• Close up hand of homeless man on walking street in the capital city.
    Die Weltenbummler von heute reisen mal los und wenn das Börserl leer ist, setzen sie sich an den Strassenrand und betteln um Geld für die Weiterreise.  (Punnarong)

«Arme» Urlauber ohne Schamgefühl

Wer sich keine Weltreise leisten kann, sollte zu Hause bleiben und sich einen Job suchen. Wem früher das nötige Kleingeld für einen Urlaub oder eine Rucksacktour durch Asien fehlte, hat das zumindest noch so gemacht und brav für seine Reise gespart.

Die Weltenbummler von heute machen das etwas anders. Sie reisen einfach mal los und wenn das Börserl leer ist, setzen sie sich ungeniert an den Strassenrand und betteln um Geld für die Weiterreise. 

Mittlerweile gibt es für das Phänomen sogar einen eigenen Namen. Begpacking nennt sich das – eine Kombination aus Backpacking und dem englischen Wort «beg» (betteln). 

Manche Influencer starten gar eine Crowdfunding-Kampagne, um sich ihr Weltenbummlerleben weiter leisten zu können. So kursieren online immer mehr Bilder von «armen» Reisenden mit Schildern, auf denen Sätze wie «Helft uns, unsere Weltreise zu finanzieren.» zu lesen sind. Dass sie dabei auch noch in Ländern unterwegs sind, in denen sich ein Grossteil der Menschen kaum etwas zu Essen leisten kann, geschweige denn ein Flugticket, scheint sie nicht gross zu stören. 

In einigen Urlaubsdestinationen nimmt das Phänomen schon überhand. Die Behörden haben mittlerweile genug von den Begpackern. In Thailand hat man bereits vor drei Jahren begonnen, Touristen zu kontrollieren, ob sie sich die Reise auch leisten können. Und in Bali werden Reisende ohne Geld zur Botschaft ihres Landes verwiesen. 

Auch im Netz machen sich die Begpacker nicht beliebt und die Tourismusbranche kritisiert das Verhalten scharf. Denn für viele Länder ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig. Doch dieser funktioniert nur, wenn auch Geld ins Land kommt und nicht von Touristen weggebettelt wird. 

Übrigens machen wir jetzt auch Ferien. Die kommenden zwei Sonntage müssen Sie, liebe Leser, wohl oder übel ohne «Liewo» im Briefkasten auskommen. Wir geniessen inzwischen unsere kleine Auszeit und machen sogar ein bisschen Urlaub – allerdings ohne Rucksack und auf eigene Kosten.  

Schönen Sonntag, schönen Sommer und schönen Urlaub. Geniessen Sie es.

21. Jul 2019 / 00:00
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