• Grill Ueli in Weite
    Grill Ueli in Weite  (Daniel Schwendener)

Das sind die absoluten Todsünden beim Grillen

Seit der Steinzeit bereitet der Mensch sein Essen auf offenem Feuer zu. Doch trotz steinzeitlicher Gene sollte man beim Grillen einiges beachten. Welche Sünden man möglichst vermeiden sollte, weiss Grillexperte Ueli Bernold.
Feuer an, Fleisch raus, fertig! Wenn es ums Grillen geht, sind viele recht unkompliziert. Doch Grillmeister Ueli Bernold weiss: Dabei kann man so einiges falsch machen. Todsünde Nummer eins ist für «Grill-Ueli» das Vernachlässigen der Sicherheit: «Es ist erschreckend, wie vielen nicht bewusst ist, was eigentlich an eine Grillstelle gehört», sagt der Experte. Denn eines darf man beim gemütlichen Beisammensein nicht vergessen: Beim Grillen wird mit offenem Feuer hantiert und das birgt naturgemäss gewisse Gefahren. «Neben meinem Grill hängt immer eine Feuerschutzdecke. Ich habe sie noch nie gebraucht, aber für den Notfall bin ich gerüstet.» Feuerschutzdecke oder Feuerlöscher sollten beim Grillvergnügen immer in Reichweite sein – für den Fall der Fälle, so unwahrscheinlich dieser auch sein mag.
 
Das Gerät wird nicht gewartet
Eine weitere Todsünde, die ebenfalls das Thema Sicherheit betrifft, ist die schlechte Wartung des Grills. «Das wird sehr oft unterschätzt», weiss der Grillexperte. Grundsätzlich sollte der Grill vor jedem Einsatz auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft werden. Gerade wenn es sich um einen Gasgrill handelt, sollten Ventile, Dichtungen und Schläuche regelmässig kontrolliert werden. «Oberste Regel ist sowieso – egal ob Gas- oder Holzkohlegrill: Angezündet wird nur bei offenem Deckel!» Denn gerade beim Gasgrill kann sich bei geschlossenem Deckel austretendes Gas im Inneren sammeln. Wird dann angezündet, kommt es zur Explosion. 
 
Der Grill stammt aus dem Ausland
Ueli Bernold warnt ausserdem davor, einen Grill im Ausland zu kaufen. «Dabei geht es nicht um den Preis oder die Qualität, sondern wieder um die Sicherheit», erklärt er. Denn oftmals passen die Anschlüsse und Dichtungen von ausländischen Produkten nicht mit den heimischen zusammen. «Dann wird aus Dummheit heraus mit Klebeband oder Ähnlichem hantiert.» Vor solchen grob fahrlässigen Basteleien rät der Profi auf jeden Fall ab. 
 
Den Grill zu reinigen gehört auch für Ueli Bernold nicht gerade zu den schönsten Arbeiten, doch gehört diese Arbeit eben zum Grillen dazu. «Der Rost muss nicht rein sein. Aber Essensreste sollten unbedingt nach jedem Grillen abgebürstet werden. Man stellt sich vor: Da kauft man ein teures Fleisch und dann legt man es direkt auf die gammligen Reste vom letzten Sommer.» Leider ist das eine Unart, die viele Hobbygriller haben. Dabei lässt sich der Rost ganz unkompliziert reinigen: Einfach nach dem Grillen über dem Feuer ausbrennen und mit einer Edelstahlbürste die Reste entfernen. 
 
Die Temperatur ist zu hoch
Auch was die Lebensmittel betrifft, kann man beim Grillen so einiges falsch machen. «Die allergrösste Sünde ist heute noch, dass viele zu heiss arbeiten», sagt «Grill-Ueli» und erklärt weiter: «Man muss sich bewusst sein, dass die Lebensmittel zu einem Grossteil aus Wasser bestehen. Da kann man nicht mit 500 Grad daran herumgrillen.» Die Gefahr, dass das Grillgut innen noch roh und aussen verkohlt ist, ist da gross. Der Experte empfiehlt überhaupt, lieber indirekt zu grillen, da das Fleisch so schonender gegart wird. 
 
Das Grillgut ist zu kalt
Ein Fauxpas, den ebenfalls viele Hobbygriller begehen: Die Lebensmittel landen direkt vom Kühlschrank auf dem Grill. Die Folge ist auch hier ein von aussen verkohltes und innen rohes Grillgut. Ausserdem wird das Fleisch so gern zäh. «Alle Lebensmittel, die gegrillt werden wollen, sollten Zimmertemperatur haben und etwa eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank genommen werden», rät der Grillmeister. 
 
Die Lebensmittel werden misshandelt
Ein bewusster Umgang mit den Lebensmitteln ist auch beim Grillen das A und O für schmackhafte Ergebnisse auf dem Teller. Wer mit Gabeln ins Fleisch sticht, das Grillgut alle paar Sekunden wendet oder platt drückt, wird sich über das Ergebnis kaum freuen. «Die Flüssigkeit sammelt sich im Inneren des Fleisches. Wird es angestochen oder gar angeschnitten, tritt der Saft aus und das Fleisch wird trocken», erklärt Ueli Bernold. Ständiges Wenden hat zur Folge, dass im Inneren des Grillguts nie die nötige Temperatur erreicht wird, um es durchzu-garen. 
 
Der Grill wird überladen
Weniger ist mehr – auch beim Grillen. Wer den Rost gleich mit allem, was er zur Verfügung hat, vollpackt, verliert gern den Überblick. Die Gefahr, dass etwas verkohlt oder nur halb gegart wird, ist da gross. Abgesehen davon, dass die Gäste kaum alles auf einmal essen werden – und auf kalten Nachschlag haben nur wenige Lust. «Übrigens sollte das Grillgut niemals sofort vom Grill auf dem Teller landen», weiss der Grillmeister. Lässt man das Fleisch noch wenige Minuten ruhen, können sich Säfte und Geschmack voll entfalten.
 
Es wird zu früh mariniert
Mancher erfahrene Hobbygriller schwört auf seine selbst kreierten Marinaden. «Diese können durchaus etwas ganz Besonderes sein», bestätigt der Experte. «Ich empfehle jedoch, dem Grillgut erst etwa zehn Minuten, bevor es vom Rost genommen, wird einen Anstrich zu verpassen.» Die meisten Marinaden enthalten nämlich Zucker, Honig oder andere Zutaten, die schnell dunkel werden. Das sieht nicht nur unappetitlich aus, sondern schmeckt nur noch halb so gut, wenn die Marinade verkohlt ist.
 
Es wird das falsche Öl verwendet
Vorsicht ist ausserdem bei der Auswahl des Öls geboten: Nicht jedes Öl ist für hohe Temperaturen geeignet. «Ich verwende gern einfaches Rapsöl», sagt «Grill-Ueli». Das ist nicht nur geschmacksneutral, sondern auch günstig. Aber auch Sonnenblumenöl ist gut geeignet. 
 
Es wird Bier über das Fleisch geschüttet
Ein Schluck Bier für den Geschmack – eine Unart, die sich so mancher Hobbygriller zu eigen gemacht hat. «Geschmacklich bringt das allerdings nichts», weiss der Experte. «Wer dem Fleisch einen Biergeschmack verleihen will, rührt entweder eine entsprechende Marinade an, in der das Fleisch 24 Stunden vorher eingelegt wird, oder pinselt nach dem Grillen etwas Bier darüber.» Das gilt übrigens auch für Wein oder andere Getränke.
 
Grillschalen: Ja oder nein?
Auch beim Thema Grillschalen scheiden sich die Geister. Zum einen sind sie praktisch, da sie Flüssigkeiten aufsammeln, die sonst in die Glut tropfen und verhindern, dass kleineres Grillgut durch den Rost fällt. Zum anderen sind die Aluminiumschalen alles andere als gesundheitsfördernd. Doch Ueli Bernold kann beruhigen: «Die Schadstoffe entstehen erst  beim Verbrennen des Aluminiums. Solange die Schalen intakt und nicht verbrannt sind, hat man nichts zu befürchten.» Das gilt übrigens auch für in Alufolie gewickelte Kartoffeln. «Diese haben direkt in der Glut sowieso nichts verloren!» Denn dort herrschen Temperaturen von mehreren hundert Grad. Da darf man dann nicht überrascht sein, wenn die Kartoffeln verbrannt sind. «Kartoffeln werden besser indirekt gegart. Und das dauert nun mal seine Zeit.»
 
Übung macht den Meister
Auch beim Grillen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wichtig ist, nicht zu vergessen, dass man mit offenem Feuer hantiert. «Grundsätzlich kann man mit jedem Grill gutes Essen zubereiten. Voraussetzung ist, dass man sein Gerät kennt und damit umgehen kann», weiss «Grill Ueli». 
12. Mai 2018 / 22:42
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