• The day the world changed concept
    Die Klimakatastrophe lässt sich nicht aufhalten.  (Boonyachoat)

Die Erben der Katastrophe

Es ist absurd, dass die Jugend dafür kritisiert wird, Teil eines Systems zu sein, in das sie hineingeboren wurde. Sie wird aufgefordert, sich erst einmal selbst einzuschränken und den eigenen CO2-Fussabdruck zu verbessern, bevor sie den Zeigefinger gegen jene Obrigkeit erhebt, die den Klimawandel verursacht hat.

Mit ihren Fridays-for-Future-Demonstrationen setzt sich die Jugend seit Wochen für den Klimaschutz ein. Am gestrigen Samstag nahmen in der Schweiz erneut über 50 000 Menschen an den Klimaschutz-Demonstrationen teil. Gegner dieser Klimabewegung reagieren darauf mit Häme. Frei nach dem Motto: Wer aus Festivalwiesen Müllhalden macht und mit dem Flugzeug nach Mallorca in den Urlaub fliegt, hat kein Recht darauf, andere anzuprangern. «Wer es mit dem Klimaschutz wirklich ernst meint, müsste eigentlich auf Flugreisen verzichten», solche und ähnliche Vorwürfe werden den Klimademonstranten nicht nur auf Twitter entgegengebracht. 

Man bekommt das Gefühl, die Kritiker der Klimastreiks fühlen sich ertappt. Als suchen sie nach Ausreden, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, das sie bisher ebenso gekonnt ignoriert haben wie die jahrelangen Warnungen der Wissenschaftler, und das nun von der Jugend aufgerüttelt wird. 

Wer die Jugend tadelt, hat nicht begriffen, worum es geht. Es geht nicht nur darum, individuelle Gewohnheiten zu hinterfragen, sondern das System an sich. Ein System das junge Konsumenten heranzieht, die Ressourcen mit derselben Selbstverständlichkeit konsumieren, wie sie Luft atmen. Nur dass die Luft immer dünner wird und sich die Klimakatastrophe bald nicht mehr aufhalten lässt. Man kann es den Erben des 
Systems nicht verübeln, wenn sie ein solches Vermächtnis nicht übernehmen wollen und wütend den Generationenvertrag kündigen, den sie nicht einmal unterzeichnet haben. (sms)

07. Apr 2019 / 00:00
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