• Deniz Wohlwend in Vaduz
    Deniz Wohlwend ist in Istanbul und in Liechtenstein zu Hause.  (Daniel Schwendener)

"Liechtenstein ist ein schönes und interessantes Land"

Seit sechs Jahren lebt Deniz Wohlwend in Liechtenstein. Obwohl sie das Leben im ländlichen ­Fürstentum geniesst, zieht es sie doch immer wieder nach Istanbul, ihrer Heimatstadt.

Mit den Dialekten in ihrer neuen Heimat Liechtenstein habe sie Mühe, wie Deniz Wohlwend gesteht. Die gebürtige Türkin spricht fliessend Deutsch. «Aber nur Hochdeutsch», sagt sie und schüttelt lachend den Kopf. Das sei wiederum für ihren Mann Martin eine Fremdsprache. Also spricht das Paar zuhause meist englisch – oder eine Mischung aus den beiden Sprachen. «Ich habe gemerkt, dass die Leute hier sehr stolz auf ihren Dialekt sind. Es gehört zu ihrer Identität. Das finde ich toll.» Ihren heutigen Ehemann hat Deniz Wohlwend über die Arbeit kennengelernt.  Die Türkin und der Liechtensteiner waren an der Organisation eines internationalen Kunstkongresses beteiligt. Sie in Istanbul und er in Liechtenstein. «Etwa ein Jahr danach haben wir geheiratet», sagt sie.

Die aufgeschlossene Frau lebt mittlerweile seit rund sechs Jahren im Fürstentum. Schon bei ihrem ersten Besuch habe sie sich in das Land verliebt. «Ich hatte, bis ich Martin kennengelernt habe, noch nie von Liechtenstein gehört», gibt sie zu. Und das, obwohl sie in Istanbul eine deutsche Schule besuchte und neben Kunstgeschichte auch deutsche Literatur studierte. «Es ist ein sehr schönes und interessantes Land für mich. Ich lebe sehr gerne hier im Fürstentum.»

Leben zwischen zwei Kulturen

Deniz Wohlwend stammt aus einer kulturell gemischten Familie. «Ich habe eine griechische Grossmutter und mein Grossvater ist zur Hälfte Deutscher – wir haben also auch Verwandte in Deutschland.» Aufgewachsen ist sie im Herzen Istanbuls, in der historischen Altstadt. Und so sehr sie die Ruhe im ländlichen Liechtenstein geniesst, so sehr zieht es sie doch immer wieder nach Istanbul ins pulsierende Stadtleben. «Ich fliege regelmässig in meine Heimat, um meine Familie und meine Freunde zu besuchen», sagt sie. Dabei spielt sie mit dem Gedanken, irgendwann Kulturreisen in ihre Heimatstadt zu organisieren und den Touristen jene Seite von Istanbul zu zeigen, die sonst nur die Einheimischen kennen. 

Um die Kultur und die Menschen in ihrer neuen Heimat besser kennenzulernen, hat Deniz Wohlwend eine Ausbildung zur Freizeitpädagogin gemacht. Die Arbeit mit den Kindern hat sie dabei sofort begeistert. Schnell war für sie klar, dass sie weitermachen will. Unter anderem fand sie auch an der Istanbul International Community School eine Prakti-kumsstelle. Doch obwohl sie die Arbeit an der amerikanischen Schule genoss, entschied sie sich nach einem halben Jahr, wieder nach Liechtenstein zurückzukehren. «Während dieser Zeit war es in Istanbul sehr unruhig», erklärt sie. Die Angst vor Terroranschlägen war gross. So musste der Schulbus mit den amerikanischen Schülern jeden Morgen eine andere Route wählen. «Es war wie in einem James Bond Film.»

Zurück in Liechtenstein, hat Deniz Wohlwend ihr Masterstudium in Curatorial Studies an der Zürcher Hochschule der Künste wieder aufgenommen. Drei Tage in der Woche ist sie in Zürich. Nächstes Jahr wird sie ihren Abschluss machen. Was sie danach machen möchte? «Ich würde gern im Kunstbereich arbeiten. Aber auch die Arbeit mit den Kindern gefällt mir sehr.» Am liebsten würde sie beide Bereiche kombinieren. Wie zum Beispiel diesen Sommer. Dann will sie nach Tansania reisen und die Viktoria Schule von Johanna Sele-Rutinwa besuchen. «Ich werde dort mit den Kindern und Lehrpersonen arbeiten. Ich möchte versuchen, den traditionellen Frontalunterricht mit etwas Kunstpädagogik zu ergänzen», erklärt sie voller Vorfreude. 

Yoga fürs Gesicht

Sich in der freien Natur zu bewegen, das ist eine Leidenschaft von Deniz Wohlwend. «Ich habe mich schon immer viel bewegt», sagt sie. In Istanbul habe sie ihre täglichen Wege meist zu Fuss zurückgelegt. «Ich kann nicht einfach herumsitzen.» In Liechtenstein ist sie daher oft am Rheinufer anzutreffen. Dann joggt sie, fährt Rad oder geht mit ihrem Hund spazieren. 

Vor einiger Zeit ist die sportliche Frau auf ein eher ungewöhnliches Hobby aufmerksam geworden: Face Yoga – das sind spezielle Übungen für das Gesicht. «Wenn wir unseren Körper trainieren können, dann können wir auch unsere Muskeln im Gesicht trainieren», stellt sie fest. Eigentlich habe sie sich aufgrund ihrer Hautprobleme für das Face Yoga interessiert. Das habe tatsächlich geholfen. Daneben habe sie einen verjüngenden Effekt festgestellt, wie sie erzählt. «Durch das Face Yoga wird die Blutzirkulation im Gesicht angeregt. Man merkt richtig, wie die Haut voller und praller wird – wie bei einer Beauty­­behandlung, nur ohne Botox. Ausserdem machen die Übungen viel Spass», sagt sie und lacht. Begeistert von ihrem neuen Hobby hat sie sogar eine Ausbildung zur Face-Yoga-Trainerin absolviert. «Im Herbst werde ich zum ersten Mal im Haus Gutenberg in Balzers und im Gemeinschaftszentrum Resch in Schaan Face Yoga unterrichten», freut sie sich. (sms)

 

09. Jun 2019 / 00:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
20. August 2019 / 18:19
17. August 2019 / 18:41
Aktuell
20. August 2019 / 18:19
20. August 2019 / 11:37
20. August 2019 / 06:56
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
02.08.2019
Facebook
Top