• Semi-truck driving the highway of British Columbia, Canada
    16, 5 Millionen Franken betrug 2016 der fiskalische Beitrag des Transportgewerbes in Liechtenstein.  (powerofforever)

Für Wohlstand und Wertschöpfung

Mit ihrer Lieferung halten Lastwagen nicht nur die Wirtschaft am Laufen, sondern bringen mit der LSVA auch noch für Geld in die Staatskasse und schaffen Arbeitsplätze. Auf der Strasse kann der tote Winkel für Verkehrsteilnehmer gefährlich werden.

Sie liefern täglich frische Lebensmittel, bringen Material auf die Baustelle, sorgen für laufende Produktionen in der Industrie, eine funktionierende Wirtschaft und damit für Arbeit. Tagtäglich manövrieren Lastwagen-Fahrer ihre Fahrzeuge durch die Strassen, enge Einfahrten und schmale Kreisel. Da viele Unternehmen nur noch kleine Lager aufweisen, befinden sich diese auf Rädern, in den Lkws, von denen sie laufend beliefert werden. Das erzeugt einen grosses Zeitdruck auf die Fahrer, rechtzeitig vor Ort zu sein, damit die Produktion nicht still steht. 

Auch wenn sie sich noch so bemühen, ist die Wertschätzung relativ gering. Oft werden die Lastwagen für Staus verantwortlich gemacht, ihnen wird die Vorfahrt genommen und sie werden mit gefährlichen Manövern überholt. Dabei gerät oft in Vergessenheit, wie wichtig sie für die Wertschöpfungskette und den Wohlstand in der Bevölkerung sind.

Anteil von 2,7 Prozent

Im Januar 2018 erschien eine Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Transportgewerbes in Liechtenstein im Jahr 2016. Den Auftrag dazu erteilte die Sektion Transport, Spedition und Logistik der Wirtschaftskammer Liechtenstein. In der Studie wird festgehalten, dass im Jahr 2016 der fiskalische Beitrag des Transportgewerbes 16,5 Millionen Franken betrug. Der Beschäftigungsanteil im Liechtensteiner Transportgewerbe machte 2,7 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus. Dies sei laut der Studie gleichwertig mit den Branchen Erziehung, Unterricht und Gesundheitswesen, gemessen an den Vollzeitäquivalenten. Laut der Beschäftigungsstatistik 2018 waren insgesamt 1022 Personen im Bereich Verkehr und Lagerei angestellt. In dieser Branche sind insgesamt 1083 Stellen verfügbar.  

In der Schweiz waren im Jahr 2019 laut Bundesamt für Statistik rund 42 100 Lastwagen für den Strassenverkehr zugelassen –  in Liechtenstein waren es 311 Lastwagen und 268 Sattelschlepper. Bei den Lastwagen wurden geringfügige Rückgänge verzeichnet. Die Sattelschlepper halten sich seit Jahren auf konstantem Niveau. 

Der tote Winkel

Wie für die Autofahrer gibt es – trotz  Massnahmen und zusätzlichen Spiegeln – bei den Lastwagen tote Winkel. Oft halten sich dort Fussgänger und Fahrradfahrer auf, was gefährlich werden kann. Gerade wenn Lastwagen auf Hauptstrassen unterwegs sind und sich Fahrradfahrer seitlich der Kabine aufhalten, sind sie für den Chauffeur wegen des Winkels nicht zu sehen. Gemäss dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband Astag kann vor allem das Rechtsabbiegen gefährlich werden. Darum informiert der Verband in einer Broschüre darüber und hält fest, dass es sicherer sei, Blickkontakt mit dem Fahrer zu suchen.

Den toten Winkel können Fahrradfahrer sofern meiden, indem sie beispielsweise beim Halten an einer Kreuzung den vorgezogenen Fahrradstreifen nutzen, um seitlich vor den Lastwagen zu fahren. Auch im Kreisel gilt es, sich nicht in den toten Winkel des Chauffeurs zu begeben. Für Fussgänger ist vor allem der vordere Bereich des Fahrzeuges kritisch, da der Chauffeur nicht erkennt, was sich direkt vor seiner Kabine befindet.

Gebühren für den Schwerverkehr

Die Schwerverkehrsabgabe LSVA ist die in der Schweiz und Liechtenstein erhobene Maut für schwere Motorwagen über 3,5 Tonnen. Dabei werden Gewicht, Emission und die gefahrenen Kilometern des Fahrzeuges miteinberechnet. Folglich ist es im Interesse jeden Unternehmers im Transportgewerbe, die modernsten Lastwagen mit den geringsten Emissionen auf die Strasse zu schicken und den kürzesten Weg zu wählen. Für Lastwagen der Norm Euro 6 fallen auf tausend Kilometer 2,28 Rappen an. Daraus erwirtschaftete das Transportgewerbe in Liechtenstein 2016 einen Ertrag von 7,25 Millionen Franken. Von den gesamten Einnahmen der Motorfahrzeugsteuer im Land macht das Transportgewerbe elf Prozent aus. Erhoben wird die LSVA durch die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV). 

In der Schweiz gehen die Einnahmen zu einem Drittel an die Kantone, der Rest an den Bund. 2016 betrugen die Nettoeinnahmen der LSVA 1,45 Milliarden Franken. Der Bund verwendet diese Einnahmen primär für die Finanzierung der Bahninfrastruktur. 

Einen Vergleich über die Abgaswerte von Autos und Lastwagen mit der Norm Euro 6 machte der Forschungsverbund ICCT in einer Studie. Dabei stellten die Forscher fest,   dass die modernen Diesel-Pkw im realen Strassenverkehr mehr giftige Stickoxide (kommen in der Natur nicht vor) ausstossen als Lastwagen und Omnibusse. Stickoxide sind von Menschen erzeugt, indem fossile Energieträger – Kohle, Öl oder Gas – verbrannt werden. Auf Basis realer Testreihen hat ICCT die durchschnittlichen NOx (Stickoxide) -Emissionen moderner Nutzfahr- zeuge und von Euro-6-Pkws errechnet. Das Ergebnis: Die modernen Laster stossen im Schnitt 210 mg NOx pro Kilometer aus, die Pkws dagegen mehr als 500 mg der giftigen Stickoxide. Dafür stossen Pkws weniger CO2 aus als Lastwagen.

 

23. Feb 2020 / 00:00
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