• Die Fürstenfamilie sowie ihre Vorfahren sind Bestandteil des Albums. (Bild: pd)

Mit einer App Bilder sammeln

Blockchain kann viel mehr, als Finanzgeschäfte zu vereinfachen und Transaktionen von Kryptowährungen abzuwickeln. Beispielsweise bei Tauschgeschäften ungewollte Kopien verhindern und die Einzigartigkeit der Objekte wahren. So könnte sie künftig für weitere Applikationen dieser Art attraktiv werden.

Mit dem Ziel vor Augen, alles, was gesammelt werden kann, auf die Blockchain und das Smartphone zu bringen, entwickelten Klaus Stark und Bernhard Elkuch eine App mit Sammelkarten. Genauer gesagt geht es darum, Sujets aus Liechtenstein in ein digitales Album zu kleben. Die App bd300 steht in Zusammenhang mit dem 300-Jahre-Jubiläum Liechtensteins. Dafür liessen die Initianten von der Künstlerin Tanja Frick 300 Karten zeichnen. In Zusammenarbeit mit Historiker Heribert Beck entstand zu jedem einzelnen Bild ein Text mit zusätzlichen Informationen. «Da konnten sogar wir noch etwas lernen», schmunzelt Klaus Stark. «Im Prinzip geht es in der App darum, die gesamte 300-jährige Geschichte des Landes zusammenzustellen», erklärt er. So sind die ehemaligen Fürsten des Landes abgebildet, bekannte Gebäude, markante und beliebte Landschaften, erfolgreiche Sportler, Gemeindewappen, Parteien, Berge, die ältesten Vereine, Firmengründer und vieles mehr. «Vielleicht haben wir sogar noch ein paar Leute oder Gebäude in dem Spiel vergessen», fügt Klaus Stark während der Aufzählung hinzu. 

Die physischen Karten werden an  an Verkaufsstellen und in bestimmten Geschäften erhältlich sein. «Auf der Karte befindet sich dann der QR-Code, mit dem man die digitale Sammelkarte für das mobile Album erhält», so Klaus Stark. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben, an bestimmten Orten einen QR-Code zu scannen. «Wer weiss, vielleicht kann man so die Leute zu bekannten Orten oder gar ins Museum locken. Sie müssen also auch etwas aktiv werden, um Karten gratis zu erhalten», erklärt er. Dies verleitet also dazu, hinauszugehen, aktiv zu werden und etwas über die Geschichte des Landes sowie Blockchain zu lernen. Auch über die App sollen später Karten erworben werden. «Die doppelten Karten kann man tauschen. Man bietet sie auf der App an und wenn jemand spezifisch nach dieser einen Karte sucht, wird man gefunden.» Sobald das Album voll ist, kann man es drucken lassen. So hält man am Schluss einen Sammelband als Erinnerung an das Jubiläum in den Händen. 

Stücke bleiben einzigartig

Damit die Karten nicht kopiert werden und tauschbar bleiben, wenden Klaus Stark und Bernhard Elkuch in dieser App die Blockchain-Technologie der hiesigen Firma Coreledger an. So bleiben die digitalen Sammelstücke limitiert. «Blockchain ist eine geeignete Technologie, die das ermöglicht. Etwas, das mir gehört, kann ich übertragen – und das nur mit meiner Zustimmung. Niemand kann mir die Karten wegnehmen. Diese Technologie kann solche Dinge im Internet schützen», erläutert Klaus Stark. 
Bis jetzt tauchte der Begriff «Blockchain» meist in Zusammenhang mit digitalen Währungen und Bankgeschäften auf. Sie ist sehr komplex, daher schwierig zu verstehen und löst Skepsis aus. «Die Technologie kam praktisch aus dem Nichts und verlangt gleich zu Beginn sehr viel», begründet Klaus Stark. «Das Spiel soll die Angst vor Blockchain nehmen, denn in dieser App ist sie reines Mittel zum Zweck. Kryptowährungen sind kein Bestandteil davon. Blockchain kann so spielerisch begriffen werden», erläutert er. Die beiden Initianten beschäftigen sich seit Jahren selbst intensiv mit dieser Technologie.

Distanz ist noch vorhanden

Wie gross die Skepsis gegenüber Blockchain hierzulande ist, erfuhren die Initianten, als sie auf der Suche nach Unterstützern für die App waren. «Alle fanden die Idee toll, bis der Begriff ‹Blockchain› fiel. Dann mussten wir gegen Mythen kämpfen», bedauert Klaus Stark. Die Distanz sei deutlich vorhanden. Auch was den App Store anbelangt, ging es wegen Blockchain schleppend voran. «Es wird genau unter die Lupen genommen, denn sie wollen nicht, dass jemand etwas mit Währungen macht. Der Prozess ist dann viel komplizierter. Stets musste ich mehrmals erklären, dass wir mit dieser App rein gar nichts mit Kryptowährungen machen. Mit der Gesetzesinitiative der Regierung und vielleicht durch unser Spiel verbessert sich die Wahrnehmung deutlich», fügt er hinzu. Klaus Stark und Bernhard Elkuch sehen es als Herausforderung, neue Wege zu gehen und nicht etwas zu tun, was andere bereits in die Hand genommen haben.

Mit der App wird kein grosses Geschäft gemacht. «Wir sehen es als künftige Investition», so Klaus Stark. «Eine andere Ausgestaltung der App eignet sich für Sammelspiele im Tourismus und ebenso im Sport.» Denn das digitale Spiel soll einen Lerneffekt auslösen. «Beispielsweise in der Schule oder im Familienalltag als ein Mittel, um spie­le­risch zu lernen. Auch ohne Karte erhalte ich alle Informationen über die Bilder. Zudem soll auch die Blockchain-Technologie gefördert und für alle erlebbar gemacht werden.» Schliesslich möchten sie damit Liechtenstein mit seiner Geschichte den Menschen näherbringen. (ms)

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