•  (Daniel Schwendener)

Eine mentale Herausforderung

Eine gemeinsame Freundin und die Vorliebe, sich in der Natur zu bewegen, haben Stefanie Hasler und Hubert Hilti dazu bewegt, für einen guten Zweck von Bern nach Vaduz zu laufen.

222 Kilometer, von Bern nach Vaduz – dieses Ziel haben sich Stefanie Hasler und 
Hubert Hilti gesetzt. Aber nicht einfach so. Die zwei, die sich als «Wohlfühlsportler» bezeichnen, sammeln mit diesem Projekt Spenden für Pink Ribbon. Am 10. Mai geht es los. Dann werden sie vor der Botschaft in Bern verabschiedet und machen sich auf den Weg nach Hause. 

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden den Verein tatkräftig unterstützen. Bereits im vergangenen Sommer sammelten sie beim Staffellauf des LGT Alpin Marathons Spenden. «Der Erfolg im vergangenen Jahr hat uns regelrecht überwältigt und uns motiviert, auch in diesem Jahr wieder etwas auf die Beine zu stellen», erzählt Stefanie Hasler. 

Eine spontane Idee
Angefangen hat alles im Januar 2017. Damals trafen sich Stefanie Hasler und Hubert Hilti zufällig im «La Piazza» in Schaan. «Wir haben uns zwar nicht wirklich gekannt, aber schon einiges von einander gewusst», sagt die 35-Jährige. Denn ihre beste Freundin war seine Weggefährtin in der Politik: Sarah Ritter. So haben sich die beiden schnell gut verstanden. Und da beide schon beim einen oder anderen Marathon und Laufevent mitliefen, brachte Stefanie Hasler den Vorschlag, dieses Mal für einen guten Zweck zu laufen. «Ich bin jemand, der zu dem steht, was er sagt», stellt Hubert Hilti klar. Er meinte es also durchaus ernst mit dem Lauf. «Aber wie das so ist in einer lockeren Runde, in der man zu später Stunde Pläne schmiedet. Da sagt man viel, das man später dann doch nicht umsetzt», meint der 54-Jährige. Also schrieb er ein paar Tage später eine SMS an Stefanie Hasler und klopfte nochmals an, ob das für sie ebenso ernst gemeint war. «Wir haben im Café viel geredet. Aber auch ich wollte das unbedingt durchziehen», sagt sie. 

Der Wohlfühlfaktor entscheidet
Hubert Hilti ist kein Unbekannter in Liechtenstein. In seinen jungen Jahren war er Skirennläufer. Als solcher nahm er bei diversen Weltcuprennen und 1984 bei den Olympischen Winterspielen in Sarajevo, Jugoslawien (heute Bosnien und Herzegowina), teil. «Schneller, höher, weiter – diese Zeiten sind für mich vorbei. Heute bin ich, wie Stefanie es so schön beschreibt, ein ‹Wohlfühlsportler›.» Vor allem das Biken und Laufen begeistern den ehemaligen Sportler. «Ich brauche die Bewegung in der Natur. Das tut mir gut», sagt er. Um sich zu motivieren, steckt er sich immer wieder neue Ziele und meldet sich beim einen oder anderen Lauf an, wie zum Beispiel dem LGT Alpin Marathon oder dem New York City Marathon. 

Auch Stefanie Hasler liebt es, sich in der Natur zu bewegen. «Die Pulsuhr habe ich mittlerweile aber abgelegt», sagt sie. «Das war sehr befreiend und ich merke, dass ich viel genauer meinen Wohlfühlbereich finde, wenn ich auf meinen Körper höre.» Vor einigen Jahren schloss sie sich einer Laufgruppe in Bad Ragaz an. So hat sie mit dem Sport angefangen. Auch sie nahm bereits am einen oder anderen Lauf-event teil. «Dabei ging es mir aber nie darum, möglichst schnell zu sein, sondern um die Freude an der Bewegung.» So entscheidet sie jeden Tag spontan und je nach Wetterlage, was sie unternehmen möchte.

Helfen, wo Hilfe gebraucht wird
Beweggrund des sportlichen Paars im vergangenen Jahr beim LGT Alpin Marathon mitzulaufen und Spenden für Pink Ribbon zu sammeln war vor allem die gemeinsame Freundin. Sarah Ritter war nämlich eine der Initiantinnen des Vereins. «Es ist beeindruckend, was sie alles geleistet hat und wie sie mit ihrer Krankheit umgegangen ist», erinnert sich der ehemalige Gemeinderat, der die Zeit mit Sarah Ritter für sich als einschneidend beschreibt. Stefanie Hasler kannte die aufgestellte und fröhliche Frau bereits seit der Schulzeit. «Wir waren eigentlich recht unterschiedlich, haben uns aber prima ergänzt und sind gerne in die Welt des anderen eingetaucht.» Als Sarah Ritter an Krebs erkrankte, begleitete die sportliche Frau ihre Freundin und unterstützte sie auch, als sie den Verein Pink Ribbon ins Leben rief. «Ich habe bei den Projekten viel mitgeholfen und dabei mitbekommen, was die Krebshilfe alles macht und wie enorm wichtig ihre Arbeit ist. Darum kann ich mit 150 Prozent sagen, dass das Geld dort genau am richtigen Platz ist», sagt die 35-Jährige. Es brauchte daher bei beiden nicht viel, um sich erneut für ein Spenden-Projekt zu entschliessen. Und als sie Doris Frick, Botschafterin für Liechtenstein in Bern, von ihrer Idee erzählt hatten, war diese sogleich begeistert. «Sie hat auch die Verabschiedung kommenden Donnerstag in Bern organisiert. Das hat uns noch einmal richtig motiviert, die Sache durchzuziehen», sagt Hubert Hilti.

Begleiter gesucht
Wie schnell die beiden Läufer ihren Weg von Bern nach Vaduz zurücklegen werden, wissen sie nicht. Darauf wollen sie sich auch gar nicht fest-legen. «Wir werden spontan entscheiden, wann wir Pausen einlegen», erklärt Hubert Hilti. «Ich glaube, das wird für uns eher eine mentale Herausforderung. Dass uns der ganze Körper weh tun wird, ist uns bewusst. Aber wir ziehen die Sache durch.» Allerdings würden sich die beiden Läufer freuen, wenn Unterstützer sie begleiten würden. «Ich stelle mir das so vor, dass wir immer wieder jemanden treffen, der ein Stück des Weges mit uns geht. Das würde uns sicher noch mehr motivieren», meint Stefanie Hasler und ist sich sicher, dass ihre Freundin Sarah Ritter die erste gewesen wäre, die sie auf dem Velo ein Stück begleitet hätte. (sms)

06. Mai 2018 / 00:00
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