•  (iStock)

Gute Aussichten für Handwerker

Fast wöchentlich erreichen uns Hiobsbotschaften, wie viele Jobs von der Digitalisierung vernichtet werden.

Den Anfang machten die Oxford-Professoren Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne 2013 mit ihrer Studie «The Future of Employment». Ihr Fazit: 47 Prozent der Beschäftigten der USA arbeiten in Berufen, die in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit (über 70 Prozent) automatisiert werden können. Das Bundesministerium für Arbeit adaptierte die Studie auf Deutschland und errechnete, dass dort 42 Prozent der Beschäftigten in Berufen mit einer hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit arbeiten.

Anfang Februar liess der deutsche IT-Branchenverband Bitkom etwas martialisch verlauten, dass in den kommenden fünf Jahren 3,4 Millionen Stellen «zerstört» werden, weil Roboter oder Algorithmen die Arbeit übernehmen. Das wäre jede zehnte Stelle in Deutschland. Eine Studie des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kam unlängst zum Ergebnis, dass jeder vierte befürchten muss, dass künftig mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten in seinem Beruf durch Computer und Maschinen erledigt werden.

Im Kontrast dazu stehen die Nachrichten aus der Region: In Werdenberg gibt es 162 freie Lehrstellen. Besonders viele Lehrlinge werden in Coiffeursalons, Detailfachhandelsgeschäften sowie in der Landwirtschaft gesucht. In Liechtenstein sind gemäss Amt für Berufsbildung 144 offene Lehrstellen gemeldet und die Lehrlingsbetriebe bestätigen, dass die Suche nach Lernenden schwieriger geworden ist. 

Laut «Economist» könnten durch die Digitalisierung Buchhalter, Ärzte, Juristen, Lehrer, Bürokraten und Finanzanalysten allesamt problemlos ersetzt werden. Die zunehmende Akademisierung also in Ehren, aber die Jobs der Zukunft scheinen in handwerklichen Branchen zu sein – und wie die aktuelle Zahlen zeigen, hat es reichlich Ausbildungsplätze dafür. Dem «Spiegel» sagte ein Fliesenleger: «Das wird teuer, in Zukunft. Kein Mensch will mehr Handwerker werden. Bald gibt’s kaum mehr welche. Dann bin ich der König.»

Höchste Zeit also, dass die Ober- und Realschule wieder an Stellenwert gewinnen. Wenn die Tochter oder der Sohn in die Ober- und Realschule gehen, sollten die Eltern nicht einem Studium nachtrauern. Ihr Kind gehört schon bald zu den gefragtesten Arbeitskräften. (db)

11. Mär 2018 / 00:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)

Verwandte Artikel

Lesertrend
Meistkommentiert
Aktuell
10. Dezember 2018 / 14:30
10. Dezember 2018 / 08:52
09. Dezember 2018 / 23:17
09. Dezember 2018 / 22:30
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Schloss Vaduz
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
29.11.2018
Facebook
Top