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Für mehr Toleranz

Vielen Homosexuellen fällt ein Outing auch heute noch schwer, da es oft als abnormal gilt, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu lieben.

Oft kämpfen sie gegen Vorurteile und stossen auf Ablehnung – nicht selten in der eigenen Familie. Leider kommt es immer wieder vor, dass sie verbal oder sogar tätlich angegriffen werden. Viele führen daher ein Doppelleben und verstecken sich. 

Das Schweizer Parlament entschied im Dezember, eine Änderung in die Anti-Rassismus-Strafnorm aufzunehmen – und zwar Aufrufe zu Hass und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung unter Strafe zu stellen. Doch ein Komitee ergriff das Referendum. Ihnen geht das zu weit. Sie fürchten eine Zensur der Meinungsfreiheit. Die Dachverbände Pink Cross und Lesbenorganisation Schweiz (LOS) reagierten mit einer Kampagne, denn eine verletzliche Gruppe müsse geschützt werden.

Das klassische Konzept von Rassismus beinhaltet Ideologien, welche die Menschen anhand biologischer Merkmale und genetischen Eigenschaften hierarchisch einordnet. Im rechtlichen Sinn kommt der Begriff eher im Zusammenhang mit Ungleichbehandlung, verbalen Äusserungen oder Gewalttaten zur Anwendung. Und zwar dann, wenn diese Menschen wegen ihrer äusseren Erscheinung oder Zugehörigkeit einer Ethnie, Nationalität oder Religion herabgesetzt werden. Eigentlich gibt es für den Begriff «Rassismus» gemäss den internationalen Menschenrechten keine allgemein akzeptierte Definition.

Doch ist eine Strafnorm der richtige Weg? Streng genommen gehören Homo-, Bi- oder Transsexuelle keiner Ethnie oder Religion an. Die Akzeptanz sei nur durch Normalität zu erreichen, sagte der SVP-Politiker und bekennende Homosexuelle Michael Frauchiger diese Woche. Er gehört ebenfalls zum Nein-Komitee. Normalisierung bedeute für ihn auch, keine Sonderrechte einzufordern. Das sei seiner Ansicht nach ein Zeichen von Schwäche. 

Doch ein derartig gesellschaftliches Problem kann nicht einfach so im Raum stehen gelassen werden. Etwas muss geschehen. Um die Toleranz zu fördern, muss man sich mit der Thematik auseinandersetzen – und genau das geschieht mit der Diskussion um die neue Strafnorm. Vielleicht ist damit der erste Schritt bereits getan. (ms)

17. Nov 2019 / 00:00
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