•  (Tatjana Schnalzger)

Im Einsatz für besondere Herzenswünsche

Die Wunschbegleiter der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe sind dabei, wenn die Wünsche von Kindern, die mit einer Krankheit, Behinderung oder schweren Verletzung leben, in Erfüllung gehen. Eine von ihnen ist Sandra Gaccioli aus Vaduz.

Es ist der coolste Nebenjob der Welt», schwärmt Sandra Gaccioli und strahlt über das ganze Gesicht. Sie ist nämlich eine von rund 50 Wunschbegleitern der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe. Die Stiftung hat sich ganz der Erfüllung von Kinderträumen verschrieben. Während die «Wunschfeen» im Hintergrund alles Organisatorische in die Hand nehmen, sind es die Wunschbegleiter, wie Sandra Gaccioli aus Vaduz, welche den Sternschnuppe-Kindern und ihren Familien während der Wunscherfüllung zur Seite stehen. Sie begleiten die Familien und sorgen vor Ort nicht nur dafür, dass der Herzenswunsch ganz im Sinn der Kinder abläuft, sondern auch, dass alles reibungslos funktioniert. «Ich bin während der Zeit der Wunscherfüllung sozusagen die persönliche Assistentin und Reisebegleiterin der Familie», erklärt die Vaduzerin. 

An ihren ersten Einsatz kann sie sich noch gut erinnern. Das war im September 2015. Damals durfte sie ein Kind ins Disneyland Paris begleiten. «Dort wollte ich selbst auch schon immer hin. Da hat sich auch ein Wunsch von mir erfüllt», erzählt sie. Der Job als Wunschbegleiterin sei manchmal auch ziemlich fordernd, wie sie mit ernstem Ton klarstellt: «Man muss sehr flexibel und vor allem gut organisiert sein.» Denn auch wenn die «Wunschfeen» alles bis ins kleinste Detail geplant haben, kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. «Es kann sein, dass sich der Zug verspätet, ein Flug verschoben oder gestrichen wird, dass das organisierte Taxi nicht kommt oder die Buchung im Hotel nicht stimmt – alles Mögliche kann passieren. Da braucht es jemanden, der vor Ort für die Familie einsteht und schnell eine Lösung findet.» 

Grosse Verantwortung
Auf die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe wurde Sandra Gaccioli vor etwa fünf Jahren aufmerksam. «Ich glaube, ich habe irgendwo mal ein Inserat gesehen», meint sie. Anfangs hat sie gespendet. Als sie eines Tages  im Magazin der Stiftung von einem bevorstehenden Anlass las, wollte sie die Aktion aktiv unterstützen. «Ich liebe es, Kinder zu schminken und dachte, das wäre doch eine tolle Idee für den Familientag», erzählt sie. Die Stiftung freute sich sehr über das Angebot und schnell hatte die aufgestellte Frau ein paar Gleichgesinnte organisiert, welche sie bei ihrem Vorhaben unterstützten. «Es war ein toller Tag und dabei bin ich auch in Kontakt mit einigen Wunschbegleitern der Stiftung gekommen.» Diese erzählten begeistert von ihrer Aufgabe und ihren Erlebnissen mit den Familien. Für Sandra Gaccioli war schnell klar: Sie will sich als Wunschbegleiterin bewerben. 

Das Ehrenamt bei der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe ist begehrt. Doch die Mitarbeitenden wissen: Der Job bringt grosse Verantwortung mit sich. Die Wunschbegleiter werden von der Stiftung daher mit grosser Sorgfalt ausgewählt. Denn nicht jeder ist für diese Aufgabe geeignet – so gern er das vielleicht glauben mag. Das müssen Personen sein, die flexibel und gut organisiert sind. Die im Idealfall eine oder mehrere Fremdsprachen sprechen. Vor allem müssen sie sich für das Sternschnuppe-Kind und dessen Familie einsetzen können. «Es geht nicht darum, zu helfen. Es geht nicht um Mitleid. Es geht darum, dem Kind und der Familie ein tolles Erlebnis zu ermöglichen. Da muss man ein Troubleshooter sein und manchmal auch auf den Tisch hauen können», sagt die Vaduzerin und schmunzelt.

Der wertvollste Schatz der Stiftung
Für die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe sind die Wunschbegleiter unglaublich wertvoll. Im Jahr 2017 standen sie mit über 4000 Stunden der Stiftung tatkräftig zur Seite. Stunden, die sie freiwillig leisten und zum Teil von ihrer Urlaubszeit nehmen. «Wir vertreten die Stiftung auch nach aussen und sind sozusagen ihre Botschafter. Die Stiftung ist dank uns mit einer engagierten Person bei der Wunscherfüllung dabei. Wir nehmen die Familie an die Hand und setzen Himmel und Hölle in Bewegung, damit alles klappt», erklärt Sandra Gaccioli.

Etwa zwei bis drei Mal im Jahr ist die Vaduzerin als Wunschbegleiterin im Einsatz. Das seien immer sehr intensive Tage. Von früh morgens bis manchmal spät in die Nacht begleitet sie die Sternschnuppe-Kinder und ihre Familien. Erschöpfung kenne sie jedoch nicht, wie sie sagt. «Man ist ganz auf die Familie und die Erfüllung des Wunsches fokussiert. Den Rest vergisst man völlig.» Das Hochgefühl halte auch nach der Wunscherfüllung noch eine Weile an. «Man ist total energiegeladen, wenn man zurückkommt», meint sie mit einem Leuchten in den Augen. Zu manchen der Familien habe sie heute noch Kontakt. «Manchmal verbringt man eine nette Zeit miteinander und manchmal springt einfach ein Funke über und es entsteht eine tolle Freundschaft.»

Die «Liewo» sammelt für Kinderträume
Die Begeisterung von Sandra Gaccioli hat auch das Team der «Liewo» und des Vaduzer Medienhauses angesteckt. Die traditionelle Weihnachts-Spende der Sonntagszeitung wird daher in diesem Jahr der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe zugutekommen. Das Geld soll helfen, die Wünsche von Kindern und Jugendlichen, die mit einer Krankheit, Behinderung oder schweren Verletzung leben, zu erfüllen. Wie zum Beispiel den von Sara Willi aus Grabs, die an Krebs erkrankte. Sie ist ein grosser Fan von Harry Potter und wünscht sich, einmal die Filmstudios in London besuchen zu dürfen. «Da war ich selbst noch nie», meint die Wunschbegleiterin, die – wer weiss – vielleicht das 14-jährige Mädchen begleiten wird. (sms)

Liewo-Spendenkonto: LI62 0880 5503 3632 6001 6
Referenz: Sternschnuppe, VP Bank, FL-9490 Vaduz

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09. Dez 2018 / 00:00
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