• Aerial view of tractor with trailer at working in the golden wheat field - trailer makes straw bales - harvest in the summer - top view - Germany
    Die Landwirtschaft gerät, wenn es um die Klima-Debatte geht, oft in Kritik.  (Bestgreenscreen)

Mit dem Finger auf andere zeigen

Einige verdrehen nur noch die Augen oder haben nichts weiter als ein müdes Gähnen übrig, wenn die Wörter «Klimawandel» oder «Friday for Future» fallen. So aktuell die Themen sind, so inflationär sind die Schlagworte geworden. Fast jede politische Partei hat sich einen grünen Mantel angelegt, Firmen produzieren nachhaltig, egal was sie herstellen. Geräte für den Haushalt, egal welche Funktion sie erfüllen, sind mit einem grünen Stempel versehen.

Und sobald dies jemand nicht tut oder die Erwartungen nicht erfüllt, wird mit dem Finger darauf gezeigt. Trotz allem bleibt der Hauptverursacher für die Verschmutzung der Umwelt und Antreiber des Klimawandels der Mensch selbst. In den Debatten geraten oft Branchen oder Berufsverbände in die Kritik – wie beispielsweise die Landwirte. Ausgerechnet diejenigen, die der Bevölkerung ein Grundbedürfnis – nämlich die Nahrungsmittel – zur Verfügung stellen.

Es mag sein, dass die Landwirtschaft einen hohen CO2-Ausstoss verursacht. Doch nur jemandem in der Wertschöpfungskette die Schuld zu geben, ist zu einfach. Dahinter stecken Abnehmer, Regulierungen und Vorschriften, die genau definieren, wie das Nahrungsmittel auszusehen hat und welche Kriterien es erfüllen muss. Dann gibt es den Konsumenten, der mitbestimmt, was er gerne auf seinem Teller hätte. Sobald nachhaltig produziert wird, kostet dies Geld: Investitionen müssen getätigt und Abläufe verändert werden. Folglich wird das Endprodukt teurer und solange nach dem Motto «Geiz ist geil» eingekauft wird, bleibt die Umsetzung in der Warteschlaufe, da kein Geld übrig bleibt. Alle müssen ihr Verhalten überdenken. 

Doch ist es etwas vom Schwierigsten überhaupt, seine Gewohnheiten zu hinterfragen und zu ändern. Einerseits kann man niemanden dazu zwingen, seinen Lebensstil umzukrempeln. Andererseits nützt es ebenfalls nichts, wenn nur Einzelne dies tun – erst die Masse bewirkt wirklich etwas. Denn was bringt es, wenn ein kleines Land wie die Schweiz eine CO2-Steuer erhebt und in einzelnen deutschen Städten ein Dieselfahrverbot eingeführt wird, wenn im selben Atemzug von grossen Industrien Kohlekraftwerke gefördert werden und sich die Weltmächte um das Erdöl in der Arktis streiten. (ms)

06. Okt 2019 / 00:00
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