• Christian Imhof in Vaduz
    Christian Imhof hat sein Leben völlig umgekrempelt.  (Daniel Schwendener)

"Ich bin ein Träumer"

Es hat eine Weile gedauert, bis Christian Imhof in seiner Leidenschaft für das geschriebene Wort seine Berufung entdeckte. Der Weg dorthin war steinig – lieferte dafür guten Stoff für ein Buch.

Vor seinem 30. Geburtstag hat er sich 20 Ziele gesetzt. «Ich hatte das Gefühl, mit 29 Jahren sollte ich mich einmal mit den wichtigen Fragen des Lebens beschäftigen», erklärt Christian Imhof. Ursprünglich seien es 30 Ziele gewesen. «Ich habe aber gemerkt, dass ich damit etwas zu optimistisch war», sagt er und lacht. Und mit welchen Fragen setzt man sich mit 29 Jahren auseinander? «Mit dem Leben und der Zukunft, selbstverständlich.» 

Die Welt zu einem etwas besseren Ort machen und die eigene Welt auf den Kopf stellen – das war sein Grundgedanke. Dementsprechend hat er sich auch einiges vorgenommen. «Ich habe mein Leben völlig umgekrempelt – und das innerhalb eines Jahres.» Organspender werden, Amerika bereisen oder einem Tier eine bessere Zukunft zu ermöglichen – das waren noch die einfacheren Dinge auf seiner Bucketlist. Als Journalist zu arbeiten, seine Schulden abzubezahlen oder mit dem Rauchen aufzuhören, diese Ziele verlangten dem kreativen Schreiber mehr Disziplin ab. 

Eine lange Suche 

Aufgewachsen ist Christian Imhof im Prättigau. Geschrieben habe er schon in seiner Jugend viel. «Ich habe mit zehn Jahren angefangen Schlagzeug zu spielen und irgendwann habe ich angefangen eigene Lieder zu schreiben.» Ganze Ordner habe er noch zuhause stehen, voll mit Liedern. «Poesie, das liegt mir», meint er. Als Journalist zu arbeiten und damit sein Geld zu verdienen, habe er sich jedoch nie wirklich vorstellen können. Dabei habe er bereits früh für die Jugendzeitschrift «high5» und später für Kultur- und Onlinemagazine geschrieben. «Das Schreiben hat mir so viel Spass gemacht. Es kam mir nie in den Sinn, dass man davon auch leben könnte», sagt er und zuckt lachend mit den Schultern. 

Ein Träumer sei er immer schon gewesen, wie er erzählt. So habe es auch einige Jahre gedauert, bis er einen Beruf erlernte. «Ich wollt erst Bäcker und Konditor werden. Nach eineinhalb Wochen war klar: Ich habe absolut kein Talent.» Danach wollte er Kindergärtner werden, stolperte aber irgendwie eine Lehrausbildung zum Mediamatiker. «Ich dachte, das wäre noch cool. Allerdings musste ich dann feststellen, dass ich kein Nerd bin. Meine Schulkollegen waren alle so die typischen Gamer. Ich habe noch nie in meinem Leben ein Videospiel gespielt.» Also brach er die Lehre ab. Durch einen Zufall ist er schliesslich im Verkauf gelandet. «Dank meine Mutter», wie er lachend erzählt. «Ich dachte, ich gehe jetzt einfach Arbeiten, ohne Ausbildung.» Also hat er sich für eine Stelle bei einem Elektronik- Fachmarkt beworben. Als diese anriefen, um ihm eine Lehrstelle anzubieten, nahm seine Mutter das Telefon ab und sagte sofort zu. «Das habe ich dann durchgezogen», betont er. 

Um 180 Grad gedreht

Dass er heute nicht mehr im Verkauf tätig ist, liege nicht nur an seiner Liebe zum Schreiben, wie er gesteht. Auf seinem Weg brachten ihn falsche Freundschaften und negative Tendenzen fast in Teufels Küche. «Ab und zu bereitet es mir schon ein wenig Kopfschmerzen, wie ich in jungen Jahren durch Naivität und schlechten Umgang in Dinge reingerutscht bin, die mein Leben und Denken für sehr lange Zeit negativ beeinflusst haben», gibt er kopfschüttelnd zu. Doch die Niederlagen und Rückschläge gehören zum Leben, weiss Christian Imhof. Heute blickt er positiv und voller Tatendrang in die Zukunft. Seine Misserfolge inspirierten den Autor und Musiker nun sogar dazu, einen Teil seines Weges auf Papier zu bannen und ein Buch zu schreiben. «Es ist meine Art, mit der Vergangenheit abzuschliessen», meint er. «Ausserdem soll es den Lesern zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man daran glaubt und bereit ist, hart dafür zu arbeiten.» 

Das Werk, das unter seinem Künstlernamen Chris Bluemoon erscheint, war ebenfalls eines der 20 Ziele, die er sich gesetzt hatte. «Ein Buch zu schreiben, das war eines meiner grössten Ziele“, erklärt Christian Imhof und man merkt, dass er auf sein Werk stolz ist. Obwohl er gesteht, nicht alle seiner 20 Ziele erreicht zu haben, die er sich vor seinem 30. Geburtstag gesetzt hatte. «Ich habe zum Beispiel wieder angefangen zu Rauchen», meint er und schüttelt den Kopf. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, ist er sich sicher. Und die wichtigsten Punkte, habe er abgehakt, wie die Reise nach Amerika und seine Lieblingsband treffen, Mr. Big. «Das war schon ein tolles Erlebnis», schwärmt Christian Imhof. Welche Ziele der Journalist heute hat? «Auf jeden Fall mehr schreiben», meint er und lacht. Vielleicht nehme er auch das mit dem Rauchen noch einmal in Angriff. (sms)

03. Feb 2019 / 00:00
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