• Risch reinigt Rohre, Liewo-Interview, Vaduz. 2.8.19
    Markus Risch ist stolz darauf, dass es seine Firma bereits 50 Jahre lang gibt.

"Ich bin dankbar für meinen Beruf"

Vor 50 Jahren wurde Risch reinigt Rohre AG von Gottlieb und Theres Risch gegründet. Heute wird es von Markus, Michael und Martin Risch geführt.

Die Risch reinigt Rohre AG wurde 1969 von Ihrem Vater Gottlieb und Ihrer Mutter Theres gegründet. Heute wird der Betrieb von Ihnen und Ihren zwei Brüdern geführt.
Markus Risch, Mitglied der Geschäftsleitung: Genau. Unsere Eltern sind heute in Pension. Das hält sie aber nicht davon ab, immer wieder vorbeizuschauen (lacht). Nein, im Ernst. Unsere Eltern haben viele Jahrzehnte im Unternehmen gearbeitet, es ist ihr Betrieb, sie haben ihn aufgebaut. Wir sind sehr froh, dass unser Vater und unsere Mutter uns stets helfend zur Seite stehen. Sie können uns mit ihrer Erfahrung helfen und uns Ratschläge geben. Schliesslich ist es so: Das Führen eines Betriebs ist eine grosse Aufgabe, die viel Arbeit erfordert. Aber der Aufbau eines Betriebs, das ist ein ganz anderes Kapitel. Unsere Eltern haben die Idee gehabt, den Entschluss gefasst und das Risiko getragen. Nebenbei haben sie fünf Kinder aufgezogen. Das erfordert viel Einsatz, Mut und Arbeit. 

Wie sind Sie damals zum Unternehmen gekommen?
Ich und meine Brüder haben schon früh in den Schulferien immer wieder im Unternehmen mitangepackt. Unser Vater wollte aber nicht, dass wir uns in ein fertiges Nest setzen – jeder von uns hat eine Lehre absolviert und die Arbeit von Grund auf gelernt. Das Wissen konnten wir dann später ins Unternehmen einfliessen lassen. Heute leiten wir zu dritt das Unternehmen, wobei jeder für eine andere Sparte im Betrieb zuständig ist. Michael hat beispielsweise schon früh Erfahrungen im Kanalfernsehen gesammelt und leitet heute diesen Bereich. Martin hat sich als gelernter Baumaschinen-mechaniker um den Aufbau der RSA Buchs gekümmert, ist aber auch verantwortlich für die Anschaffung neuer Maschinen, die Reparatur und alles, was damit zusammenhängt. Ich leite den Bereich Kanalreinigung und den Muldenservice.

Sie sind also keine Schreibtischhengste, sondern fahren auch selbst die grossen Lastwagen?
Genau. Jeder von uns drei war sicher 10 bis 15 Jahre selbst hinter dem Steuer und hat die Tätigkeiten ausgeführt. Mit der Zeit ist das Unternehmen immer weiter gewachsen, wir haben mehr Mitarbeiter als früher und es fällt immer mehr Schreibtisch- und Koordinationsarbeit an. Das hat uns immer mehr ins Büro verbannt.

So ganz ohne Lastwagen geht es für Sie aber auch nicht, oder?
Nicht wirklich (lacht). Wie unser Leitspruch «Isch Not am Ma, am Risch lüt a» schon sagt, wenn wir gebraucht werden, fahren wir alle drei auch heute noch raus. Ausserdem übernehmen wir auch Pikettdienst – schliesslich muss er während 
24 Stunden an 365 Tagen im Jahr besetzt sein. Wir wollen auch mit unseren Mitarbeitern zusammenarbeiten und das Handwerk nicht verlernen. 

Wie hat sich das Unternehmen von früher im Vergleich zu heute verändert?
Ein Betrieb, der so lange bestehen will, muss sich natürlich anpassen. Zum einen hat sich die Infrastruktur in den vergangenen 50 Jahren verändert. Früher gab es sogenannte Güllekästen, die mit der Zeit verschwunden sind, und das Abwasserkanalnetz wurde ausgebaut. An diese Veränderungen mussten wir uns und auch unsere Ausrüstung anpassen. Darüber hinaus haben wir aber auch unser Angebot weiterentwickelt, es wurden Investitionen getätigt und spezielle Ausbildungen für Mitarbeiter finanziert. Wir müssen beispielsweise auch in der Entsorgung von Gefahrgut geschult sein, da es sich bei Industrieabfällen um entzündliche und explosive Stoffe handeln kann. Wie jeder Beruf musste sich auch der unsere modernisieren und anpassen.

Ihr Unternehmen ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt – dazu hat sicherlich auch der 
eingängige und allseits bekannte Spruch «Isch not am Ma, am Risch lüt a» beigetragen, oder?

Sicherlich. Gutes Marketing ist für jedes Unternehmen wichtig und wir haben mit dem Spruch einen richtigen Slogan geschaffen, den fast jeder kennt. Mein Vater stand einmal mit seinem Auto bei einer Kreuzung, als ein paar Kinder vorbeiliefen und ihren eigenen «Isch Not am Ma, am Risch lüt a»-Song sangen. Solche Erlebnisse sind super. Wenn man mit einem Slogan in den Köpfen der Menschen ist, das ist ein Erfolgserlebnis. Wir wollen auch sehr präsent sein – schliesslich sind wir auch ein Dienstleistungsunternehmen. Und jeder, der ein verstopftes Klo hat, bei dem das Abwasser nicht abläuft, oder wenn er eine Mulde braucht, soll automatisch an uns denken. 

Ihr Unternehmen ist aber auch sonst sehr präsent.
Das stimmt. Wir unterstützen auch etliche Vereine – nicht nur um Werbung zu machen, sondern auch um etwas zurückzugeben. Jede Familie und jede Person in Liechtenstein profitiert von den unzähligen Vereinen im Land. Das Angebot ist toll und wir können dankbar dafür sein. Diese Wertschätzung wollen wir mit unseren Spenden zeigen. 

Auch trotz des Ausbaus ist Risch reinigt Rohre AG immer noch ein Familienbetrieb. Wird das auch in Zukunft so bleiben?
So weit wie möglich schon. Bei uns in der Familie wird niemand zu seinem Glück gezwungen. Wir wissen aber nicht, was die Zukunft bringt. Für unsere Tätigkeit muss man ein gewisses Herzblut entwickeln, sie ist aber nicht jedermanns Sache. Aber es gibt schon die Idee, dass unsere Nachkommen das Unternehmen vielleicht einmal weiterführen.

Was bedeutet für Sie der Begriff Herzblut?
Das bedeutet zum einen Unternehmer zu sein, selbstständig zu arbeiten und dabei die Zukunft im Blick haben. Ich sage unseren Mitarbeitern aber auch immer, wie dankbar wir sein müssen, diesen Job ausführen zu können. Jeder unserer Kunden freut sich, wenn wir kommen und sein Problem lösen. Wir können Menschen helfen und ihnen eine Last nehmen. Wir können sie sprichwörtlich «aus dem Dreck ziehen».

Was sind die grössten Herausforderungen bei Ihrem Beruf?
Das ist sicherlich, jederzeit bereit zu sein. Da kann das Telefon auch einmal mitten beim Abendessen, spät in der Nacht oder an Weihnachten klingeln und man muss weg. Und bei Grossereignissen kann es auch einmal sein, dass wir für eine Woche oder zwei irgendwo aushelfen. Dann packen wir unsere Koffer und gehen dort hin, wo man uns braucht. Darauf muss man sich einstellen. Zum grossen Glück haben wir Mitarbeiter, die auch wirklich mitarbeiten. Sie sehen die Dringlichkeit bei Einsätzen und geben alles. Wir sind nicht nur ein Familienunternehmen, weil der Betrieb in Familienhand ist. Wir sehen das Unternehmen und alle Mitarbeiter auch als grosse Familie.

Was bedeutet es für Sie, dass Risch reinigt Rohre AG in diesem Jahr das 50-Jahr-Jubiläum feiern darf?
Ich, aber auch meine Brüder und besonders unsere Eltern sind sehr stolz darauf, dass es unsere Firma bereits seit 50 Jahren gibt. Es zeigt, dass wir kreativ und auch innovativ gearbeitet haben und dass wir nicht stehen geblieben sind. Auch unsere Kunden freuen sich mit uns und gratulieren uns zum Jubiläum. Natürlich wollen wir das Ereignis nicht allein hinter verschlossener Tür feiern. Am 24. August feiern wir an unserem Standort in Sevelen das 50-jährige Bestehen und laden alle Freunde und Kunden ganz herzlich dazu ein. Für Speis und Trank wird gesorgt sein und an Unterhaltung wird es auch nicht mangeln. Wir wollen gemeinsam feiern und unseren Kunden auch etwas zurückgeben – denn ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Ohne Auftraggeber keine Auftragnehmer. (lat)

11. Aug 2019 / 00:00
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