•  (Tatjana Schnalzger)

Es wird eine Überdosis an Musik geben

Die Offene Jugendarbeit Liechtenstein (OJA) veranstaltet Projekte unter dem Motto «Do wo eppis lauft». Eines davon ist das Overdose Music Festival.

Zum ersten Mal findet am 17. August das Overdose Music Festival in Schaan statt. Wie kam es dazu?Julian Ribaux: Die Stiftung Offene Jugendarbeit Liechtenstein (OJA) organisiert jedes Jahr ein Projekt mit mehreren Veranstaltungen unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr fiel die Wahl auf «Do wo eppis lauft». Mit dem Jugendcafé Cameleon haben wir nach Freiwilligen gesucht, mit denen wir eine Veranstaltung auf die Beine stellen konnten.

Was motiviert euch, bei diesem Projekt mitzumachen?
Christine Thöny:
Auf jeden Fall, selbst einmal so ein Projekt organisieren und auch einmal als Jugendliche mitbestimmen zu können.

Warum habt ihr euch für ein Musikfestival entschieden?
Julian Ribaux:
Die Idee eines Musikfestivals war naheliegend, da das Cameleon häufig Auftritte für lokale Bands organisiert und daher das Equipment dafür schon da ist. Zudem sind unsere Jugendlichen selbst Musikfans und wollten etwas in diesem Bereich veranstalten.

Das Festival trägt den Namen Overdose, zu Deutsch «Überdosis». Was wollt ihr damit sagen?
Christine Thöny:
Mit dem Namen wollen wir sagen, dass es eine Überdosis an Musik geben wird. Um uns auf einen Namen zu einigen, haben wir in der Gruppe abgestimmt. Jeder konnte davor seine Vorschläge einbringen und der beliebsteste wurde dann genommen.

Was waren die erste Schritte bei der Organisation des Festivals?
Tiago Lopes:
Zuerst stand die Frage im Raum, wo wir das Festival überhaupt machen wollen und was wir alles dazu benötigen. Mit der Suche nach der Location haben wir bereits im Februar angefangen.

Wie funktionierte die Zusammenarbeit während des Entwicklungsprozesses?
Christine Thöny:
Wir hatten jeweils Sitzungen in der grossen Runde mit den Jugendleitern. Die Aufgaben wurden nochmals in kleinere Gruppen von ein bis zwei Jugendlichen aufgeteilt. Wir haben verschiedene Teams zum Beispiel für Werbung, Catering, Bands, Technik und Administration. Bei der Administration wurden wir teilweise von der Jugendarbeit unterstützt, wenn es nötig war.

Was hat euch bei der Organisation des Overdose Music Festivals besonders gefallen?
Muctar Schindler:
Die Bands zu organisieren hat mir Spass gemacht und die ganze Kommunikation mit ihnen. Obwohl ich schlussendlich nur eine von den vier Bands betreut habe.
Julian Ribeaux: Ursprünglich war nur ein Team für die Interaktion und Kommunikation mit den Bands geplant. Da aber viele der Jugendlichen gute Inputs hatten, haben alle einen Beitrag geleistet.

Christine Thöny: Ich finde das ganze Projekt toll. Vor allem, dass man mitentscheiden und den Event so gestalten kann, wie es einem gefällt. Trotzdem war es recht stressig und es gab schon sehr viel Arbeit, die erledigt werden musste.

Tiago Lopes: Mir gefällt gut, dass wir nicht nur etwas als Jugendliche für andere Jugendliche veranstalten, sondern auch lokale Künstler unterstützen. Ich glaube, viele kennen die Bands, die auftreten werden, kaum oder gar nicht.

Wie sieht das Programm aus? 
Julian Ribaux:
Den Auftakt übernimmt Aaron Bright, Songwriter und Rapper aus Schaan, gefolgt von der Punkrock Gruppe Outlaw Radio aus Buchs. Dann wird The Youngest mit Rap und Trap aus Zürich auftreten. Abgerundet wird der Abend mit Miss Weirdy aus Vorarlberg, die Soul und Rap macht.

Muctar Schindler: Ich finde es toll, dass wir am Anfang jemanden haben, der die Leute auf den Abend gut einstimmt. Dann eine Band, zu der alle richtig feiern und tanzen können. Darauf noch jemanden, der die Menge wieder etwas beruhigt und abschliessend jemanden, der den Abend ausklingen lässt.
Wie habt ihr die Künstler 
ausgesucht?

Christine Thöny: Zuerst haben wir uns in unserem Umfeld umgehört, wer angesagt ist und was an Musik so gefällt. Wichtig war uns auch Künstler aus der Region zu finden, die unser Budget nicht übersteigen.
Tiago Lopes: Dazu haben wir uns zum Beispiel auf Instagram umgeschaut, wer gute Musik macht, die uns anspricht. Bei den Stilrichtungen haben wir darauf geachtet, dass für jeden Geschmack etwas dabei und das Programm möglichst abwechslungsreich ist.

Was sind eure persönlichen Highlights?
Christine Thöny:
Ich bin auf alle Künstler gespannt, da ich noch nicht allzu viel von ihrer Musik kenne. Ich lasse mich gern überraschen.

Tiago Lopes: Ich finde die Mischung an Stilrichtungen, die wir haben, besonders gut.
Muctar Schindler: Da ich mit der Band Outlaw Radio sonst schon zu tun hatte, kenne ich ihre Musik relativ gut. Daher freue ich mich darauf die anderen Künstler und ihre Musik kennenzulernen.

Der Event findet auf der Hennafarm statt. Warum genau dort?
Julian Ribaux:
Die Idee, das Festival bei der Hennafarm zu veranstalten, hatten wir von Anfang an. Da das Jugendcafé Cameleon selbst Musikauftritte organisiert, haben sie in diesem Bereich schon recht viel Erfahrung und Wissen, auf was es bei solchen Events zu achten gilt. Wir haben uns auch mit der Gemeinde Schaan abgesprochen und schnell gemerkt, dass es schwierig wird einen Ort zu finden, bei dem die Lautstärke kein Problem sein wird. Die Hennafarm ist daher vom Standort ideal. Auch haben wir einen Container vor Ort, den man als Backstage-Bereich nutzen kann. Dadurch gewinnen wir mehr Platz. Bei der ersten Sitzung haben wir die Location mit den Jugendlichen zusammen angeschaut. Weil die sie aber gern etwas grösseres gehabt hätten, haben wir uns noch weiter umgesehen. Schlussendlich fiel die Wahl doch auf die Hennafarm. Bei dem Veranstaltungsort mussten wir zwischen den Interessen der Gemeinde Schaan und jenen der Jugendlichen abwägen, da es doch gewisse Vorlagen gibt, die wir einhalten müssen. 

«Do wo eppis lauft» ist das Motto des diesjährigen Projektes der OJA. Findet ihr, dass in Liechtenstein zu wenig für Jugendliche läuft?
Christine Thöny:
Vereinzelt gibt es Events für Jugendliche in unserem Alter, aber grösstenteils sind die Veranstaltungen für etwas ältere. Zum Beispiel das FL1.Life Festival. Ich war selbst dort und es war ein toller Abend, aber 16-Jährige besuchen solche Events selten und Jüngere haben keinen Zutritt. Man ist noch nicht volljährig, aber möchte trotzdem ab und zu am Wochenende etwas unternehmen. Für diese Altersgruppe fehlt es bei uns eindeutig an Möglichkeiten.

Was würdet ihr an der Situation verbessern oder ändern?
Christine Thöny:
Ich glaube, zum einen hat es einfach zu wenig Jugendliche, dass es sich für Veranstalter rentieren würde, etwas grösseres zu organisieren. Zum anderen meinen wohl viele, dass bei Events mit einem so jungen Publikum Probleme schon vorprogrammiert sind.

Julian Ribaux: Wir versuchen auch mit regionalen Arbeitsgruppen ü16- Parties ins Leben zu rufen. Ein paar konnten wir bislang schon organisieren. Die im ehemaligen b.eat-Club sind zum Beispiel gut gelaufen. Es war zentral und ein guter Club zum Tanzen. Doch leider kann man den b.eat-Club nach dem Umbau nicht mehr nutzen, da die Altersgrenze auf 25 Jahre angehoben wurde. Wir arbeiten daran, Veranstaltungen mit guter Musik zu organisieren, doch wie gesagt ist die Suche nach geeigneten Veranstaltungsorten nicht gerade einfach.

Was erhofft ihr euch von diesem Projekt? Was sind eure Erwartungen?
Muctar Schindler:
Kurz gesagt: Dass viele Leute kommen, dass es positives Feedback gibt und dass wir das Overdose Music Festival im nächsten Jahr wieder veranstalten können.

Zu den Personen

Tiago Lopes (17) macht ein Praktikum als Kleinkindbetreuer. In seiner Freizeit trifft er gern Freunde und hört Musik. 

Christine Thöny (17) spielt gerne Fussball und hat eine Vorliebe für Filme. Sie macht momentan eine Lehre als
Anlageführerin.

Muctar Schindler (15) macht gerade eine Lehre als Detailhandelsfachmann. Zu seinen Hobbies zählt er Fussball spielen und Musik machen.

Julian Ribaux (31) ist Jugendarbeiter bei der OJA, und verbringt seine Freizeit mit Outdooraktivitäten oder macht selbst Musik.

Herbert Wilscher (45) Frönt in seiner Freizeit das Biken und Wandern und arbeitet als Jugendarbeiter bei der OJA.

12. Aug 2018 / 00:00
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