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Wir sind doch keine Barbaren

Die Erwachsenenbildung Stein Egerta bietet Knigge-Kurse an. Das hat mich neugierig gemacht.

Einerseits finde ich es schön, wenn man bemüht ist, gute Umgangsformen weiterzugeben. Andererseits fragt man sich: braucht es das? 

Zugegeben, wenn es darum geht, die Salatgabel von der Fisch- oder der Dessertgabel zu unterscheiden, komme auch ich ins Schwitzen. Da gucke ich beim Tischnachbarn ab. Bitte und Danke und ein gewisses Mass an Manieren, gerade bei Tisch, sind für mich eine Selbstverständlichkeit. Gerade sitzen, mit geschlossenem Mund kauen, nicht rumlümmeln oder in der Nase bohren – das haben mir noch meine Eltern beigebracht. 

In unserer heutigen Gesellschaft werden Manieren gern als «spiessig» und «übertrieben» gewertet. Die hochgezogene Augenbraue und das verächtliche «Tussi» ist mir nicht unbekannt. Beobachtet man das Verhalten in sozialen Netzwerken, die Shitstorms und unverblümt direkt geäusserten Beleidigungen und 
Drohungen, bekommt man das Gefühl, dass es unserer Gesellschaft völlig an Affektkontrolle fehlt. 

In einer Gesellschaft, in der Freiheit und Menschenrechte für alle gelten, kostet es ständige Anstrengung, diese zivilisiert zu halten. Gutes Benehmen ist der Kleister, der uns zusammen hält, ein gutes Zusammenleben erst ermöglicht. Geben wir uns der völligen Enthemmung hin, droht uns der totale Zivilisationsbruch. 

Etwas mehr Kultiviertheit und Zurückhaltung würde uns da oder dort sicher nicht schaden. Immerhin sind wir keine Barbaren, oder?

Schönen Sonntag. Geniessen Sie ihn. 

07. Okt 2018 / 00:00
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