•  (Daniel Schwendener)

«Ich mache aus Träumen Realität»

Die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe erfüllt die Herzenswünsche von kranken oder behinderten Kindern. Eine der «Wunschfeen», welche die Wünsche wahr werden lassen, ist Marlene Grohmann. Im Gespräch mit der «Liewo» erzählt sie, was den Job ausmacht und warum jeder Wunsch etwas ganz Besonderes ist.

Frau Grohmann, Sie haben einen ungewöhnlichen Beruf. Wie beschreiben Sie anderen Ihren Job?Marlene Grohmann: Nun, genau so: «Ich bin eine Wunschfee und ich erfülle Wünsche.» Nur zaubere ich mit dem Telefon und dem Computer.

Ich stelle mir das recht herausfordernd vor.
Das ist es. Immerhin haben die Kinder bei der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe nur einen einzigen Wunsch frei. Meine Aufgabe ist es, herauszufinden, was genau sich das Kind wünscht und das zu erfüllen. Feuerwehr-Wünsche zum Beispiel sind häufig. Aber jeder dieser Wünsche ist anders. Das eine Kind möchte einmal mit dem Feuerwehrauto fahren. Das andere möchte dagegen mit der Drehleiter ganz hoch hinaus. Das ist das knifflige an meinem Job, herauszufinden, was es ist, das die Kinder begeistert.

Ein einziger Wunsch – der will gutüberlegt sein. Wissen die Kinder denn immer, was sie sich wünschen sollen?
Manche Kinder wissen sofort, was sie wollen und haben ganz konkrete Vorstellungen. Andere überlegen jahrelang. Für Viele ist es bestärkend zu wissen, dass sie sich etwas wünschen dürfen.

Gibt es Wünsche, welche die«Wunschfeen» nicht erfüllen können?
Ja, leider gibt es die. Wir müssen uns auch an Spielregeln halten. Die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe erfüllt keine materiellen Wünsche. Bei uns geht es um Erlebnisse. Dann gibt es Wünsche, die sich aufgrund des Zustandes des Kindes nicht erfüllen lassen oder einfach nicht machbar sind, ein Lottogewinn zum Beispiel oder der Weltfrieden.

Was ist die grösste Herausforderung in Ihrem Job?
Das kommt auf das Kind beziehungsweise den Wunsch an. Oft ist die Logistik die grösste Herausforderung. Manche Kinder haben viel an medizinischem Equipment, das sie benötigen. Manchmal steckt man bei der Organisation fest und überlegt verzweifelt, welche Hebel man noch betätigen kann, um den Wunsch zu erfüllen. Andere Wünsche sind wiederum emotional sehr herausfordernd. Wenn es dem Kind nicht gut geht beziehungsweise man weiss, dass man nur wenig Zeit hat.

Als «Wunschfee» ist man sicherpersönlich betroffen, wenn eines der Kinder stirbt …
Selbstverständlich. Aber das ist zum Glück nur ganz selten der Fall. Wir haben zwar immer wieder mit schwierigen beziehungsweise traurigen Situationen zu tun. Damit muss man als «Wunschfee» umgehen können. Doch unser Fokus ist auf den Wunsch und die Freude des Kindes gerichtet.

Wie nachhaltig sind die Erlebnisse?
Es sind sicher alles Erlebnisse, die den Kindern noch lange in Erinnerung bleiben. Einige davon kann man aber sicher als lebensverändernd bezeichnen. Es ist manchmal schon unglaublich, was so ein kleiner Wunsch für Wellen schlagen kann.

An welchen Wunsch erinnern Sie sich noch besonders?
Oje, da gibt es viele … Einen, an den ich oft und gern denke, ist sicher der Wunsch eines Mädchens, das unbedingt den Hollywood Boulevard sehen wollte. Bei der Wunscherfüllung ging es ihr gut. Dass sie dem Krebs erliegen könnte, war bei den Gesprächen kein Thema. Es hat mich daher sehr getroffen, als die Mutter mir erzählte, dass sie den Kampf gegen die Krankheit verloren hatte. Da denkt man sich: Was hatte das ganze für einen Sinn? Und dann erzählt die Mutter, dass die Tochter auf dem Grabstein einen solchen Stern hat, wie man sie auf dem Boulevard sieht. Da wird einem klar, dass eine Wunscherfüllung für das Kind eine viel grössere Bedeutung hatte, als einem während der Organisation bewusst war. (sms)

 

Liewo-Spendenkonto: LI62 0880 5503 3632 6001 6
Referenz: Sternschnuppe, VP Bank, FL-9490 Vaduz

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23. Dez 2018 / 09:26
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