Zu Besuch bei der Operette Balzers

Noch elf Tage und die Urfassung von Ralph Benatzkys «Im weissen Rössl» feiert bei der Operette Balzers Premiere. Ein Probenbesuch.

Freitagabend, 19 Uhr: Auf der Bühne des Gemeindesaals Balzers spielen die Solisten den Ablauf eines Liedes nochmals durch. Sie tanzen, singen und klatschen. Schon die ersten fünf Minuten des Probenbesuchs verraten, wie energiegeladen das Stück «Im weissen Rössl» von der Operette Balzers inszeniert wird. Im Vorraum wartet schon der gut 40-köpfige Chor auf seinen Einsatz. Es ist die letzte Probe ohne Kostüme. 

Fotostrecke: Probe, Im weissen Rössl in Balzers
Probe, Im weissen Rössl in Balzers
Probe, Im weissen Rössl in Balzers
Probe, Im weissen Rössl in Balzers
Probe, Im weissen Rössl in Balzers
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Probe, Im weissen Rössl in Balzers
Probe, Im weissen Rössl in Balzers

Über 60 Beteiligte auf der Bühne
Mit etwas Verspätung geht die gemeinsame Probe von Chor und Solisten los. Es sollen die kompletten Chornummern durchgespielt werden. Zu Beginn steht nur eine einzige junge Frau (Judith Dürr) auf der Bühne, genauer gesagt, auf dem Balkon des Hotels «Im weissen Rössl» und singt stimmgewaltig den Erzherzog-Johann-Jodler. Nach diesem sanften Einstieg geht es fetzig los: Kellnerinnen und Stubenmädchen schütteln die Kissen aus den fünf Fenstern des Hotels, mehrere Jungs bringen Stühle und Tische herein und bereiten alles für den Gastgarten vor. 

Miriam Dey stürmt als Reiseleiterin mit einem Regenschirm mit Liechtenstein-Fähnchen und ihrer Reisegruppe auf den Dorfplatz und mischt sich ins Geschehen. Kellner Leo­pold beruhigt die zahlreichen ungeduldigen Gäste des Cafés, die ihn lautstark zum Zahlen herbeirufen. Regisseur Anatol Preissler macht noch wenige Verbesserungsvorschläge, bevor der zweite Durchlauf bereits bestens klappt. Auch beim zweiten Lied «Das ist der Zauber der Saison» sind über 60 Beteiligte auf der Bühne. Und wieder herrscht ein turbulentes Treiben vor dem «weissen Rössl»; es wird gesungen, getanzt und geklatscht. 

Zahlreiche Ohrwürmer
Mitten im Geschehen kämpft Kellner Leopold (Mark Weigel) um das Herz seiner Chefin 
Josepha Vogelhuber (Nicola Brecht), doch diese hat nur Augen für den Rechtsanwalt Dr. Erich Siedler (Christoph Waltle). Und schon steht der beliebte Schlager «Im weissen Rössl am Wolfgangsee» auf dem Programm, beeindruckend vorgetragen von Dr. Erich Siedler, Josepha Vogelhuber und dem stimmenstarken Operettenchor. Für die visuelle Unterstützung sorgen bei mehreren Stücken die Tänzerinnen und Tänzer von Choreografin Tamara Kaufmann, die die Sängerinnen und Sänger zum Tanzen anleiten. Wenig später kommt der Berliner Geschäftsmann Giesecke (Toni Bürzle) dazu, der seine Tochter Ottilie (Christine Schneider) mit dem Sohn seines Konkurrenten Sülzheimer (Christian Nipp) verheiraten möchte. Da seine Pläne nicht wie geplant klappen, muss die charismatische Wirtin den griesgrämigen Giesecke aufmuntern und versucht dies mit dem Lied «Im Salzkammergut, da kann man lustig sein». Nach anfänglicher Skepsis beginnt es auch Giesecke zu gefallen ...

«Riesengrosse logistische Herausforderung»
«Vom ersten Tag an war ich mehr als glücklich über die Konstellation der Mitwirkenden. Mark Weigel und Nicola Brecht sind eine absolute Traumbesetzung», schwärmt Regisseur Anatol Preissler. Manche Sänger hat er aus seinem Netzwerk mitgebracht, er freue sich aber ebenso über ihm bisher noch unbekannte Solisten. «Auch die Präzision und Stimmgewaltigkeit des Chors ist toll.» Spannend fände er vor allem auch die Zusammensetzung aus Profis und Amateuren. Eine Produktion mit über 120 Teilnehmern (Chor, Ballett und Orchester) sei vor allem auch eine riesengrosse logistische Herausforderung. Aber jedes kleine Defizit werde in Balzers mit Liebe für die Sache wettgemacht, so Preissler. 

Klassiker in neuem Gewand
Der Regisseur hat «Im weissen Rössl» bereits zwei Mal inszeniert, nun jedoch erstmals in der wiederentdeckten alten Fassung. «Ich freue mich sehr darauf», so Preissler. «Das weisse Rössl ist einfach ein Klassiker. Es sind so viele Ohrwürmer drin. Auch wenn man die Lieder zuvor noch nie gehört hat, gehen sie einem nicht mehr aus dem Kopf.» Preisslers möchte den Klassiker jedoch nicht verstaubt, sondern in einem neuen Gewand auf die Bühne bringen. «Die Inszenierung wird moderner und frecher», verspricht der Regisseur. Besonders gefalle ihm an der aktuellen Produktion, dass es einerseits turbulente Szenen mit 60 Personen auf der Bühne gebe, andererseits aber auch Intimität in Form von kleinen Spielszenen möglich sei. Ein erster Eindruck beim Probenbesuch bestätigte die gemachten Versprechungen. (mk)

Tickets und Infos: www.operette-balzers.li, +423 384 01 04

14. Jan 2020 / 14:23
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