• Happy husband and wife riding self-balancing scooters
    Wer mit dem Smartwheel oder Hoverboard auf öffentlichen Strassen unterwegs ist, riskiert eine Anzeige oder Busse. (Bild: iStock)  (Zinkevych)

Elektro-Fahrzeuge im Trend: Wo hört der Spass auf?

Wer sich Gedanken über eine Anschaffung eines Hoverboards, Solowheels oder Segways macht, sollte wissen: Nicht alle der Trendfahrzeuge sind auf den öffentlichen Strassen und Gehwegen zugelassen.

Seit der Erfindung des Rades hat der Mensch verschiedenste Geräte und Maschinen entwickelt, um sich möglichst rasch und bequem fortzubewegen. In letzter Zeit liegen vor allem Elektro-Fahrzeuge im Trend, wie zum Beispiel das Hoverboard, auch Smartwheel oder Balanceboard genannt. Das Gefährt ähnelt einem Skateboard, bloss sind hier zwei grosse Räder parallel nebeneinander am Brett befestigt. Durch die Verlagerung seines Körpergewichts steuert der Fahrer das Gerät. Ähnlich funktioniert das elektronische Einrad – das Solo­wheel – oder die neuen Hoverboard-Schuhe, die an elektrische Roll-
schuhe erinnern.
Vor allem in den Städten sieht man immer mehr Menschen mit den modernen Elektro-Fahrzeugen durch die Strassen flitzen. Kein Wunder: Sie sind kompakt, unkompliziert in ihrer Handhabung, verhältnismässig günstig und emissionslos – und es macht Spass, sich auf ihnen fortzubewegen. Doch was so manchen trendigen Fahrern nicht bewusst ist: Auch für die Nutzung der Spass-Fahrzeuge gibt es gesetzliche Regelungen. Und diese werden nicht selten missachtet.

Zulassung erforderlich

«Grundsätzlich werden alle Fahrzeuge, auch Elektrofahrzeuge, die die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge erfüllen, für den öffentlichen Strassenverkehr zugelassen», erklärt Otto C. Frommelt, Amtsleiter der Liechtensteiner Motorfahrzeugkontrolle (MFK). Tatsächlich erfüllen nur wenige der Spass-Fahrzeuge die technischen Anforderungen. Dazu gehören zum Beispiel das E-Skateboard, das E-Kart, das Solowheel und das Smartwheel, «da sie keine Beleuchtung, ungenügende Bremswirkung, fehlende Ausrüstung haben oder sonstige technische Anforderungen nicht erfüllen.» Mit ihnen darf also weder auf Strassen noch auf Gehwegen gefahren werden. 
E-Bikes, Stehroller (Segway) und Elektro-Trottinetts hingegen sind im öffentlichen Strassenverkehr zugelassen. Für diese gelten dieselben Bestimmungen wie für Motorfahr­räder. Das heisst, sie erfordern je nach Ausführung eine Zulassung (Vignette). Diese wird jedoch nur ausgestellt, wenn eine Typenprüfung vorliegt. Da diese Fahrzeuge allerdings aus dem freien Warenverkehr stammen und dafür weder in der EU noch in der Schweiz beziehungsweise in Liechtenstein Richt-linien existieren, müssen die Fahr-
zeuge für eine Typengenehmigung einzeln geprüft werden. 
Von den Elektro-Stehrollern erfüllt bisher nur das Modell von Segway Inc. die Anforderungen der Typengenehmigung und ist folglich für den öffentlichen Strassenverkehr zugelassen. Alle übrigen Elektro-Stehroller haben keine Typengenehmigung und somit auch keine Zulassung. 
«Elektro-Velos bis 25 km/h benötigen kein Nummernschild und keine Prüfung bei der MFK», weiss Otto C. Frommelt. «Elektro-Velos bis 45 km/h unterstehen aber sämtlichen Vorschriften für Mofas und benötigen auch ein Mofaschild.» Und auch bei den E-Trottinetts ist je nach technischer Ausführung eine Prüfung der Strassenzulassung erforderlich.

Gehwege nicht ausgenommen

Nun gibt es doch den einen oder anderen Fahrer, der glaubt, die gesetzlichen Regelungen betreffen ledig­lich die Strassen und nicht die Gehwege. Der öffentliche Strassenverkehr umfasst jedoch alle öffentlich zugänglichen Strassen, Geh- und Fahrradwege sowie Parkplätze und Fussgängerzonen. Es ist nicht zulässig, mit den Elektro-Fahr­zeugen auf Gehwegen oder in Fussgängerzonen zu fahren. Auch Fuss­gänger sind Teil des öffent­lichen Verkehrs. Nicht zugelassene Fahrzeuge dürfen also lediglich auf privaten Grundstücken gefahren werden. Wer mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug auf öffentlichem Grund unterwegs ist, riskiert eine Anzeige oder Busse.
Ob und wo die Spass-Fahrzeuge genutzt werden können, klärt man am besten gleich beim Kauf. Der Händler sollte im Idealfall wissen, wo das neue Gefährt benutzt werden darf und wo nicht. (sms)

08. Jul 2018 / 00:01
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