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    Es ist inzwischen bittere Realität, dass Patienten auf dringend notwendige ärztliche Leistungen verzichten, weil sie es sich finanziell schlichtweg nicht mehr leisten können.  (Casper1774Studio)

«Verantwortliche stecken den Kopf in den Sand»

Die hohen Krankenkassenprämien werden zunehmend zum Problem. Über zahlungsunfähige Personen werden Leistungssperren verhängt, mit verheerenden Folgen.

Wer seine Krankenkassenprämie nicht bezahlt, über den wird ein so genannter «Leistungsaufschub» verhängt. Das bedeutet, dass der betreffende Patient nur noch im Notfall behandelt wird, bis er die offenen Forderungen beglichen hat. Bereits im vergangenen  Jahr hat die Ärztekammer auf das Problem verwiesen. Denn es ist inzwischen bittere Realität, dass Patienten auf dringend notwendige ärztliche Leistungen verzichten, weil sie es sich finanziell schlichtweg nicht mehr leisten können. Mit der Konsequenz, dass daraus wiederum enorme Folgekosten entstehen können. Eine Umfrage bei den liechtensteinischen Ärzten zeigt nun: Die Zahl an Forderungen und offenen Rechnungen nehmen immer mehr zu. 

«Arm und reich driften immer weiter auseinander»
Leider hat der Liechtensteinische Krankenkassenverband aufgrund fehlender Erhebungen derzeit keine aktuellen Zahlen zur Hand, wie viele Personen von einem Leistungsaufschub betroffen sind . Per 10. November 2017 waren es aber immerhin 167 Personen. Ärzte bestätigen: Die Fälle haben eindeutig zugenommen. Ihr Fazit: Hinter der zunehmenden Zahlungsunfähigkeit stecke eine soziale Problematik, Arm und Reich würden immer weiter auseinander driften. Die Fälle seien beim Amt für Soziale Dienste belegt und bekannt, doch die Politik schere sich nicht darum und schiebe die Verantwortung nur zu gerne auf dieÄrzteschaft. Die politischen Verantwortlichen würden den Kopf einfach in den Sand stecken. «Das Problem drängt. Und die Politik hält sich fein raus», ärgert sich einer der Ärzte.

Regierung prüft Lösungsmöglichkeiten
Doch die Politik ist sich des Problems durchaus bewusst, wie eine Anfrage beim Gesundheitsministerium zeigt. «Es werden verschiedene Lösungsmöglichkeiten geprüft, insbesondere für Personen, welche absehbar nicht in der Lage sein werden, ihre Ausstände über eine Zahlungsvereinbarung abzutragen», so Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini. (dv)
 

08. Feb 2019 / 21:00
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