• Manuela Ritter
    Die Familie ist für Manuela Ritter das grösste Glück.  (Daniel Schwendener)

"Meine Selbstständigkeit ist nicht selbstverständlich"

Als diplomierte Pflegefachfrau weiss Manuela Ritter, wie schnell Träume platzen können. Ihren hat sie sich nach langer Zeit nun doch noch erfüllt, dank grosser Unterstützung ihrer Familie.

Manuela Ritter arbeitet als diplomierte Pflegefachfrau auf der Tagesstation im Spital Grabs. Eigentlich wollte sie Goldschmiedin werden, wie sie verrät. «Mit 14 Jahren habe ich bei einem Juwelier geschnuppert.» Als Kind habe sie zu jenen Mädchen gehört, die Perlenarmbänder und -ketten knüpften. Warum es dann doch anders kam, weiss die gebürtige Österreicherin heute nicht mehr. Statt einer Lehre hat sie die Fachhochschule für Wirtschaftliche Berufe in Feldkirch gemacht und sich später für den Pflegeberuf interessiert. Bevor sie ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnen konnte, musste sie ein Jahr überbrücken. Sie fand eine Stelle im Alters- und Pflegeheim in Bregenz. «Schon damals hat mir die Arbeit gut gefallen. Ich brauche soziale Kontakte. Und die Arbeit mit den Menschen gibt einem so viel zurück. Daher würde ich meinen Beruf sicher nicht aufgeben wollen», sagt sie.

Ein Traum wird wahr

Ihren Kindheitstraum, Goldschmiedin zu werden, hat die 34-Jährige trotzdem nie aufgegeben. Der schlummerte über die Jahre immer  noch tief in ihr. Das wusste auch ihr Mann, der sie eines Tages mit Tickets für die Inhorgenta überraschte, der Internationalen Fachmesse für Schmuck, Uhren, Design, Edelsteine und Technologie in München. «Er ist sogar mit mir zehn Stunden durch die Messe gelaufen», erinnert sich Manuela Ritter. Am Ende des Tages hatte sie alle Kontakte, die sie brauchte, um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Doch trotz aller Euphorie wollte sie den grossen Schritt doch nicht wagen. «Unsere Kinder waren damals noch etwas zu jung», erklärt sie. 

Vergangenen Frühling war es endlich soweit und die kreative Frau meldete ihr Gewerbe an. «Ich bin unglaublich glücklich, dass ich nun meinen Traum leben darf», freut sie sich und ihre Augen strahlen. Mittlerweile hat sie sogar schon eine eigene Schmuckkollektion aus Perlen herausgebracht – ihr ganzer Stolz. «Die nicht runden Perlen habe ich am liebsten», erklärt sie. «Denn wie die Perlen ist auch jeder Mensch einzigartig und hat seine Ecken und Kanten – ganz rund ist keiner.»

Träume erfüllen sich nicht von selbst

Aufgewachsen ist Manuela Ritter in Koblach als zweite von vier Kindern, vier Mädchen. Ihr Vater war Alleinverdiener. Ihre Mutter kümmerte sich zu Hause um die Kinder. «Unsere Eltern haben immer versucht, uns alles zu ermöglichen», erzählt sie. Und schon früh lernten die Töchter, dass man alles erreichen kann, wenn man zielstrebig ist und für seine Träume arbeitet. «Wenn wir etwas wollten, mussten wir selbst dafür aufkommen. Taschengeld gabs nicht.» So haben Manuela und ihre Schwestern Ferial- und Gelegenheitsjobs übernommen, um sich ihre Wünsche erfüllen zu können. «Ich habe zum Beispiel am Wochenende und in den Ferien Zeitungen ausgetragen», sagt sie. Noch heute schätze sie die Erziehungsmethode ihrer Eltern sehr. «Wenn man für seine Ziele arbeiten muss, haben sie einen ganz anderen Wert, als wenn man sie einfach so bekommen hätte.» 

Ihr Mann: Ihr persönlicher Held 

Dass nicht jeder das Glück hat, sich seinen Traum verwirklichen zu können, ist Manuela Ritter sehr bewusst, wie sie weiss. «Meine Selbstständigkeit ist nicht selbstverständlich» Denn in ihrem Beruf als Pflegefachfrau begegnet sie immer wieder noch ganz jungen Menschen mit einer endgültigen Diagnose. Nicht selten hätten diese den ein oder anderen Traum, den sie sich nicht mehr erfüllen können. «Das Leben ist zu kurz, um von den Träumen zu träumen», sagt die Pflegefachfrau. 

Unterstützt wird sie bei ihrem Vorhaben von ihrer Familie und besonders von ihrem Mann. «Er ist ein Guter», sagt sie. «Ich bin sehr dankbar dafür, dass er mich so unterstützt und mir hilft, meinen Traum zu leben. Das ist nicht selbstverständlich.» Das Paar ist mittlerweile seit fast 20 Jahren zusammen. Kennengelernt haben sie sich noch in der alten Jugenddisco «Nonstop» in Feldkirch. Als er später nach Wien zog, um zu studieren, reiste sie ihm kurzerhand nach und arbeitete in einer Privatklinik. Heute ist das Paar glücklich verheiratet, wohnt in Nendeln und hat zwei Kinder, Raphael (4 Jahre) und Clarissa (3 Jahre). «Ich weiss, es tönt kitschig, aber die beiden Schätze sind mein grösstes Glück», sagt die zweifache Mama stolz. Nach ihnen hat sie auch ihr Unternehmen getauft: «Clara». Und mit ihren Kindern lebt sie auch gern ihre kreative Ader aus. So werde zu Hause viel gebastelt – auch Perlenschmuck, wie sie lachend gesteht. (sms)

03. Nov 2019 / 00:00
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