötigt werden, und sich eine Liste macht, läuft weniger Gefahr, zu viel und Unnötiges einzukaufen. Sollte doch einmal das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten sein, darf man sich getrost auf seine Sinne verlassen. Immerhin heisst es «mindestens haltbar bis» und nicht «sofort tödlich ab».

Ungetragene Kleidung besitzen
Vermutlich hat jeder von uns das eine oder andere Kleidungsstück im Schrank, das er noch nie getragen hat beziehungsweise nicht mehr trägt. Wer regelmässig ausmistet, behält den Überblick. Ausserdem lassen sich schöne Stücke gut verschenken oder auf dem Flohmarkt weiterverkaufen. 

Online shoppen
Einkaufen im Internet kann nicht nur bequem, sondern auch ressourcenschonend sein. Allerdings nur, wenn bei regionalen Anbietern gekauft wird. Gemüsekisten vom Bauern zum Beispiel. Tatsache ist aber, dass meist bei nicht ansässigen Unternehmen bestellt wird. Das geht zulasten der regionalen Anbieter und schädigt die Wirtschaft. Wer bewusst Geschäfte aus der Region unterstützen möchte, wirft vielleicht mal einen Blick auf den Online-Marktplatz hierbeimir.li. 

Kindern Plastikspielzeug und Süssigkeiten geben
Als Gast kommt man ungern mit leeren Händen. Schon gar nicht, wenn es um Kinder geht. Doch x-fach verpackte Süssigkeiten und billiges Plastikspielzeug zu schenken, vermittelt die falsche Botschaft. Das versinnbildlicht in einfachster Weise unsere Wegwerfgesellschaft und sollte gerade Kindern nicht als selbstverständlich vermittelt werden. Ausserdem werden die Eltern von solchen Geschenken wohl auch wenig begeistert sein. 

Bei billigen Modeketten kaufen
Tatsache ist: Ein T-Shirt für einen Fünfliber rechnet sich nicht. Die Produktion geht nicht nur zulasten der Umwelt, sondern auch der Produzenten und Länder, in denen die Ware hergestellt wird. Der Umkehrschluss, dass teure Mode fair hergestellt wird, trifft allerdings auch nicht zu. Die Ware teurer Ketten schont die Umwelt ebenso wenig und wird teilweise unter denselben Bedingungen gefertigt. Wer dem entgegenwirken möchte, hält sich am besten an die Devise: Weniger ist mehr. Einige wenige ausgewählte Stücke schonen nicht nur Ressourcen, sondern auch den Geldbeutel. Und da die Modetrends schneller wechseln als Donald Trump seine Meinung, ist es gar keine schlechte Idee, seinen eigenen Stil zu finden und dem treuzubleiben.

Obst und Gemüse ausserhalb der Saison kaufen
Damit man in Europa Obst und Gemüse auch ausserhalb der Saison geniessen kann, muss es von wärmeren Ländern, wie zum Beispiel Ägypten oder Marokko, eingeflogen werden. Dort werden diese Lebensmittel nicht nur unter unfairen Bedingungen produziert, sondern auch mit Chemikalien behandelt, damit sie bei uns im Regal schön und frisch aussehen. Regionales und Saisonales ist da die eindeutig bessere Wahl. Das schont übrigens auch Umwelt und Ressourcen wie zum Beispiel dringend benötigtes Wasser in den Produktionsländern.

Gern mit dem Auto fahren
Zugegeben, das Auto ist bequem. Aber ist es wirklich immer notwendig? Wohl kaum. Das öffentliche Verkehrsnetz in unserer Region ist hervorragend. Und wer sich zu Fuss oder mit dem Fahrrad fortbewegt, tut zudem seiner Gesundheit etwas Gutes.

Pelz tragen
In der westlichen Gesellschaft ist Pelz mittlerweile ein absolutes No-Go. Da ist man sich einig. Doch was ist mit Omas Nerz? Soll man das Erbstück im Schrank verstauben lassen? Wenn man ihn trägt, symbolisiert man andererseits, dass es in Ordnung ist, Pelz zu tragen. Will man das?

Sondermüll im Restmüll entsorgen
Zum Sondermüll gehören alle Stoffe, die eine Gefahr für die Umwelt und/oder die Gesundheit darstellen, wie zum Beispiel Batterien. Diese landen schnell einmal im Restmüll. Dabei enthalten sie verschiedene schädliche Schwermetalle, die fachgerecht entsorgt werden müssen. Ausserdem bestehen sie aus wertvollen Rohstoffen, die wiederverwendet werden können. Es ergibt also durchaus Sinn, diese Produkte, ordnungsgemäss zu entsorgen.

Zum Thema

Darf man das? Unerbittlich nagt die Frage an unserem Gewissen. Immer dann, wenn wir eine moralische Entscheidung treffen müssen. Von denen gibt es täglich einige, grosse wie kleine. Nicht immer finden wir die richtige Antwort. mehr...

Zum Thema

Wir wollen gute Menschen sein – zumindest versuchen wir es. Was moralisch Korrekt ist, ist in allen Gesellschaften tief verankert und gilt teilweise als selbstverständlich. Trotzdem stecken hinter unseren guten Taten manchmal keine selbstlosen Gründe. Denn die moralische Urteilsfähigkeit ist bei jedem individuell ausgeprägt. mehr...
09. Sep 2018 / 00:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
Meistgelesen
14. November 2018 / 01:45
14. November 2018 / 00:56
13. November 2018 / 23:51
13. November 2018 / 22:24
14. November 2018 / 05:00
Aktuell
14. November 2018 / 05:00
14. November 2018 / 01:45
14. November 2018 / 00:56
13. November 2018 / 23:51
13. November 2018 / 22:24
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
timmermann
Zu gewinnen 2 x 2 Karten für ein Erzählspektakel Timmermahn - unglaubliche Geschichten
23.10.2018
Facebook
Top