•  (Tatjana Schnalzger)

Ein zauberhafter Herzenswunsch

Nachdem Sara Willi aus Grabs an Krebs erkrankte, durfte sie bei der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe ihren Herzenswunsch platzieren. Für den grossen «Harry Potter»-Fan war bald klar, was sie sich wünschte: Ein Besuch der Harry Potter-Studios in London. Die «Liewo» will diesen Wunsch mit ihrer Spendenaktion unterstützen.

Mit Hermine Granger könne sie sich gut identifizieren, verrät Sara Willi. «Ich lerne auch gern und war ein bisschen rechthaberisch, als ich noch jünger war.» Seit ihrem neunten Lebensjahr ist sie ein begeisterter Fan von den Geschichten über Harry Potter. Kaum ein Wochenende vergehe, an dem nicht einer der acht Filme laufe, erzählt Papa Daniel Willi und grinst. Mit Fantasy habe er es nicht so. Die jüngere Schwester hat Sara Willi mit dem Harry-Potter-Fieber bereits infiziert. «Mir gefällt Luna Lovegood am besten», erklärt Ramona Willi. 

Lieber als die Filme habe die ältere der Schwestern aber die Bücher. «Vor allem die dicken. Weil da ist alles viel genauer beschrieben als in den Filmen», sagt sie. Mittlerweile lese sie aber nur noch die Zitate. «Ich weiss ja, was dazwischen steht.» Wie oft sie die Bücher schon gelesen hat, kann sie gar nicht mehr sagen. Die Bücher waren auch im Spital dabei. Bei jeder Untersuchung und jeder Therapie. 

Viele Behandlungen und viele Perlen
Im vergangenen Winter fiel auf, dass Sara ständig müde war und an Gewicht verlor. Auch ein vermindertes Lungenvolumen wurde festgestellt.  Asthma war die Diagnose. Mit der Zeit hat sich das Volumen immer mehr verringert. «Ich habe immer schwerer Luft bekommen.» Den Spray hat sie mit der Zeit nicht mehr vertragen. Im Mai litt sie unter Kurzatmigkeit, nächtlichen Schweissausbrüchen und permanentem Fieber. Das Lungenvolumen lag mittlerweile bei 40 Prozent. «Ich war auch ständig müde», sagt sie. Pfeiffersches Drüsenfieber und eine Lungenentzündung wurden anfangs diagnostiziert. «Es wurde aber nicht besser», erzählt der Vater. Der Lungenspezialist ordnete schliesslich ein Röntgen an. Kurz darauf erhielt die Familie die Diagnose Krebs. Bei der 14-Jährigen hatte sich ein Hodgkin-Lymphom gebildet, ein Tumor im Lymphdrüsen-System. «Ich war, ehrlich gesagt, erleichtert. Ich dachte: Endlich kann man etwas dagegen tun. Bald geht es mir wieder besser», erinnert sich Sara Willi an den Moment. Angst wegen der Krankheit habe sie fast keine gehabt, wohl aber vor den Untersuchungen und Behandlungen. «Der Arzt hat aber uns sofort erklärt, dass der Krebs zu 95 Prozent behandelt werden kann.» Zudem hatte der Tumor nicht gestreut. Die Chancen standen also gut. «Dass ich meine Haare verlieren würde, das habe ich besonders schlimm gefunden», sagt sie. Diese wachsen aber schon wieder nach und Sara Willi geniesst es, dass sie dank ihrer zwei Perücken je nach Lust und Laune zwischen drei Frisuren wählen kann. «Im Sommer war die Glatze sogar fein», meint sie und lacht.

Mit der Behandlung ist Sara Willi so gut wie fertig. Immer wieder musste sie während des vergangenen Sommers ins Spital fahren, zu einer Biopsie, einer Operation, um den Port zu setzen, zu Chemotherapien. Eine Perlenkette erinnert sie an diese Aufenthalte. Für jede Untersuchung oder Behandlung erhalten die Kinder im Kinderspital eine sogenannte Mutperle (www.mutperlen.ch). Jede dieser Perlen hat eine Bedeutung, wie die 14-Jährige erklärt: «Tiere gibt es fürs Port anstechen oder für eine Biopsie. Alles, was mit Essen zu tun hat, gibt es, wenn man für eine Untersuchung nüchtern sein muss. Das Glatzköpfli habe ich erhalten, als ich meine Glatze bekam. Und den Chemokasper gibt es für jede Chemotherapie.» Über 80 Perlen zählt die Jugendliche auf ihrer Kette. Wofür sie welche bekam, weiss sie noch ganz genau. Trotzdem hofft sie, dass nicht mehr viele dazukommen. «Es gibt Kinder im Spital, die haben schon mehrere Ketten voll», erzählt sie.

Ein einmaliges Erlebnis 
Wie alle Kinder und Jugendliche in der Schweiz und Liechtenstein, die mit einer schweren Krankheit, Behinderung oder den Folgen eines Unfalls leben, darf auch Sara Willi einen Wunsch bei der der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe platzieren. Anfangs wusste sie gar nicht, was sie sich wünschen sollte. «Als mir meine Musiklehrerin Fotos von den Harry-Potter-Studios in London zeigte, wusste ich: Da will ich hin.» Besonders freue sie sich auf den fliegenden Besen. «Wenn man die Hand darüberhält und sagt ‹up›, dann kommt er hoch – genau wie im Film», schwärmt sie und hat leuchtende Augen. Ausserdem wolle sie wissen, wie die Filmmacher das Wetter in der grossen Halle der Zauberschule Hogwarts steuern. «Einmal regnet es, dann schneit es wieder und dann ist es wieder sonnig. Ich will wissen, wie sie das machen.»

«Als wir das erste Mal von der Sternschnuppe gehört haben, fanden wir das eine tolle Sache», sagt der zweifache Vater. Anfangs kam ihm der Wunsch seiner Tochter etwas zu gross vor. Doch die Wunschfeen der Stiftung wissen: Bei den Wünschen geht es nicht ums Geld. Der Herzenswunsch der Kinder und ein tolles Erlebnis, wenn möglich für die ganze Familie, stehen im Vordergrund. Damit der Wunsch von Sara Willi, und hoffentlich noch einige mehr, in Erfüllung gehen, unterstützt die «Liewo» die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe in diesem Jahr mit ihrer traditionellen Weihnachts-Spende. (sms)

Liewo-Spendenkonto: LI62 0880 5503 3632 6001 6
Referenz: Sternschnuppe, VP Bank, FL-9490 Vaduz

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02. Dez 2018 / 00:00
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