• Pia Bertsch, Mels
    Liewo Porträt: Pia Bertsch, Bahnhofsgebäude Mels, Bild aufgenommen am 28.01.2020, FOTO©RIGHT: TATJANA SCHNALZGER  (Tatjana Schnalzger)

"Ich bin eine Vollblutsportlerin"

Sport ist ihre grosse Leidenschaft. Doch Sport allein wäre auch für Pia Bertsch zu langweilig. Die Sportlehrerin kann sich für vieles begeistern, wobei sie in der Langeweile auch Gutes sieht.

Pia Bertsch gehört nicht zu den Suchenden, sondern viel mehr zu den Findenden. So manches sei ihr im Leben schon zugeflogen, wie sie erzählt. «Vermutlich liegt das daran, dass ich mich für vieles schnell begeistern kann», meint sie und lacht. Die grosse Leidenschaft in ihrem Leben ist aber definitiv der Sport. «Ich bin eine Vollblutsportlerin.» Schon in ihrer Jugend konnte sie sich für die Leichtathletik begeistern. Der Sprint ist ihre Disziplin: kurz, schnell «und schnell müde», sagt sie mit einem Augenzwinkern. «Wenn man so aufwächst, steht die Leistung im Vordergrund. Immerhin kann man nicht nur ein bisschen Leichtathletik machen. Man will ja gut sein.» Daneben hat sie noch so manch anderen Sport ausgeübt und hat später eine Karriere in diesem Bereich eingeschlagen. 

Heute ist Pia Bertsch nach wie vor als Sportlehrerin tätig. Früher hat sie noch Leichtathletik in Liechtenstein unterrichtet. «Doch den ganzen Tag Bewegung und Sport – das geht auf Dauer nicht gut», meint die Sportlehrerin. Und als ihre beiden Töchter in die Schule kamen und es drei verschiedene Ferienpläne zu verwalten galt, hiess es kürzertreten. Doch herunterfahren, das habe sie erst lernen müssen. 

Begegnungen, die anstecken
Abschalten könne sie mittlerweile gut, beim Filzen zum Beispiel. Eine ihrer Töchter sei damit eines Tages aus dem Kindergarten nach Hause gekommen. «Aus etwas so Feinem, Bauschigem wie roher Wolle mit den Händen und Seifenwasser etwas Festes zu kreieren – das finde ich faszinierend. Das erdet mich.» Anfangs habe sie das Filzen noch mithilfe Video-Tutorials aus dem Internet versucht zu erlernen. Warm geworden ist sie damit nicht. «Wenn ich mich für etwas interessiere, dann will ich es richtig können», sagt sie bestimmt. Und so meldete sie sich kurzerhand für eine einjährige Filz-Ausbildung an. «Ich begegne gern Menschen, die für etwas brennen. Solche Begegnungen nähren.» Pia Bertsch hat daher schon so einige Kurse gemacht: Filzen, Indianer-Flöte spielen, Street Racket und Life Kinetik zum Beispiel. 

Langeweile? Diese kenne die aufgestellte Frau schon, wie sie sagt. «Ich bin noch ohne Handy aufgewachsen. Diese permanente Ablenkung von heute hat es in meiner Kindheit nicht gegeben», sagt sie und erinnert sich noch gut an den ein oder anderen Frühling, als sie mit ihren zwei jüngeren Brüdern stundenlang die Strasse vor dem Elternhaus in Wolfwil kehrte, um Rollschuh fahren zu können. «Langeweile ist etwas Gutes. Kreativität entsteht in der Langeweile – diese ist heute schwer zu finden.» 

«Träume müssen gelebt werden»
Kreativität und Bewegung vereint Pia Bertsch seit fast zwei Jahren in einer neuen Leidenschaft: der Life Kinetik. «Kopfakrobatik» nennt sie es gern. So hat sie auch ihr Studio am Melser Bahnhof getauft. «Das ist ein Bewegungsprogramm, bei dem nicht alltägliche Bewegungen mit Denkaufgaben kombiniert werden», erklärt sie. Das Bewegungsprogramm sei auch eines jener Dinge, die ihr zugeflogen sind. «In den vergangenen Jahren ist bei mir immer mehr der Wunsch aufgekommen, etwas mehr zur Ruhe zu kommen und etwas zu machen, das Körper und Geist gemeinsamf fördert. Dabei ist die Life Kinetik immer wieder aufgekommen.» Bei diesem Training geniesse sie vor allem die Abwechslung. Denn anders als beim Sport hängt das Bewegungsprogramm nicht vom Alter ab. Und so trainiert die leidenschaftliche Sportlehrerin sowohl mit Primarschülern als auch mit Senioren. «Nur selbst trainiere ich wenig», wie sie mit Bedauern zugibt. Die Übungen funktionieren nämlich nur mit Anweisungen, die von aussen kommen. Mittlerweile konnte sie jedoch ihren Mann dafür begeistern. 

Sport und Bewegung habe in ihrer Familie einen hohen Stellenwert. Ihre Töchter habe sie schon im Kinderwagen mit in die Turnhalle genommen und das gemeinsame Skifahren gehöre ebenso zu den Familienaktivitäten wie Radfahren. So  ist es kein Wunder, dass sich die ältere Tochter ganz dem Unihockey verschrieben hat und die jüngere voller Freude Hip Hop und Street Dance tanze. «Sie machen das nach Lust und Leidenschaft. Meine Kinder müssen nicht meine Träume leben», sagt sie. 

Ihre Träume erfüllt sich die aufgestellte Frau selbst. «Ich glaube, das Leben ist zu kurz, um alles auf irgendwann zu verschieben. Träume müssen gelebt werden.» Pläne für die Zukunft habe Pia Bertsch daher noch einige, wie sie mit einem Lachen gesteht. «Das ist eine meiner Schwächen: Ich kann mich sehr schnell für etwas begeistern.» (sms)

01. Feb 2020 / 21:03
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
01. August 2020 / 15:43
Meistgelesen
12. August 2020 / 13:33
12. August 2020 / 11:32
12. August 2020 / 11:26
Aktuell
12. August 2020 / 16:08
12. August 2020 / 16:23
12. August 2020 / 15:38
12. August 2020 / 15:32
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Master Cheng
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für den Film MASTER CHENG - CH VORPREMIERE, Samstag, 15. August, 21:00
06.08.2020
Facebook
Top