• Car crash
    Häufen sich die Schadensfälle, kann die Versicherung im schlimmsten Fall den Vertrag kündigen.  (ollo)

Ein undurchsichtiger Prämiendschungel

Jeder zahlt die Prämie seiner Autoversicherung, doch kaum einer weiss, wie sich diese zusammensetzt. Versicherungsmakler Urs Büchel über das undurchsichtige System der Prämienberechnung und weshalb es sich machmal lohnt, auf 20 PS zu verzichten.

Jährlich flattert die Rechnung für die Versicherungsprämie in den Briefkasten. Der Betrag wird bezahlt – schliesslich will man im Schadensfall auf die Versicherung zählen können. Doch wie kommt dieser Betrag eigentlich zustande? Anhand welcher Komponenten wird die Prämie berechnet? Ausser Versicherungsmaklern und Aussendienstlern wissen das wohl die wenigsten. Kürzlich titelten viele Medien «Albaner zahlen bis zu 95 Prozent mehr» oder «Grosse Versicherungsaufschläge für Ausländer». Anlass dafür ist die Untersuchung des Vergleichsportals Comparis.ch. Dabei verglich Comparis eine Vollkasko-Deckung eines 3er BMW im Wert von 60 000 Franken jeweils für einen 25-jährigen Schweizer, Italiener und Albaner. Bei der Zurich Versicherung zahlen etwa Albaner bis zu 95 Prozent mehr als Schweizer. Für Italiener gibt es bei der Baloise Direct bis zu 22 Prozent höhere Prämien. 

Prämienunterschiede sind ein «alter Zopf»
Solche Unterschiede bei der Prämienhöhe verwundern Urs Büchel, Versicherungsmakler, nicht: «Diese Prämien sind knallhart kalkuliert. Sie sind nicht aus einer Laune der Versicherungen heraus entstanden.» Es handle sich hier um einen «alten Zopf»: Solche Unterschiede sind laut Büchel bereits seit mehreren Jahrzehnten üblich. «Dieser Prämiendschungel ist extrem komplex», gibt Büchel zu. Bei der Prämienberechnung würden Versicherungen extrem viele Komponenten miteinbeziehen. «Zur Berechnung des Tarifes werden Statistiken über die Häufigkeiten von Schadensfällen bei den jeweiligen Marken und Personengruppen erstellt», erklärt Büchel. So auch eine Schadensstatistik bei der jeweiligen Nationalität. «In Italien herrscht zum Beispiel eine ganz andere Mentalität als hierzulande. In einer Millionenstadt wird ein anderes Auto gerne mit der Stossstange geschoben, sodass der eigene Kleinwagen Platz hat», so Büchel. Den meisten Südländern sei es relativ egal, ob sie einen Kratzer oder gar eine Beule hätten. «Hierzulande hingegen wird auch der kleinste, kaum sichtbare Parkschaden repariert», so Büchel. Solche psychologischen und kulturellen Aspekte fliessen in die Berechnung ein.
Zwischen Liechtenstein und der Schweiz habe es auch schon Prämienunterschiede gegeben: «Eine Liechtensteinerin zog in den Kanton St. Gallen. Bis auf den neuen Wohnort blieb alles beim Alten. Dennoch musste sie 66 Franken mehr für die Autoversicherung zahlen», erzählt Büchel. Es komme zudem darauf an, in welchem Kanton jemand wohne. «Ob jemand im hektischen Zürich oder im ruhigen Appenzell wohnt, hat Einfluss auf die Prämienhöhe.» (rar)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Dienstag, 13. März 2018.

13. Mär 2018 / 07:00
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