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Darum haben wir den Blues

So mancher spürt es bereits seit Wochen: Die Stimmung wird schlechter, die Müdigkeit stärker, der Antrieb schwächer – der sogenannte Herbstblues macht sich bemerkbar. Ursache für die miese Stimmung ist der Lichtmangel.

Dunkle Wolken, dunkle Tage, dunkle Stimmung – der Herbstblues lässt grüssen. Und das auch nach dem Jahrhundertsommer in diesem Jahr. Wenn die Tage wieder kürzer werden, leidet so mancher unter einem Stimmungstief. Wir haben ein gesteigertes Bedürfnis nach Schlaf, Heisshunger auf Süsses und leiden unter einer zunehmenden Antriebslosigkeit sowie Konzentrationsschwierigkeiten. 

Ursache dafür ist der Mangel an Licht. Wenn sich die Sonne immer weniger zeigt, schlägt sich das auf das Gemüt nieder. Viele Berufstätige verbringen zudem die wenigen Sonnenstunden in dunklen Büros. Verantwortlich für den Blues ist das Hormon Melatonin, das bei Lichtmangel vermehrt ausgeschüttet wird. Das Schlafhormon macht uns träge und müde. Das merken wir besonders morgens, wenn uns das Aufstehen schwerer fällt. Bei manchen wirkt sich die Hormonumstellung merklich auf die Laune aus. Stimmungsschwankungen sind bei sensiblen Personen nicht unüblich.

Die erhöhte Produktion des Melatonins während der dunklen und kalten Jahreszeit ist ein Relikt aus grauer Vorzeit. Früher musste sich unser Körper nämlich auf die Winterzeit umstellen und auf Energiesparmodus wechseln, um einem Nahrungsmangel und kalten Temperaturen vorzubeugen. Trotz Fussbodenheizung und Kühlschrank macht er das heute noch.


Eine echte Depression ist selten
Die depressive Verstimmung im Herbst lässt sich nicht allein auf das Wetter beziehungsweise den Lichtmangel reduzieren. Beim Herbstblues kommen mehrere Faktoren zusammen. Welchen Anteil das Wetter daran hat, lässt sich nicht genau sagen. Ausserdem reagiert jeder Mensch anders auf die Jahreszeit. 

Wer morgens Mühe hat, aus dem Bett zu kommen, muss nicht gleich den Herbstblues haben. Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass lediglich fünf bis zehn Prozent der Menschen tatsächlich unter einer echten Herbstdepression leiden. Die Ursachen dafür sind nicht geklärt, doch vermuten Experten, dass es etwas mit der Empfindlichkeit der inneren Uhr des Menschen zu tun hat. 

Einer YouGov-Umfrage zufolge geben jedoch 51 Prozent der befragten an, im Herbst unter Stimmungsschwankungen zu leiden. Dabei reagieren offenbar Frauen sensibler auf die Jahreszeit als Männer. So gaben 55 Prozent der befragten Teilnehmerinnen an, eine herbstliche Wehmut zu bemerken, während von den befragten Männern nur 46 Prozent davon geplagt würden. 

Licht und Sport helfen
Bei jedem Menschen reagiert die innere Uhr anders auf den Lichtmangel. Manche sind sehr empfindlich, andere hingegen weniger. Licht ist jedoch unumgänglich, um die innere Uhr täglich zu stellen. Während des vergangenen Sommers wurden wir morgens mit viel Licht versorgt. Das kurbelt die Produktion des Glückshormons Serotonin an. Das macht es uns leichter, in den Tag zu starten. Allerdings nützen uns die vergangenen Sonnenstunden im Herbst wenig, da wir das Licht nicht speichern können.

Um den Herbstblues zu überwinden, kann man mit Lampen nachhelfen, die einen hohen Blaulichtanteil aufweisen. Darauf reagiert unsere innere Uhr nämlich empfindlich. Auch körperliche Aktivität wie ein Spaziergang oder eine Runde joggen am Morgen können helfen. (sms)

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Bereits der Frühling hielt in diesem Jahr früh Einzug in Mitteleuropa, gefolgt von einem Rekordsommer, der gefühlt noch bis vor wenigen Wochen anhielt. Beobachtet man die Natur jedoch genau und wirft einen Blick auf den phänologischen Kalender, wird einem klar: Der Herbst hat sich schon längst eingeschlichen. mehr...
04. Nov 2018 / 00:00
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