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An Eigenverantwortung appellieren

Rund drei Viertel aller Kühe in der Schweiz tragen keine Hörner. Dies erleichtere den Landwirten angeblich die Haltung der Tiere in Freilaufställen. Mittels einer Initiative der Interessengemeinschaft Hornkuh soll die Haltung von Kühen und Ziegen mit Hörnern vom Bund mittels Subventionen gefördert werden.

Für emotionale Diskussionen und Kommentare sorgt derzeit die Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)», sobald irgendwo ein Bild einer Kuh erscheint. Eine entscheidende Rolle nimmt dabei die Tatsache ein, ob die Kuh Hörner trägt oder nicht. Die Interessengemeinschaft (IG) Hornkuh möchte verhindern, dass sich Landwirte aus rein wirtschaftlichen Gründen für Tiere ohne Hörner entscheiden. Denn die Haltung dieser Tiere würde laut dem Initiativkomitee weniger Kosten verursachen, da die Tiere weniger Platz benötigen würden. Jedoch entscheiden sich Halter auch für Kühe ohne Hörner, um das Verletzungsrisiko von Mensch und Tier zu minimieren. Die Initianten sehen darin eine erhöhte Einschränkung des Tierwohls und eine Verletzung seiner Würde. Darum soll ihrer Ansicht nach der Bund Halter von Kühen und Ziegen mit Hörnern finanziell unterstützen. 

Zusätzliche Beiträge
Der Bund fördert eine artgerechte Haltung in Freilaufställen mit regelmässigem Auslauf. Dabei spielt es aktuell keine Rolle, ob die Tiere Hörner tragen oder nicht. Dies möchte die IG Hornkuh ändern, damit Halter mit behornten Tieren zusätzliche Beiträge erhalten, wobei die Höhe nicht definiert wurde. Laut den Initianten sollen diese durch Kürzungen von anderen Beiträgen an die Landwirtschaft finanziert werden. Es wird ganz klar betont, dass die Initiative kein Verbot des Enthornens vorsieht. Für das Initiativkomitee stellt dieser Vorgang jedoch eine Verstümmelung dar. Wie sehr ein solcher Eingriff die Tiere belastet und ob sie langfristige Schäden davontragen, ist nicht erforscht. 

Die Gegner der Vorlage sehen in der Initiative falsch gesetzte Anreize. Nach heutigem Stand des Wissens würde das Enthornen der Kühe und Ziegen das Tierwohl nicht übermässig beeinträchtigen. Die Gegner der Initiative befürchten gar eine Abkehr von den Freilaufställen zurück zur Anbindehaltung, um die Verletzungsgefahr der Tiere zu minimieren, denn durch die finanziellen Beiträge würden wohl einige Landwirte wieder Kühe mit Hörner halten wollen. Die Anbindehaltung beeinflusst die Bewegungsfreiheit sowie die Sozialkontakte der Tiere im negativen Sinne. Sie kommen dabei zum Schluss, dass dies eine grössere Beeinträchtigung für die Tiere wäre als das Enthornen. 

Andere Bereiche kürzen
Je nachdem, wie die Initiative umgesetzt werde, müsste der Bund zwischen 10 und 30 Millionen Franken im Jahr dafür aufwenden. Dies würde zu Kürzungen in anderen Bereichen der Landwirtschaft führen. Weiter bringe die Erfassung der Tiere mit und ohne Hörner einen beachtlichen Aufwand mit sich. Darum appelliert der Bund an die unternehmerische Eigenverantwortung und möchte diese Freiheit den Landwirten selbst überlassen. (ms)

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18. Nov 2018 / 00:00
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