• Fussball Super-League FC Vaduz Trainingsbeginn
    FC Vaduz Praesidentin Ruth Ospelt strahlend auf dem Weg ins Buero, aufgenommen am Montag, 13. Juni 2016, beim Fussball Super-League Verein FC Vaduz, wo heute offizieller Trainingsbeginn war fuer die neue Saison 2016/17. Foto & Copyright: Eddy Risch.  (Eddy Risch)

Auf dem Weg zum Sympathieträger

Nach dem Erreichen des Klassenerhalts startet der FC Vaduz heute Nachmittag, 13.45 Uhr, auswärts auf den FC Thun. Mit der «Liewo» sprach die FCV-Präsidentin Ruth Ospelt über die Saisonerwartungen, die Neuverpflichtungen und Vorurteilen, mit welchen der Verein im Inland – meist aufgrund von Unwissenheit – immer wieder konfrontiert ist.

Frau Ospelt, heute startet der FC Vaduz in die Super League Saison 16/17. Was erwartet die Fussballfans im kommenden Jahr?

Ruth Ospelt: Ich erwarte, dass wir dieses Jahr ein heisses Rennen in der unteren Tabellenhälfte erleben werden. Mit den getätigten Transfers sind wir gut gerüstet. Ziel ist der Klassenerhalt, verbunden mit der Hoffnung, dass wir nicht bis zum Schluss dafür kämpfen müssen. Ich habe grosses Vertrauen in unsere sportliche Führung und die Mannschaft und glaube fest daran, dass wir unser Ziel wieder erreichen werden. Das Wichtigste ist, weiterhin in Ruhe arbeiten zu können und keine Luftschlösser zu bauen.

Was halten Sie von den ersten Gegnern?

Ich bin mit dem Spielplan zufrieden: Mit dem FC Thun treffen wir zu Beginn auf einen Gegner, den wir bislang nie besiegen konnten. Vielleicht heute? Nächsten Sonntag empfangen wir den grossen FC Basel im Rheinpark. Das ist immer ein besonderes Highlight. Danach ist der FC Lugano an der Reihe. Ein Gegner, den wir letzte Saison näher kennen gelernt haben. Die ersten Spiele werden als Gradmesser dienen, inwieweit wir parat sind.

Mit Benjamin Siegrist hat der FCV einen relativ jungen, sehr talentierten Goalie geholt.  Wird er die neue Nummer eins?

Ein gesunder Konkurrenzkampf gehört dazu. Beide waren in den Testspielen und in der Europa League im Einsatz. Wer heute in Thun zwischen den Pfosten stehen wird, entscheidet der Trainer. 

Mit Maximilian Göppel kommt nach Nicolas Hasler nach längerem ein junger  Liechtensteiner ins Kader. 
Ist er mehr als bloss ein «Quoten-Liechtensteiner»?


Natürlich! Bei uns gibt und gab es nie Quoten-Liechtensteiner. Nach der Entwicklung in den letzten Jahren finde ich es müssig, immer wieder darüber reden zu müssen. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit Maxi Göppel wieder ein junges Liechtensteiner Talent in unseren Reihen haben. Wir sind uns unserer Verantwortung für den Liechtensteiner Fussball bewusst. 

Ist die neue Vereinbarung mit dem Fussballverband bezüglich der U23 des FCV auch in diese Richtung zu verstehen?

Genau. Gemeinsam mit dem LFV sind wir überzeugt davon, dass wir jungen Spielern nach der U18 mit dem Angebot eines professionell geführten Nachwuchsteams eine gute Ausbildung bieten, um später in den Aktivfussball oder, wie wir hoffen, dem einen oder anderen den Weg in den Profifussball zu ebnen. Mit Daniel Sereinig haben die Verantwortlichen den richtigen Mann mit den richtigen Qualitäten gefunden.

Viele unterstellen gerade dem FC Vaduz, dass hier das Geld auf dem Bäumen wächst.

Jeder weiss, dass dem nicht so ist und wir sind keine Ausnahme. Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, welche Aufwendungen wir haben. Wir gehören mit einem Budget von 6,5 Millionen Franken in der Super League zu den Kleinsten. Davon bestreiten wir nicht nur die Kosten für unsere 1. Mannschaft. Etwa 10 Prozent des Budgets wenden wir für die auswärtigen Sicherheitskräfte bei Hochrisikospielen und die Sicherheit im Stadion auf. Dazu kommen jährliche Ausgaben wie die Nutzungspauschale, die Nebenkostenrechnung und die Rückzahlung des zinslosen Darlehens, dass uns die Gemeinde Vaduz nach dem Aufstieg für die nötigen Umbauarbeiten gewährt hat. Wir sind überaus dankbar für jeden Franken unserer geschätzten Sponsoren, Partner und Zuschauer und die Unterstützung der Gemeinde Vaduz und dem Land. Es ist nachvollziehbar, dass die Kosten, die wir verursachen, immer wieder ein Thema sind. Mir scheint, dass darob unsere gesamten Leistungen in den Hintergrund treten oder einfach nicht bekannt sind. Wir werden übrigens in den Schweizer Medien durchwegs «Liechtensteiner» oder «Ländlekicker» genannt.

Welche Leistungen meinen Sie?

Wir sind ein KMU mit 40 Vollzeitangestellten und einigen Teilzeitkräften. Wir generieren Wertschöpfung für nationale und regionale Unternehmen. In der letzten Saison sind in den Printmedien gesamtschweizerisch 850 Zeitungsartikel mit 180 Mio. kumulierten Kontakten (Reichweite) über den FCV erschienen. Am 26. Juli 2015 haben 281 000 Menschen das Spiel FC Vaduz gegen FC Zürich am TV mitverfolgt. Dementsprechend betreiben wir Werbung im besten Sinne und können für diese eine überregionale Plattform anbieten. Unsere gesellschaftliche Verantwortung darf auch nicht ausser Acht gelassen werden: Wir – und auch die anderen Vereine in der Region – leisten einen grossen Beitrag zur Integration und vermitteln wichtige Werte wie Teamgeist, Fairplay und Toleranz.

Vaduz hatte zu Beginn in der Super League oft das Image des ungebetenen Gastes. Hat sich daran etwas geändert?

Absolut. Auf Funktionärsebene haben wir mit den anderen Vereinen und der Swiss Football League ein sehr gutes, teils freundschaftliches, Verhältnis. Mit unser Auftreten und der Leistung auf dem Platz haben wir uns in den Medien Respekt verschafft. Das Feedback, dass wir von der Öffentlichkeit bekommen, ist beachtlich. Wir haben letzte Saison einige Zuschriften von Fans der Gegner bekommen, die uns viel Glück und den Klassenerhalt wünschten. Weil es bei uns so freundlich und familiär zu und hergeht. Aktuelles Beispiel: ein FCV-Fan, wohnhaft in Engelberg, hat eine 14-stündige Autofahrt zum Spiel in der Europa League Qualifikation in Dänemark auf sich genommen und ist nach dem Schlusspfiff direkt wieder zurückgefahren, weil er arbeiten musste. Solche Beispiele machen mich stolz auf unseren Verein und die hervorragende Arbeit, die in den letzten Jahren geleistet wurde. Ich bedanke mich im Namen des ganzen Vereins bei allen, die uns in irgendeiner Art und Weise unterstützen. Wir freuen uns darauf, auch in der kommenden Saison Vaduz, das Land Liechtenstein aber auch die gesamte Region repräsentieren und positiv in der Schweiz und in Europa zu vertreten. (mw)

Persönlich:

Die Vaduzerin Ruth Ospelt ist 58 Jahre alt. Die gelernte Keramikmalerin hat als Kindermädchen in den USA gejobbt, arbeitete als Kioskverkäuferin, bei einem TV-Sender und im Kunstmuseum Vaduz. Mit 35 Jahren kündigte sie beim Kristallglashersteller Swarovski, wo sie unter anderem Software-Ausbildnerin war. Seit 2013 ist sie Präsidentin des FC Vaduz, der seit über 80 Jahren in Schweizer Ligen spielt. Seit der 
Saison 14/15 gehört der Club wieder der Super League an.
Weitere Infos: www.fcvaduz.li

22. Jul 2016 / 17:24
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