• Time is money
    Nur schon fünf Minuten Verspätung wird in der Schweiz als unhöflich empfunden.  (domoyega)

Die Sache mit der Pünktlichkeit

Die Schweizer sind weltweit für ihre Pünktlichkeit bekannt. Ist man im Ausland unterwegs, ist dies nebst den Banken und der Schokolade oft ein Gesprächsthema. Teilweise fragen dann die Leute, ob dem wirklich so ist und machen dabei grosse Augen vor Bewunderung.

Studien belegen, dass die Schweizer sehr wenig Toleranz aufweisen, wenn es um Verspätungen geht. Bei den Deutschschweizern akzeptiert etwa nur die Hälfte eine Verspätung von zehn Minuten oder länger. Die Westschweizer und Tessiner sind da noch strikter. Allgemein in der Schweiz – und übrigens auch in den anderen deutschsprachigen Ländern – werden bereits Verspätungen ab fünf Minuten als unanständig empfunden. Also lieber etwas zu früh zu einem Treffen erscheinen.  

Der Hang zur Pünktlichkeit ist auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln spürbar. Sobald der Bus nicht gemäss Fahrplan eintrifft, schweift der Blick permanent auf die Uhr sowie auf die Strasse, ob der Bus nun endlich kommt. Nur wenige Minuten Verspätung scheinen eine Ewigkeit zu dauern. Die SBB schreibt sogar Verspätungen von einer Minute aus. Einige sind nur davon bereits sichtlich genervt. 

Nebst den Dänen, die für ihren gemütlichen Lebensstil bekannt sind (siehe Thema Seite 13 ), spricht man auch den Südländern eine gewisse Gelassenheit zu. Auch was die Pünktlichkeit betrifft. Bei den Italienern beispielsweise wird eine übertriebene Pünktlichkeit gar als ein Zeichen mangelnder Flexibilität und Gelassenheit aufgenommen – ist also eine eher negative Angewohnheit. Andere europäische Kulturen machen sich kaum Gedanken darüber, ob sie überhaupt pünktlich sind oder nicht – wie beispielsweise die Franzosen.

Ein Auslandsaufenthalt in Südafrika hat mich, was das Zeitmanagement angeht,  Gelassenheit gelehrt. Denn eine abgemachte Zeit hiess noch lange nicht, dass man dann erscheint. Erst etwa 90 Minuten oder gar zwei Stunden später treffen die Leute ein. Dies nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil sie Dinge ruhiger angehen und zudem die Verkehrslage sowie die öffentlichen Verkehrsmittel ziemlich unberechenbar sind.

Das bedeutet keineswegs, dass bei mir Unpünktlichkeit die Regel ist, jedoch lasse ich mich bei Verspätungen von anderen Leuten, bei Verkehrsbehinderungen oder unpünktlichen Bussen und Zügen nicht so rasch aus der Ruhe bringen. Zudem geht man leichter durchs Leben, wenn man die Situation so hinnimmt, wie sie nun mal ist – denn ändern kann man sie meist nicht. (ms)

11. Nov 2018 / 00:00
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