• Smiling father sitting with son
    Viele wünschen sich eine bezahlte Elternzeit.  (Sam Edwards)

Wir sollten mehr in Familien investieren

W ir stecken in einem Dilemma. Paare wünschen sich mehr Kinder, als sie bekommen. Männer wollen sich vermehrt um ihre Kinder kümmern und Frauen wollen erwerbstätig bleiben. Was diesen Wünschen im Weg steht, ist die aktuelle Regelung der Elternzeit beziehungsweise das Fehlen derselben.

Die Schweiz erfüllt im internationalen Vergleich als einziges Land in Europa nur das absolute Minimum in Sachen Mutterschutz. Einen im Bundesrecht geregelten Anspruch auf einen Vaterschafts- oder einen Elternurlaub gibt es nicht. In Liechtenstein schaut es da schon etwas besser aus. Da können frischgebackene Eltern vier Monate Elternurlaub beziehen – allerdings unbezahlt. Leisten können sich das nur 
finanziell gut gestellte Paare. 

Eine bezahlte Elternzeit, das wünschen sich viele. Aus wirtschaftlicher Sicht wird gern das Argument ins Feld geführt, das sei zu teuer und ohne Steuererhöhungen nicht finanzierbar. Tatsächlich richten die bestehenden Hürden einen wirtschaftlichen Schaden an.

Aus wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht ist es absolut fahrlässig, nicht in Familien zu investieren. Warum, fragen Sie? Jahrelang wird in die hervorragende Ausbildung von qualifizierten Fachkräften investiert – Fachkräfte, die an manchen Orten fehlen. Viele dieser Fachkräfte sind Frauen, die nach der Geburt ihrer Kinder nicht mehr im Arbeitsleben Fuss fassen. Das sind verlorene Arbeitskräfte, 
verlorene Steuerzahler und verlorenes Wissen – unterm Strich: verlorenes Geld. Doch Fachkräfte gilt es zu halten – unabhängig von ihrem Geschlecht oder Familienstatus.

Die ökonomische Bedeutung und die Leistungen der Familien werden nach wie vor nicht ernst genommen. Das geht nicht nur auf Kosten der Familien, sondern letztlich der ganzen Gesellschaft. Betrachtet man die unterschiedlichen Modelle und die Erfahrungen, die in anderen Ländern gemacht werden, ist eines klar: Es würde sich lohnen. Davon sind auch Petra Eichele, Geschäftsführerin der Infra, Martina Haas, Stv. Geschäftsführerin des LANV, und Margot Sele, Ombudsfrau der OSKJ, überzeugt. Nicht nur sie vermissen den Willen, das Thema überhaupt anzugehen. Im Interview auf den Seiten 16 und 17 lesen Sie, warum die drei sich für eine  bezahlte Elternzeit in Liechtenstein aussprechen. (sms)

Schönen Adventssonntag, geniessen Sie ihn.

16. Dez 2018 / 00:00
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