• In Liechtenstein soll fürs Klima gestreikt werden
    In Liechtenstein soll fürs Klima gestreikt werden  (SALVATORE DI NOLFI)

Klima-Streikende wollen Sozialarbeit statt Absenz

Die Liechtensteiner Schüler, die fürs Klima streiken, hätten gerne einen Kompromiss mit dem Schulamt. Ihnen droht ein Eintrag ins Zeugnis, wenn sie dem Unterricht fernbleiben.

Am kommenden Freitag streiken Liechtensteins Schüler erstmals fürs Klima – das teilten die Verantwortlichen der Klima­organisation FL, die den Streik organisieren, am vergangenen Donnerstag mit. In ihrer Mitteilung erklärten sie auch ihre Enttäuschung über die Handhabe seitens des Schulamts – denn ­einige Monate zuvor wurde vonveiten des Liechtensteinischen Gymnasiums ein positives Si­gnal dazu gegeben, dass es wahrscheinlich keine unentschuldigten Absenzen geben werde, so die Verantwortlichen. Das Schulamt informierte dann vor rund einer Woche darüber, ohne vorab einen Dialog mit den Jugendlichen gesucht zu ­haben, dass es für jede unentschuldigte Lektion eine Absenz geben werde. Dies wiederum ergebe für den kommenden Freitagnachmittag, an dem die Schüler spätestens bis um 15 Uhr streiken wollen, zwei Absenzen. Somit stünde bei den Jugendlichen nach einem Streiknachmittag eine Beanstandung im Zeugnis. «Das sollte unseres Erachtens anders ­gehandhabt werden», erklärt Valentin Ritter, einer der Ini­tianten der Klimaorganisation FL. Bereits in der Schweiz hätte sich diese Vorgehensweise als schlecht herausgestellt, bemerkt er.

Im vergangenen September reichte die St.Galler SVP Frak­tion einen Vorstoss ein, um dort die Praxis der unentschuldigten Absenzen zu stoppen. Die St.Galler Regierung ist nun bemüht, neue Regelungen zu erlassen. Wie diese konkret aussehen, ist nicht bekannt.
Valentin Ritter sagt, dass sich die Schüler gut vorstellen könnten, die verpasste Zeit mit Sozialarbeit zu kompensieren. «Wir werden sicherlich versuchen, in nächster Zeit mit dem Schulamt zusammenzusitzen und die Angelegenheit zu klären», ergänzt er. Die Liechtensteiner Schüler hätten überdies auch nicht vor, nun jeden Freitag zu streiken.

Teilnehmeranzahl «schwierig einzuschätzen»
Seit dieser Woche rühren die Jugendlichen kräftig die Werbetrommel für den Streik: Flyer wurden verteilt und Werbung auf den sozialen Medien sowie in Form von Leserbriefen in den Zeitungen geschalten. Davon erhoffen sie sich eine möglichst grosse Anzahl an Demonstranten. Wie viele Personen genau am Klimastreik teilnehmen, kann Ritter nicht sagen, es sei schwierig einzuschätzen. «Wir hoffen aber, dass sich die Schüler nicht von Einträgen im Zeugnis einschüchtern lassen», fügt er an. Die Verantwortlichen wünschen sich aber auch, dass sich nicht nur Jugendliche daran beteiligen, sondern die gesamte Bevölkerung. Denn Ritter hätte viele positive Rückmeldungen von Erwachsenen erhalten.

Am kommenden Freitag um 13.30 Uhr werden sich die Schüler beim Busterminal in Vaduz versammeln. Danach werde man zum Peter-Kaiser-Platz marschieren, und dort würden Schüler einige Ansprachen halten. «Das Ganze dau­ert aber nicht lange», so Ritter. (qus)

26. Nov 2019 / 22:51
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