• Verein St. Martinspub, Eschen
    Im Frühling 2020 soll das Pub unter dem Namen «St. Martins Pub am Platz» direkt am Dorfplatz eröffnet werden.  (Tatjana Schnalzger)

"Das Pub soll Zugehörigkeitsgefühle auslösen"

Vier Mitglieder vom Verein St. Martins Pub am Platz erzählen über ihr Projekt und erklären, weshalb ein Pub in Eschen notwendig ist.

Auf dem Kreuz-Areal entsteht ein neues Gebäude inklusive Pub. Weshalb benötigt Eschen ein Pub?
Marlies Amann-Marxer: Eine Gastronomie im Dorfzentrum ist ein langjähriges Anliegen der Gemeinde Eschen. Seit das Gasthaus Kreuz nicht mehr existiert – und das ist schon über 20 Jahre so –, ist dieser Umstand ein Thema im Gemeinderat. Die Gemeinde hat im Lauf der Jahre verschiedene Anstrengungen unternommen, aber es hat sich immer wieder alles zerschlagen. Als der Neubau auf dem Kreuz-Areal bekannt gemacht wurde, entstand in einem kleinen Personenkreis aus Eschen die Idee, eine Gruppe von Einwohnern zusammenzustellen, um ein Pub auf unkonventionelle Art zu betreiben – sprich, sich vor allem selbst einbringen. Unser oberstes Ziel ist es, das Dorf zu beleben und ein Treffpunkt für alle zu werden – ein Ort, wo sich die Menschen ungezwungen treffen können.

Mittlerweile umfasst die Gruppe 19 Personen und es wurde ein Verein gegründet. Seit wann arbeitet ihr zusammen?
Marlies Amann-Marxer: Wir sind nun seit einem Jahr mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Wir haben über Ideen diskutiert und gemeinsame Nenner für die verschiedenen Vorstellungen und das Konzept betreffend gesucht. Das ist bei so vielen Involvierten nicht selbstverständlich.

Das kann ich mir vorstellen. Gab es viele Diskussionen?
Marlies Amann-Marxer: Die Diskussionen liefen und laufen immer noch sehr geordnet ab, was die Sache einfacher macht. Doch wir stellten fest, dass es keinen Sinn ergibt, jedes Thema in der ganzen Gruppe bis ins Detail zu besprechen. Deshalb haben wir verschiedene Bereichsgruppen wie Bau, Gastro, Konzept und Verein bestimmt.  

Schliesslich hat sich die Idee eines Pubs durchgesetzt. Weshalb?
Manfred Meier: Das «Griffin’s» in Balzers, welches von Privatpersonen geführt wird, hat uns inspiriert. Wir wollen die bestehenden Restaurantbetriebe nicht konkurrenzieren und deshalb ist das Konzept eines Pubs naheliegend. 

Wie sieht das Konzept aus?
Marlies Amann-Marxer: Unsere Gesellschaft geht immer mehr in Richtung Individualisierung und dem wollen wir mit diesem Treffpunkt entgegenwirken. Wir wollen das Pub mit Events und gemeinsamen Aktivitäten beleben. Die Menschen sollen sich hier treffen und zusammen etwas erleben können.

Was heisst das genau?
Karl Gassner: Auf einer kleinen Bühne sind musikalische Darbietungen möglich. Dabei sind wir für alle Musikrichtungen offen. Ausserdem soll es Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen geben wie beispielsweise ein Public Viewing, denn wir können auch einen Teil des Dorfplatzes bewirten und dessen Infrastruktur nutzen. Auch soll es in der Nähe einen Boule-Platz geben. Ein Kochevent, ein Weinfest im Herbst oder ein Pub-Bierfest sowie verschiedene Themenabende sind ebenfalls Ideen, die wir uns vorstellen können. Uns ist wichtig, dass für alle Bevölkerungsschichten etwas angeboten wird. Alle sollen kommen, ob jung oder alt.

Euer Ziel ist es, das Gemeinschaftsgefühl wieder zu stärken. Deshalb auch die grosse Bar und ein langer Tisch im Pub?
Vinzenz Batliner: Genau. Wir wollen den Gästen eine Möglichkeit zum ungezwungenen Zusammensein bieten. Deshalb das Konzept mit der grossen Bar und dem langen Tisch, wo sich jeder hinsetzen kann – egal ob er alleine oder in einer Gruppe kommt.

Manfred Meier: Wir wollen auch den Vereinen ermöglichen, dass sie nach der Probe oder dem Training gemeinsam bei uns etwas trinken können.

Habt ihr euch schon Gedanken zu den Öffnungszeiten gemacht?
Karl Gassner: Ja, aber da gibt es noch verschiedene Vorstellungen. Eine davon ist, Dienstag bis Samstag zu öffnen und Sonntag und Montag Ruhetag. Geöffnet wäre jeweils ab 17 Uhr, denn wir möchten das Mittagsgeschäft nicht konkurrenzieren. Allerdings haben am Sonntag in Eschen viele Restaurants geschlossen, weshalb wir uns auch vorstellen könnten, am Sonntag ab 11 Uhr geöffnet zu haben.

Vinzenz Batliner: Dann gäbe es auch eine Möglichkeit, nach dem Gottesdienst zusammenzusitzen. Auch hier ist der Gedanke dabei, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Marlies Amann-Marxer: Die Frage, was wir am Sonntag machen, ist noch nicht abschliessend geklärt. Sicher ist, dass wir abends offen haben und neben der Bar auch Snacks und Kleinigkeiten zum Essen anbieten – mehr aber nicht. Wir wollen kein Speiserestaurant sein.

Im Oktober habt ihr anlässlich des Eschner Jahrmarkts die Bevölkerung über euer Vorhaben informiert. Wie kam die Idee an?
Karl Gassner: Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Es haben sich über 200 Personen für eine aktive Vereinsmitgliedschaft eingetragen. Und zwar nicht nur Eschner und Nendler, sondern auch Menschen aus anderen Gemeinden. Dieser grosse Zuspruch hat unsere Erwartungen übertroffen. Darauf können wir nun bauen. 

Vinzenz Batliner: Die Resonanz war überwältigend. Und jetzt wissen wir: Es ist machbar.

Wie wollt ihr denn jene Menschen, die sich für eine Vereinsmitgliedschaft eingetragen haben, im 
Projekt einbinden?

Marlies Amann-Marxer: Im Moment sind wir gerade dabei, auf der Grundlage des ausgearbeiteten Konzepts die Finanzierung auf solide Beine zu stellen. Wir kommen gut voran und können schon bald auf die interessierten Personen und Sympathisanten zugehen. Alle sind eingeladen, sich aktiv am Vereinsleben zu beteiligen. 

Wie sieht eine aktive Vereinsmitgliedschaft aus?
Manfred Meier: Die Mitglieder können Ideen einbringen und/oder bei der Umsetzung des Projekts mitwirken. Wir sind überzeugt, dass in den Köpfen der Interessierten noch viele Ideen vorhanden sind.

Vinzenz Batliner: Wir möchten auf jeden Fall selbst aktiv am Projekt und im Pub arbeiten. Wir können uns auch vorstellen, dass wir einen Pool von Mitgliedern haben, auf den wir zurückgreifen können, wenn wir Hilfe bei einem besonderen Anlass benötigen – ähnlich wie es das «Griffin’s» in Balzers macht.

Kann jeder Vereinsmitglied werden?
Karl Gassner: Ja. Uns ist es wichtig festzuhalten, dass nicht nur Eschner und Nendler mitwirken können, sondern dass jeder, der Interesse hat, dem Verein beitreten kann.

Ihr habt die Finanzierung angesprochen. Wie soll diese aussehen?
Marlies Amann-Marxer: Aktuell sind wir mit verschiedenen Gönnern im Gespräch, denn zum einen benötigen wir ein Betriebskapital, zum anderen auch finanzielle Mittel für die Infrastruktur. Unser Ziel ist es aber, dass das Pub nach der Eröffnung selbsttragend geführt werden kann. Wir haben im Vorfeld mit Fachleuten einen Workshop absolviert und einen Businessplan erstellt. Wir sind uns im Klaren, dass das Pub kein lukrativer Betrieb sein wird. Das ist auch nicht primär unser Ziel. Wir wollen die Gemeinschaft fördern. Wir alle beteiligen uns mit einem finanziellen Beitrag und mit Freiwilligenarbeit. Aber wir möchten keine roten Zahlen schreiben.    

Karl Gassner: Wir wollen selbst aktiv präsent sein und regelmässig im Betrieb mitarbeiten, um so die Personalkosten tief zu halten. Wenn uns das gelingt und das Konzept Anklang findet, wird der Betrieb auch selbsttragend sein.    

Sobald die Finanzierung gesichert ist, geht es in die Detailplanung. Wann ist die Eröffnung des Pubs geplant?
Vinzenz Batliner: Im März 2020 soll der Bau fertiggestellt sein. Gleichzeitig möchten wir das Pub eröffnen.

Liegen die Bauarbeiten im Zeitplan?
Manfred Meier: Ja, auch wenn es durch den Winter bedingt etwas ruhig auf der Baustelle ist. Ich habe keine Bedenken, dass der Terminplan eingehalten wird.  

Seid ihr in die Planung involviert?
Manfred Meier: Ja, wir haben bereits viel Zeit in die Planung des Innenausbaus investiert. In unserer Gruppe haben wir Architekten und Designer, die ein gutes Konzept erarbeitet haben, denn wir wollen natürlich, dass der Innenausbau nach unseren Vorstellungen umgesetzt wird. Dabei legen wir im Rahmen der Möglichkeiten auch selbst Hand an.

Schauen wir in die Zukunft: Das Pub feiert sein Fünf-Jahre-Jubiläum. Wie seht ihr das Pub dann?
Vinzenz Batliner: Als eine Institution, die nicht mehr aus Eschen wegzudenken ist. Die Leute werden regelmässig im Pub sein. Es wird ein zentraler Treffpunkt in Eschen sein, wo die Leute gerne hingehen.

Karl Gassner: Es gehört selbstverständlich zur Gemeinde. Wenn die Leute «Eschen» hören, kommt ihnen das Pub in den Sinn – das «St. Martins Pub am Platz». Dort, wo sich die Leute treffen. Dort, wo es gemütlich ist. Das Pub soll Zugehörigkeitsgefühle auslösen und ein In-Treffpunkt für Eschen und ganz Liechtenstein sein. (manu)

10. Feb 2019 / 00:00
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